28.01.13

Ulrich Grillo

BDI-Chef fordert Deckelung der Managergehälter

Der oberste Vertreter der deutschen Industrie hat sich für eine Obergrenze von Managergehältern ausgesprochen. Diese sollten "unternehmensspezifisch" geregelt werden, sagte Ulrich Grillo.

Foto: dpa

Ulrich Grillo: Er fordert mehr Augenmaß bei Managergehältern
Ulrich Grillo: Er fordert mehr Augenmaß bei Managergehältern

Der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, hat sich für Einkommensgrenzen für Manager ausgesprochen. Die Wirtschaft müsse die Debatte über das Thema Managereinkommen führen, sagte Grillo der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Er empfahl konkret, unternehmensspezifische Höchstgrenzen für Manager einzuführen.

Für derartige Höchstgrenzen könne es gute Gründe geben, sagte Grillo. In seinem Unternehmen, den Grillo-Werken, gebe es sie beispielsweise. "Ich bekomme ein Festgehalt, dazu eine erfolgsabhängige Tantieme. Insgesamt gilt eine Obergrenze. Wenn die erreicht wird, ist Schluss", sagte der neue BDI-Chef.

Über die zum Teil extrem hohen Gehälter von Managern wird in Deutschland seit Monaten kontrovers diskutiert.

Neujustierung der Energiewende

Neben der Deckelung von Managergehältern sprach sich Grillo in dem Interview auch für eine Neujustierung der Energiewende aus. "Wesentliche wirtschaftliche Voraussetzungen für die Energiewende stimmen nicht mehr", sagte Grillo der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Bei Ausrufung der Energiewende sei ein massiver Anstieg der Preise für fossile Energieträger wie Kohle, Öl und Gas erwartet worden. Doch diese Erwartung sei nicht aufgegangen.

"Diese Prämisse gilt nicht mehr, die Preise für fossile Energieträger sinken", sagte Grillo. Die neuen Rahmenbedingungen machten die Energiewende "in der Umsetzung noch komplexer und teurer".

Der BDI-Präsident, der am Dienstag offiziell in sein Amt eingeführt wird, verwies auf die Entwicklung in den USA, wo die Ausbeutung neuer, "unkonventioneller" Öl- und Gasvorkommen die Energiepreise massiv gedrückt haben. Schon heute betrügen die Gaspreise in den USA nur noch ein Viertel dessen, was in Deutschland verlangt werde.

Grillo beklagte die wachsende Zahl von Staatseingriffen in die Versorgung mit Strom und Gas. "Wir müssen das ganze Fördersystem schnell und grundlegend überarbeiten", forderte der Verbandspräsident. Das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) führe zu einer starken Fehlsteuerung.

Der Zubau erneuerbarer Energien nehme keine Rücksicht auf das Gesamtsystem und verursache sehr hohe Kosten. Wer "grüne Gedanken" habe, müsse vorher für schwarze Zahlen sorgen, sagte der BDI-Präsident.

Quelle: AFP/lw
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