28.01.13

Reiseplanung 2013

Heute ist der perfekte Tag, um den Urlaub zu buchen

Wer Frühbucherrabatte nutzen will, sollte bis Ende Januar zuschlagen. Allerdings gibt es einige Fallstricke zu beachten. Denn sonst kann die Traumreise schnell zum Albtraum werden.


Preise für Deutsche bei Auslandsreisen
Preise für Deutsche bei Auslandsreisen

Schnee überzieht weite Teile Deutschlands. Die Straßen sind glatt, Hosen und Schuhe sind unentwegt matschbespritzt, die Hände sind ständig rau und rot, und die Nase läuft. Wer ertappt sich da nicht auch dabei, von weißen Sandstränden und Meeresrauschen zu träumen, von Fruchtcocktails mit Schirmchen und von einem Strohhut auf dem Kopf…

Gleichzeitig locken Reisebüros mit sagenhaften Frühbucherrabatten, und im Fernsehen läuft die Urlaubswerbung rauf und runter. "Seit einigen Jahren geht der Trend entweder zum ganz frühen Buchen – oder eben Last Minute", sagt Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV). Früh buchen, dafür ist jetzt Hochsaison. Die meisten Veranstalter bieten Rabatte von 15 bis 20 Prozent bis Ende März an, noch mehr Prozente gibt es bis Ende Januar.

Die Vorteile frühzeitiger Planung liegen auf der Hand: Wer früh dran ist, hat noch die volle Auswahl an Hotels und Abflughäfen. Das lohnt vor allem für Familien mit Kindern und für Urlauber, die an bestimmte Zeiten wie die Sommer- oder Betriebsferien gebunden sind. Und auch die Reiseveranstalter haben etwas davon: Sie können frühzeitig relativ sicher mit ihren Kontingenten planen – das geben sie dann in Form von Rabatten an die Urlauber weiter.

Pauschalurlaube ab 1000 Euro für die Familie

Doch wie viel Ermäßigung ist wirklich drin? "Die Rabatte fallen tatsächlich sehr unterschiedlich aus. Es kommt immer auf die Konstellation der Reise an", sagt Torsten Schäfer vom DRV. Deshalb stehe meist der Hinweis "bis zu" dabei. 40 Prozent Rabatt seien möglich – jedoch nur bei Kombinationen. Wenn man also beispielsweise einen Frühbucherrabatt von 20 Prozent zusammen mit einem Kinderfestpreis nutzt.

Dann sind Pauschalurlaube in den Süden schon ab knapp 1000 Euro für zwei Erwachsene und ein Kind zu bekommen. Torsten Schäfer rät dazu, sich im Internet zu informieren und sich dann im Reisebüro beraten zu lassen – und immer schön die Preise zu vergleichen.

Onlineportale locken oft mit den höchsten Rabatten. Bis zu 45 Prozent Ersparnis verspricht das Reiseportal Opodo beispielsweise auf eine Reise nach Ägypten. Eine Woche im Viersternehotel soll im Juni unschlagbare 300 Euro pro Person kosten. Doch folgt man dem Link, wird schnell klar: Das gilt nur bei Abflug ab Genf. Und an einem Dienstag.

Was auf den ersten Blick als Schnäppchen erscheint, entpuppt sich bei genauerem Hingucken oft als Schmalspurangebot, bei dem eine Reihe zusätzlicher Kosten fällig werden. Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät deshalb zu Vorsicht gegenüber Rabattversprechungen und einem genauen Prüfen des Angebots.

Frühbucherrabatte lohnen sich dann, wenn Urlauber schlau vergleichen, sagt Tryba: Bekomme ich diese eine Reise mit meinem Wunschhotel, -reisetermin und –abflugsort vielleicht bei einem anderen Anbieter günstiger? Vielleicht sogar ohne Rabatt? Oder passt ein anderer Rabatt für mich besser? Auch sei es wichtig, auf die Kriterien einer Reise zu achten: Meer- oder Hofzimmer, Flughafentransfer, Verpflegungsart. So kann die gleiche Urlaubsreise schnell unterschiedlich viel wert sein.

Achtung bei Reise-Portalen mit Sitz im Ausland

Gerade im Internet sollte man bei der Buchung aufpassen, was für ein Vertrag da abgeschlossen wird. Verbraucherschützer Tryba: "Man muss ganz genau hinsehen, ob irgendwelche Voreinstellungen gesetzt sind, also Häkchen für teure Versicherungen oder Ähnliches."

Reiseexperte Schäfer mahnt dazu, immer den gesunden Menschenverstand einzuschalten. "Wenn eine Reise außergewöhnlich günstig ist, lohnt sich oft ein Blick ins Impressum, um herauszufinden, wer das Portal betreibt", sagt Schäfer. In Deutschland gäbe es über 2500 Reiseveranstalter, aber nur etwa 30 ernst zu nehmende Online-Reisebüros, die auch entsprechenden Umsatz machen.

Hat ein Portal seinen Sitz im Ausland, ist zu bedenken, dass dann auch das Recht des jeweiligen Landes gilt und nicht das deutsche Pauschalreiserecht, das laut Schäfer die beste Absicherung weltweit garantiert.

Apropos weltweit: Bedenken sollten Reisende auch, dass nicht alle Reiseländer gleich sicher sind. Control Risk, eine internationale Unternehmensberatung für Risikomanagement, erstellt jedes Jahr die RiskMap, eine Karte, die Länder in fünf Risikostufen einteilt: unerheblich, niedrig, mittel, hoch und extrem. Demnach gilt Mexiko wegen dem immer noch anhaltenden Drogenkrieg als gefährlich.

Die meisten europäischen Länder werden als relativ sicher eingestuft, lediglich Süditalien, Kroatien, das Kosovo und Griechenland haben ein mittleres Sicherheitsrisiko, genau wie Ägypten und Tunesien. Algerien und Libyen sollte man derzeit nicht besuchen.

Schutz vor Insolvenz des Reise-Anbieters

Egal ob es um die Sicherheit oder einfach das Wetter vor Ort geht: Im Reisebüro könne man oft von der Erfahrung der Mitarbeiter profitieren, sagt Verbraucherschützer Tryba. Zudem können schon bei der Buchung entscheidende Details wie Zimmerkategorie und genaue Hotellage eingesehen werden. Im Internet müssen diese Details oft mühsam recherchiert werden – wenn sie überhaupt herauszufinden sind.

Aber auch bei der Buchung im Reisebüro gilt es, einen Vertrag genau durchzulesen, bevor man ihn unterschreibt. Ob auch all das drinsteht, was man haben will – und nicht vielleicht zu viel. Jeder seriöse Reiseveranstalter gibt zudem bei der Buchung einen Sicherungsschein aus – egal ob online oder im Reisebüro. Der Schein sichert den Kunden vor einer Insolvenz des Reisebüros, des Veranstalters, der Fluggesellschaft oder des Hotels und ist seit einigen Jahren Pflicht.

Bei frühzeitiger Buchung rät Verbraucherschützer Tryba zudem, in jedem Fall eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. "Die Prämie dafür ist im Vergleich zu den hohen Stornierungskosten ein Klacks", sagt Tryba. Allerdings zahle die Versicherung nur bei vertraglich vereinbarten Ereignissen wie Krankheiten, Schwangerschaft oder Todesfällen in der nächsten Familie.

Und auch wenn all diese Vorbereitungen einem schon fast die Lust auf den Urlaub verderben könnten, so reicht doch ein Blick aus dem Fenster auf die matschigen Straßen und den grauen Himmel – und der Wunsch nach Sonne, Strand und Schirmchen-Cocktail kommt ganz schnell zurück.

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Internet oder Reisebüro
  • Zwei Lager

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  • Bewertung

    Wie kompetent und individuell deutsche Reisebüroketten beraten, hat nun das Deutsche Institut für Service-Qualität im Auftrag des Nachrichtensenders N-tv untersucht. 14 Reisebüros mussten sich beweisen – durch passende Reiseempfehlungen, Kompetenz, gute Beratung und auch Freundlichkeit.

  • Die Noten

    Eine glatte „Eins“ hat das Institut nicht vergeben. Ein „Gut“ erhielten immerhin Neckermann Reisen, Reiseland, First Reisebüro, Hapag-Lloyd Reisebüro, Thomas Cook Reisebüro, TUI ReiseCenter, Atlasreisen, DER Deutsches Reisebüro und Lufthansa City Center. Ein „Befriedigend“ konnten TUI Travel Star, Alltours Reisecenter, Flugbörse und Holiday Land erreichen. L’tur erhielt nur ein „Ausreichend“ – im Bereich „Telefonische Beratung“ aber schnitt die Kette überdurchschnittlich gut ab.

  • Kundenservice

    Insgesamt gab es gute Noten für den telefonischen Kundenservice der Branche. Anrufer mussten nicht lange auf die Gesprächsannahme warten und erhielten strukturierte und vollständige Auskünfte zu ihren Fragen. Die Bearbeitung von E-Mails beurteilten die Tester im Durchschnitt ebenfalls mit „Gut“.

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