23.01.13

Neuausrichtung

HypoVereinsbank will wohl 1000 Stellen streichen

Die HypoVereinsbank will in diesem Jahr rund 600 Stellen streichen, im folgenden noch einmal 400. Darüber hinaus sollen rund 45 Filialen in Deutschland geschlossen werden.

Foto: dapd

Die HypoVereinsbank will in den kommenden zwei Jahren offenbar rund 1000 Stellen streichen
Die HypoVereinsbank will in den kommenden zwei Jahren offenbar rund 1000 Stellen streichen

Bei der HypoVereinsbank (HVB) stehen wegen des schwächelnden Privatkundengeschäfts offenbar rund 1000 Stellen auf der Kippe. In diesem Jahr sollten rund 600 Arbeitsplätze wegfallen, im kommenden Jahr etwa 400, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen von den Stellenstreichungen sei vor allem das Privatkundengeschäft, aber auch die Unternehmerbank, sagten drei Insider. Rund 45 Filialen sollten dichtmachen.

Die Stellenstreichungen hingen den Insidern zufolge auch mit der Neuausrichtung des Privatkundengeschäftes zusammen, die das Münchner Institut im November angekündigt hatte. Die Tochter der italienischen Großbank UniCredit hatte damals unter anderem angekündigt, die Segmente für normale Privatkunden und reiche Klienten zusammenzulegen.

Zudem müsse die HVB auf das geänderte Verhalten der Kunden reagieren, die heute immer mehr Bankgeschäfte im Internet erledigten, betonte eine mit den Plänen vertraute Person. Die Gespräche mit dem Betriebsrat sollten nächste Woche beginnen.

Auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete über den bevorstehenden Stellenabbau. Ein Sprecher der HypoVereinsbank, die in Deutschland rund 19.000 Menschen beschäftigt, wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Bei anderen deutschen Banken müssen ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Die Commerzbank will Medienberichten zufolge bis zu 6500 Stellen in Deutschland streichen, was jeder siebten Stelle entsprechen würde. Der Arbeitsplatzabbau würde damit deutlich stärker ausfallen als bei der HVB. Der Betriebsrat der Commerzbank verhandelte Insidern zufolge am Mittwoch mit den Management über die Sparpläne.

Deutscher Markt umkämpft

Bei der Commerzbank und bei der HVB dürften die meisten Stellen im Privatkundengeschäft wegfallen, in dem Banken wegen der harten Konkurrenz seit Jahren kaum etwas verdienen. Deutschland ist einer der am härtesten umkämpften Märkte für Banken, weil Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken einen Marktanteil von rund 60 Prozent behaupten. Zudem buhlen ausländische Wettbewerber mit Kampfkonditionen um die Einlagen der deutschen Sparer.

Weltweit streichen Banken derzeit Zehntausende Jobs. Anders als bei der Commerzbank ist dort aber zumeist das Investmentbanking betroffen. Die schärfere Regulierung und die trüben Aussichten für das Kapitalmarktgeschäft zwingen viele Institute zu massiven Einschnitten. Bei der Deutschen Bank etwa wackeln mehr als 2000 Stellen, vor allem im Investmentbanking, sprich außerhalb Deutschlands.

Quelle: Reuters/sara
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