27.01.13

Luxus-Immobilie

Solarworld-Chef kauft Schloss von Thomas Gottschalk

Solarworld-Chef Frank Asbeck hat Schloss Marienfels von Moderator Thomas Gottschalk erworben. Das Gebäude interessiert ihn weniger. Aber mit dem Grundstück hat er eine Plan.

Foto: dpa

Das Schloss Marienfels bei Remagen hat einen neuen Besitzer – Solarworld-Chef Frank Asbeck
Das Schloss Marienfels bei Remagen hat einen neuen Besitzer – Solarworld-Chef Frank Asbeck

Frank Asbeck gilt als eine der schillernden Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland. Er erkannte früh das Potenzial der klimafreundlichen Sonnenenergie und gründete mit Pioniergeist 1998 in seiner Bonner Heimat die Firma Solarworld. Im Zuge von rasch wachsendem Geschäft mit "sauberer Energie" brachte er das Unternehmen bereits 1999 an die Börse.

Jahrelang gehörte die Aktie zu den Börsenstars. Asbeck hält rund 28 Prozent an dem Unternehmen, das seit geraumer Zeit wegen des harten Wettbewerbs mit chinesischen Herstellern von Solarpaneln in Schwierigkeiten steckt.

Solarworld hat bereits rund 500 Stellen abgebaut und beschäftigt inzwischen 2500 Menschen und ist im letzten Quartal 2012 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Nun sollen die Gläubiger bei einem Schuldenschnitt auf einen Teil ihres Geldes verzichten. "Weitere Anpassungen auf der Lohnkostenseite" seien möglich, sagte Asbeck. Soweit, so gewöhnlich.

Schlosskauf ist schlecht getimt

Außergewöhnlich schlecht ausgeprägt scheint dagegen Asbecks Gefühl für Timing zu sein. Die meisten Solarworld-Mitarbeiter werden sich am Wochenende mit großer Verwunderung die Augen gerieben haben bei der Lektüre der Regionalzeitungen. Da stand zu lesen, Asbeck habe Entertainer Thomas Gottschalk für mindestens fünf Millionen Euro dessen Schloss Marienfels bei Remagen abgekauft. Das Schloss hat 800 Quadratmetern Wohnfläche, 14 Zimmern, drei Terrassen sowie einen freskenverzierten Pool.

Der Erwerb sei schon länger her, das Anwesen nun Sitz seiner gemeinnützigen Stiftung, sagte Firmenchef Frank Asbeck – wohl auch um die Solarworld-Belegschaft zu besänftigen. Außerdem besitzt der "Sonnenkönig" schon ein Schloss in direkter Nachbarschaft des Remagener Anwesens. Privat hatte es der Unternehmer wohl eher auf rund 100.000 Quadratmeter Waldgelände abgesehen.

Solarworld spricht über einen Schuldenschnitt

Mit dem Neuerwerb ergänze der 53-Jährige nun sein Jagdrevier, hieß es im "Kölner Stadtanzeiger". Viel Zeit zum Jagen dürfte der Solarunternehmer in den kommenden Monaten allerdings nicht haben. Aber er gibt sich zuversichtlich: Es gehe zur Schuldenreduzierung um unterschiedliche finanzwirtschaftliche Maßnahmen, sagte Asbeck. Dabei würden auch Gespräche mit Banken geführt. "Das hat nichts mit einer Insolvenz zu tun."

Solarworld verfüge über ausreichend Liquidität. Mit Gläubigern solle über einen Schuldenschnitt gesprochen werden, hatte Solarworld Ende der Woche angekündigt. "Wir haben den Schritt proaktiv gemacht, weil wir auf der Passivseite eine Entlastung brauchen", erkklärte Asbeck.

Er betonte, dass Solarworld im Kern gesund sei. "Wir müssen operativ einige Anpassungen machen, die werden nun kommen." Dazu gehören auch die "geringfügigen weiteren Anpassungen" auf der Lohnkostenseite. Hier sei die wesentliche Arbeit aber bereits im Jahr 2012 "mit einem umfangreichen Paket" auch mit Entlassungen und Kurzarbeit gemacht worden.

Bei Branchenkennern stieß die Einschätzung Asbecks allerdings nicht auf ungeteilte Zustimmung. Der Analyst Wolfgang Hummel vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung warnte, das Geschäftsmodell von Solarworld sei nicht zukunftsfähig: "Die Fertigung am deutschen Standort ist auch bei einem hohen Automatisierungsgrad zu teuer."

Quelle: eag/dpa
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