24.01.2013, 10:53

Ernste Folgen Deutsche Wirtschaft warnt Briten vor EU-Austritt

Mi, 23.01.2013, 11.45 Uhr

Der britische Premierminister kündigte in seiner europapolitischen Grundsatzrede in London ein Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union an. Zugleich forderte Cameron radikale Reformen.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Ein Austritt Großbritanniens aus der EU wäre für die deutsche Wirtschaft „mit Schmerzen verbunden“, sagt DIHK-Präsident Driftmann. Noch schlimmer träfe ein solcher Schritt aber die Briten selbst.

Die deutsche Wirtschaft warnt vor einem möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU: "Für Deutschland wäre ein solcher Austritt mit Schmerzen verbunden. Immerhin ist das Land in den Top 5 unserer Handelspartner", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann dem "Handelsblatt".

Mit einem EU-Austritt würde sich Großbritannien aber vor allem selbst schaden, so Driftmann. Die Stimme der Briten in der Welt würde erheblich an Gewicht verlieren.

Die negativen wirtschaftliche Folgen für die Briten sind laut Driftmann schwerwiegend. "Durch einen Austritt fielen Vorteile des europäischen Binnenmarktes für die Briten weg. Zudem müssten sie eine Vielzahl neuer Handelsabkommen abschließen – ob mit der neuen EU oder den Drittstaaten, mit denen die EU bereits Vereinbarungen hat", sagte der DIHK-Präsident. Er hoffe daher, dass sich die Briten am Ende für die EU entscheiden.

BGA: Deutschland könnte damit leben

Der Präsident des deutschen Außenhandelsverbands (BGA), Anton Börner, sieht einem möglichen Rückzug Großbritanniens aus der EU gelassen entgegen. "Alle sollten jetzt einen kühlen Kopf bewahren", sagte Börner "Handelsblatt Online". Zwar sei ihm ein Verbleib der Briten in der EU lieber. "Noch lieber wäre uns angesichts der globalen Maßstäbe und anstehenden Veränderungen sogar eine Vertiefung und damit endlich auch ein Ende der britischen Sonderrolle in der EU", erklärte er. Dafür biete der britische Vorstoß ebenfalls eine Chance.

"Doch auch mit einem geordneten Rückzug könnte die deutsche Wirtschaft leben", sagte Börner. Großbritannien hätte einen viel höheren Preis dafür zu zahlen. So oder so bleibe das Land ein wichtiger Handelspartner für Deutschland.

Der britische Regierungschef David Cameron hatte am Mittwoch eine Reform der EU angemahnt und angekündigt, in Großbritannien über einen Austritt aus der Europäischen Union abstimmen zu lassen. Das hatte ihm heftige Kritik aus Politik und Wirtschaft eingebracht.

(dpa/dapd/cat)
Mi, 23.01.2013, 14.57 Uhr

Der britische Premier Cameron hatte angekündigt, dass er ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU nach der Parlamentswahl 2015 anstrebt. Die Bundeskanzlerin reagierte darauf prompt.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter