31.01.2013, 10:14

Umsatzrückgang Handel enttäuscht im wichtigsten Geschäft des Jahres


Der Einzelhandel setzte im gesamten letzten Quartal weniger um als im Vierteljahr zuvor

Foto: Sebastian Willnow / dapd

Schwächelt jetzt auch der private Konsum in Deutschland? Die Einzelhändler haben im Weihnachtsgeschäft zwei Prozent weniger Umsatz gemacht. Im Internet klingelten dagegen die Kassen.

Die deutschen Einzelhändler haben ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft so stark an Umsatz eingebüßt wie seit über anderthalb Jahren nicht mehr. Die Einnahmen fielen im Dezember um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Preisbereinigt (real) gab es ein Minus von 1,7 Prozent. "Das ist jeweils der stärkste Rückgang seit Mai 2011", sagte ein Statistiker. Ökonomen hatten lediglich mit einem realen Minus von 0,1 Prozent gerechnet, nachdem es im November noch ein Plus von 0,6 Prozent gegeben hatte.

"Die Verbraucher halten ihre Portemonnaies weiter geschlossen", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Die Umfragen sowohl unter Verbrauchern als auch unter Unternehmern zeigen eigentlich schon seit Oktober, dass sich das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung verbessert." Aber die Realwirtschaft profitiere davon noch nicht.

Der Einzelhandel habe nicht nur im Dezember, sondern im gesamten vierten Quartal weniger umgesetzt als im vorangegangenen Vierteljahr, sagte UniCredit-Ökonom Alexander Koch. "Das hat die Konjunktur am Jahresende belastet."

Stütze der deutschen Wirtschaft

Das Bruttoinlandsprodukt ist im vierten Quartal mit 0,5 Prozent so stark eingebrochen wie seit Anfang 2009 nicht mehr. Bislang war der private Konsum eine große Stütze der deutschen Wirtschaft. Experten zufolge soll er es auch 2013 bleiben.

Trotz Rekordbeschäftigung und höherer Löhne stieg der Einzelhandelsumsatz 2012 langsamer als in den beiden Vorjahren. Der Zuwachs lag bei 1,9 Prozent. 2011 hatte es noch ein Plus von 2,7 Prozent gegeben, 2010 von 2,6 Prozent. Real fiel der Umsatz im vergangenen Jahr sogar um 0,3 Prozent. Das war das erste Minus seit dem Krisenjahr 2009.

Besonders schlecht liefen die Geschäfte in Waren- und Kaufhäusern, die im abgelaufenen Jahr 0,5 Prozent weniger in den Kassen hatten. Der Handel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten stagnierte. Dagegen legte der Internet- und Versandhandel um 3,1 Prozent zu. Der Lebensmittelhandel schaffte mit 2,9 Prozent einen ähnlich starken Zuwachs.

(Reuters/ari)
Mi, 30.01.2013, 08.23 Uhr

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