26.01.13

Test

Diese großen Fernseher sind gut und bezahlbar

Preissturz im TV-Markt: Endlich sind richtig große Fernseher mit 140 bis 150 Zentimeter Bildgröße bezahlbar – inklusive Vollausstattung. Welches Gerät die besten Riesenbilder zeigt, klärt der Test.

Foto: Audio Video Foto Bild

Platz 6: PEAQ PTV552403-S (LCD):
Günstige Alternative: Mit ihrer Eigenmarke Peaq wollen Media Markt und Saturn den etablierten Herstellern Paroli bieten. Dank silbernem Rahmen und Glasfuß wirkt das größte Peaq-Modell im Vergleich zur dunklen Konkurrenz leichtfüßig. Sein Bild ist recht natürlich, Bewegungen laufen meist flüssig über den Schirm, gelegentlich gibt's aber kleine Stolperer. Der Ton war allerdings dünn und wenig weiträumig. Konkurrenzfähig: Mit seinen multimedialen Extras ist der Peaq auf Augenhöhe mit den teureren Testkandidaten. Per Internet bietet er Zugriff auf Mediatheken sowie etliche Musik- und Infodienste. Nur eine gute Videothek ist leider nicht dabei.
Testergebnis: befriedigend (2,51)
Preis: 1200 Euro

7 Bilder

Filmbilder können gar nicht groß genug sein. Deshalb gehen wir ins Kino. Und deshalb sind die richtig großen Flachbildfernseher so begehrenswert. Aber bislang waren Bildriesen mit gewaltigen 140 bis 150 Zentimeter Diagonale extrem teuer.

Das hat sich zum Glück geändert. Die 55- und 60-Zoll-Boliden im Test haben fast die vierfache Bildschirmfläche im Vergleich zu den vor Kurzem noch gängigen 80-Zentimeter-Modellen und sind für 1200 bis 1600 Euro erhältlich, inklusive Vollausstattung. Welcher Kandidat die besten Riesenbilder zeigt, klärt der Test.

Natürlich brauchen Fernseher dieser Klasse viel Platz. Mit einem Gewicht zwischen 20 und 35 Kilogramm lassen sich die TV-Monster aber problemlos an die Wand hängen. Der ideale Abstand der Zuschauer zum Bildschirm ist Geschmackssache, aber Fernsehsendungen in Standardauflösung machen aus einer Distanz von weniger als vier Metern wenig Spaß. Wer den Fernseher mit HDTV- und Video-Feinkost von Blu-ray sowie guten DVDs füttert, darf auch auf drei Meter ran. Dann füllt das Bild schon einen Großteil des Gesichtsfelds – fast wie im Kino.

Empfänger für HDTV sind bei allen Testkandidaten eingebaut, für Kabel und für Sat. Wer verschlüsselte Programme, etwa von Sky, oder private HDTV-Sender sehen möchte, kann in die Fernseher ein entsprechendes Entschlüsselungsmodul samt Freischaltkarte (Smart Card) stecken – eine sinnvolle Investition für so große Fernseher. Die "CI+"-Module gibt's bei Sky, im Handel sowie bei den Kabelnetzbetreibern.

Bilder mit Sogwirkung

Erfreulicherweise sind alle Testkandidaten 3-D-tauglich. Weil der Zuschauer vor allem das riesige Bild und wenig von der Umgebung sieht, bescheren die Riesen-TVs besonders intensive 3-D-Erlebnisse. TV-Sendungen in 3-D sind zwar noch selten, aber die Auswahl an Filmen auf Blu-ray wächst. Zudem gibt's etliche 3-D-Computerspiele, etwa für die PlayStation 3.

LG und Panasonic setzen dabei auf Polbrillen wie im Kino. Die kommen ohne Batterie aus, sind leicht und mit Preisen ab etwa 10 Euro günstig. Nachteil ist das zwar helle und flimmerfreie, aber nicht perfekt scharfe Bild.

Die anderen Hersteller setzen auf Shutter-Brillen. Hier ist das Bild zwar schärfer, aber auch dunkler. Zudem sind die Brillen deutlich teurer.

Schlechte Surf-Bretter

Die großen Bildschirme sind prinzipiell ideal, um gemütlich vom Sofa aus im Internet zu surfen – zumal alle Modelle als Smart-TVs einen Internetzugang mitbringen. In der Praxis macht's aber wenig Spaß, denn die mühsame Navigation auf Webseiten ist mit den Fernbedienungen Stress pur. Einzige Ausnahme ist die Magic Remote von LG.

Gut klappt dagegen der Abruf von Filmen aus Online-Videotheken und aus den Mediatheken der TV-Sender über die Internetanschlüsse. Außerdem gibt's diverse Infodienste mit Nachrichten und Wettervorhersagen sowie Internetradio und Musikvideos.

Auch Filme und Fotos lassen sich via Heimnetzwerk abrufen und per USB zuspielen. So wird der Fernseher in Sendepausen zum Riesen-Bilderrahmen, der nicht mal viel Strom verbraucht: Die genügsamsten Modelle im Testfeld kommen mit rund 60 Watt aus.

Fazit: Das Ergebnis überrascht: Die riesigen Bilder machen durchweg Laune, die Qualität ist trotz der günstigen Preise in Ordnung. Am Ende landete der Panasonic vorne, mit knackig scharfem Bild und der einfachsten Bedienung im Test. Knapp dahinter: der schicke und smarte LG sowie der Philips mit dem besten Bild.

Riesen im Trend

Sharp verkauft LCD-Fernseher bis zwei Meter Bilddiagonale (80 Zoll), Panasonic Plasmas bis 2,60 Meter (103 Zoll) – vor allem an Veranstalter und andere Profis. Die 140 bis 150 Zentimeter der Fernseher im Test sind derzeit das Maximum für Privathaushalte.

Größe ist gefragt: Laut Schätzungen der Hersteller soll der Verkauf von Fernsehern ab 1,30 Meter Bildgröße im nächsten Jahr um 40 Prozent zulegen. Bis 2014 soll ihr Marktanteil auf 25 Prozent wachsen.

Vor drei Jahren kosteten Fernseher mit 140 bis 150 Zentimeter großem Bild um 4000 Euro. Und dann steckte nicht mal ein Sat-Empfänger drin, an 3-D und Internetzugang war überhaupt nicht zu denken.

In diesen Größen gibt's beides: LCDs sind heller und damit besser bei Tageslicht. Plasmas eignen sich eher für dunkle Räume und zeigen dann oft ein sehr natürliches Bild. Keine Angst vor hohen Stromkosten: Die LCD-Fernseher im Test brauchen trotz ihrer Größe nur 60 bis 90 Watt. Das kostet pro Jahr etwa 30 Euro.

Quelle: "Audio Video Foto Bild". Mehr zum Thema finden Sie in der "Audio Video Foto Bild", Ausgabe 2/2013.

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