31.01.13

Spielzeughersteller

Playmobil steigert Umsatz auf neues Rekordniveau

61 Millionen Packungen wurden 2012 versandt, Playmobil stieß an seine Grenzen. Deshalb plant die fränkische Firma ein neues Logistikzentrum.

Foto: dapd

Playmobil rangiert nach Lego und Mattel auf Rang drei im deutschen Spielwarenmarkt
Playmobil rangiert nach Lego und Mattel auf Rang drei im deutschen Spielwarenmarkt

Der fränkische Spielwarenhersteller Playmobil ist nach dem Umsatzrückgang von 2011 wieder auf Kurs: Geschäftsführerin Andrea Schauer vermeldete am Mittwochabend auf der Spielwarenmesse in Nürnberg für das Kalenderjahr 2012 einen Umsatz- und Mengenrekord. Ihren Angaben nach erwirtschaftete das Unternehmen mit Sitz in Zirndorf im vergangenen Jahr 531 Millionen Euro, was einer Steigerung gegenüber 2011 um 5,3 Prozent entspricht.

"Mit mehr als 61 Millionen versandter Packungen konnte zugleich ein neuer Mengenrekord aufgestellt werden", ergänzte Schauer. 2011 waren es noch 55 Millionen Packungen gewesen.

Für die gesamte Brandstätter Gruppe, zu der auch die Lechuza-Pflanzgefäße und der Playmobil-Freizeitpark gehören, gab Schauer einen Umsatzzuwachs in Höhe von 4,8 Prozent auf 591 Millionen Euro bekannt. "Wir haben schwarze Zahlen geschrieben und sind mit dem Gewinn zufrieden", sagte Schauer, wollte aber keine genauen Zahlen preisgeben.

Marktanteil leicht ausgebaut

In Deutschland ist Playmobil 2012 stärker als der Markt gewachsen. "Wir konnten unseren Absatz in unserem Heimatland um sieben Prozent steigern, während der deutsche Spielwarenmarkt nur um drei Prozent zugelegt hat", erläuterte die Geschäftsführerin. Der Marktanteil sei von 7,3 auf 7,5 Prozent ausgebaut worden.

Playmobil rangiere damit nach Lego und Mattel auf Rang drei im deutschen Spielwarenmarkt. Im November und Dezember sei wegen des guten Weihnachtsgeschäfts sogar Platz zwei erreicht worden.

Der Anteil der Auslandsmärkte am Gesamtumsatz stieg 2012 trotz der Krise im Euroraum leicht auf 70 Prozent. "In Krisenzeiten kaufen Eltern gerne langlebige Produkte, davon haben wir profitiert", sagte Schauer.

Die im vergangenen Jahr vom Werk in Dietenhofen aus versandten Packungen haben Schauer zufolge die Logistik des weltweit 3701 Mitarbeiter (2011: 3520) zählenden Unternehmens an die Grenzen des Machbaren gebracht. Deshalb sei der Bau eines neuen Logistikzentrums in Herrieden geplant.

Der erste Bauabschnitt werde 45 Millionen Euro kosten. Playmobil plant 2013 insgesamt rund 100 Millionen Euro in neue Spritzgussformen, Maschinen, Grundstücke und Gebäude zu investieren – die höchste Summe seit Bestehen von Playmobil.

Spielwarenkalender war erfolgreichstes Produkt

Das mit Abstand erfolgreichste Produkt der Franken war im vergangenen Jahr keine Spielewelt, sondern der Playmobil-Adventskalender, der gemessen am Verkaufswert sogar auf Platz zwei im Ranking aller deutschen Spielwaren landete. "Wir haben den Spielwaren-Adventskalender erfunden und alle Mitbewerber in dieser Kategorie unter ferner liefen verwiesen", sagte Schauer.

Sie unterstrich zugleich die Bedeutung von Neuheiten für den Erfolg der Marke Playmobil: Allein 41 Prozent des Abverkaufs sei 2012 mit neuen Produkten generiert worden. Darüber hinaus hätten die Spielewelten für Mädchen den Umsatz angekurbelt.

Schauer kündigte für das laufende Jahr 118 Produktneuheiten an. Im Herbst soll ein Shopping-Center für Mädchen auf den Markt kommen. Die darin enthaltenen Spielfiguren könnten von der Frisur über die Kleidung bis hin zu den Schuhen so gestaltet werden, dass sich 200 Kombinationsmöglichkeiten ergäben.

Für Jungs sei etwa zeitgleich eine asiatisch angehauchte Ritterburg mit Drachen erhältlich. Außerdem werde ein Camping-Platz neu ins Sortiment aufgenommen, der eine mit Wasser betriebene Dusche für Playmobil-Männchen enthalte.

Quelle: BM/dapd
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  • Die Chefin

    Andrea Schauer ist seit zwölf Jahren Geschäftsführerin von Playmobil. In der Vorweihnachtszeit besucht die 53-Jährige Fachhändler und Spielwarenabteilungen in ganz Europa, um das Kaufverhalten der Kunden zu beobachten. Die Managerin, zuständig für Marketing, Entwicklung und Vertrieb, rückte 2000 als Nachfolgerin von Firmeninhaber Horst Brandstätter an die Spitze des Familienunternehmens. Zuvor arbeitete sie unter anderem beim Stifthersteller Staedtler und bei Aesculap, einem Produzenten von medizinischen Lasern.

  • Die Firma

    Playmobil ist Deutschlands umsatzstärkster Spielwarenhersteller. 2011 summierten sich die Erlöse bei 55 Millionen verkauften Verpackungen auf rund 505 Millionen Euro. Die Firma verkauft nur ein Produkt: die 1974 erfundenen Playmobil-Figuren. Bis heute wurden über 2,5 Milliarden Plastikmännchen hergestellt. Zweites Standbein der Playmobil-Mutter geobra Brandstätter ist der Pflanzentopfhersteller Lechuza, der 2011 rund 59 Millionen Euro Umsatz erzielte.

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