24.01.13

Smartphones

Nokia spielt wieder mit, Apple verliert an der Börse

Apple schafft erneut ein Rekordquartal und verkauft fast 48 Millionen iPhones. Doch an der Perspektiven kommen Zweifel auf. Nokia berappelt sich wieder, allerdings auf niedrigem Niveau.

Foto: dpa

Mit dem Slogan „Nokia is back“ wirbt ein Mobilfunkanbieter am in Bochum. Der Hersteller kehrt freilich nicht in den Stadt zurück
Mit dem Slogan "Nokia is back" wirbt ein Mobilfunkanbieter am in Bochum. Der Hersteller kehrt freilich nicht in den Stadt zurück

Mit dem finnischen Konzern Nokia profitiert nun ein weiterer Hersteller vom boomenden Smartphone-Markt. Den Finnen ist es gelungen, im Weihnachtsquartal 2012 wieder in die schwarzen Zahlen zurückzukehren, wie das Unternehmen mitteilte.

Der amerikanische Branchenprimus Apple hingegen konnte im vergangenen Quartal bei den Gewinnen nicht mehr zulegen, obwohl der Umsatz im Jahresvergleich um 18 Prozent stieg. Apple verlor nach Bekanntgabe der Zahlen etwa 50 Milliarden Euro Börsenwert, Nokia verlor nach anfänglichen Gewinnen mehr als fünf Prozent.

Dass Nokia wieder Geld verdient, liegt an den harten Einschnitten des Herstellers. Insgesamt 16.500 Stellen wurden gestrichen und die Firmenzentrale verkauft. Auch der Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN) verdiente das dritte Quartal hintereinander Geld.

Für die Finnen sind die Zahlen allerdings nicht mehr als ein Hoffnungsschimmer, denn im Jahresvergleich schrumpfte der Nokia-Umsatz um fast ein Fünftel auf gut acht Milliarden Euro. Für das gesamte Jahr 2012 steht trotz des besseren Schlussquartals immer noch einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro in der Bilanz.

Nokia zahlt keine Dividende

Nokia-Chef Stephen Elop braucht aber Geld, um sein Geschäft mit den Smartphones weiter anzuschieben. Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren sollen die Aktionäre daher auf eine Dividende verzichten. Die Finnen setzten bei ihren neuen "Lumia"-Smartphone auf das neue Microsoft-Betriebssystem Windows Phone 8, von denen sie jedoch nur 4,4 Millionen Stück verkaufen konnten.

Zum Vergleich: Apple konnte knapp 48 Millionen iPhones verkaufen, Samsung sogar mehr als 60 Millionen Smartphones. Apple setzt mehr Smartphones ab, als jemals zuvor und hat erneut ein Rekordquartal vorgelegt. Nie zuvor hat der Konzern so viel Umsatz in einem Quartal gemacht. Mit den iPhones macht der Konzern inzwischen etwas die Hälfte seines Geschäftes. Und mit fast 23 Millionen iPads hat Apple auch nie zuvor so viele Tablets verkauft. Trotzdem enttäuschte Apple die Erwartungen der Anleger.

Was die Investoren beunruhigt sind die Wachstumsaussichten des Unternehmens. Nach dem Tod von Apple-Gründer Steve Jobs konnte sein Nachfolger Tim Cook kein Produkt vorlegen, das annähernd so revolutionär wäre, wie der iPod, das iPhone oder das iPad. Trotz der Umsatzsteigerung um 18 Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar konnte Apple zudem beim Gewinn nicht zulegen. Die Marge ist von 44,7 Prozent auf 38,6 Prozent zurückgegangen.

Verkaufsrückgang bei Mac-Computer

Das liegt vor allem an den vielen neuen Produkten, die Ende vergangenen Jahres eingeführt wurden. Produktionskosten sind bei neuen Geräten immer höher und sinken erst im Laufe der Zeit. Apple hatte die vierte iPad-Generation, ein kleines iPad, das iPhone 5 und neue Mac-Computer eingeführt.

Bei den Mac-Computern hat es sogar einen Verkaufsrückgang von 5,2 auf 4,1 Millionen Stück gegeben. Allerdings wurden die neuen Modelle auch erst im Dezember auf den Markt gebracht. Außerdem sei man mit der Produktion nicht nachgekommen, hieß es.

Auch der Verkauf der iPod-Musikabspielgeräte ging – wie schon seit längerem – weiter zurück. Was Apple zu schaffen macht ist die zunehmende Konkurrenz. Mit dem iPad Mini reagierte der Hersteller bereits auf die billigeren und kleineren Tablets der Konkurrenten. Doch an dem Verkauf eines iPad Minis verdient Apple weniger als am Verkauf eines großen iPads.

Wie das "Wall Street Journal" berichtete, erwägt der Konzern nun auch noch die Einführung eines billigeren iPhones. Damit könnten die Margen jedoch noch weiter sinken. Apple-Chef Tim Cook verteidigte hingegen die Geschäftszahlen: "Kein Technologieunternehmen hat jemals solch ein Ergebnis erreicht", sagte er.

Cook reagierte damit auf Medienberichte über angeblich geringere Bestellungen von Bauteilen bei Zulieferern. Dies war als ein Rückgang der Nachfrage für das iPhone 5 interpretiert worden. Daraufhin hatte der Aktienkurs nachgegeben. "Es wäre klug, die Richtigkeit eines jeden Gerüchts in Frage zu stellen", mahnte Cook. "Die Zulieferkette ist sehr komplex."

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