23.01.13

Möbelriese

Ikea plant 20 neue Filialen in Deutschland

Blau-Gelb, wohin man schaut: Die Möbelkette Ikea will in Deutschland kräftig expandieren – nicht nur in den großen Ballungsgebieten, sondern auch in Mittelstädten wie Ingolstadt oder Kaiserslautern.

Von Carsten Dierig
Foto: IKEA Deutschland GmbH & Co. KG

Im November war Baubeginn für Ikea in Hamburg Altona. 2014 soll das Innenstadt-Haus eröffnen
Im November war Baubeginn für Ikea in Hamburg Altona. 2014 soll das Innenstadt-Haus eröffnen

Inbusschlüssel dürften in deutschen Haushalten zur Standardausrüstung gehören. Dafür sorgt allein schon der Möbelriese Ikea. Das kleine Sechskantwerkzeug liegt jedem Bau-Set der schwedischen Einrichtungskette bei. Und mittlerweile hat wohl fast jeder Bundesbürger mit Möbelwunsch schon bei Ikea eingekauft. Darauf jedenfalls deuten aktuelle Zahlen hin.

So meldet Ikea hierzulande erneut Rekordergebnisse – zum einen beim Umsatz und zum anderen bei den Besucherzahlen. 101 Millionen Verbraucher strömten im vergangenen Jahr in die 46 deutschen Niederlassungen, zwei Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Gekauft haben sie Möbel und Accessoires im Wert von fast 3,9 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von über sechs Prozent. Deutschland bleibt damit unverändert der umsatzstärkste Markt innerhalb der Ikea-Welt. Und diesen Status will sich Landeschef Peter Betzel auch in Zukunft nicht nehmen lassen.

Der Manager hat deswegen ehrgeizige Expansionspläne entwickelt. Allein 20 neue Einrichtungshäuser sollen in den kommenden zehn bis 15 Jahren entstehen. "Wir wollen in Ballungsgebieten wie Hamburg, Berlin, Köln oder München noch dichter an die Kunden herankommen", erklärt Betzel. Darüber hinaus rücken auch Mittelstädte in den Fokus, darunter Ingolstadt und Kaiserslautern oder Wuppertal, Bremerhaven und Darmstadt.

Erstes Innenstadt-Haus in Hamburg

Doch die Expansion ist nicht mehr so einfach wie noch vor einigen Jahren. Die beiden bevölkerungsreichen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zum Beispiel haben die Hürden für Neuansiedlungen deutlich vergrößert, um den Einzelhandel in den Innenstädten zu schützen.

Ikea hat sich deswegen bereits an die Europäische Union (EU) gewandt. Und Konzernchef Mikael Ohlsson macht sich Hoffnungen auf eine Intervention aus Brüssel: "Wir begrüßen es, dass die EU-Kommission die Sache prüft. Denn wir sind nicht sicher, dass diese Einschränkungen europäischem Recht entsprechen."

Diese Prüfung allerdings kann noch einige Zeit dauern. Und so werden die nächsten Filialen im Norden des Landes eröffnen: Ende 2013 in Lübeck und Anfang 2014 in Hamburg-Altona, wo das erste Ikea-Haus in Innenstadtlage entsteht.

Ikea forciert Internet-Handel

Geld für Neubauten ist ausreichend vorhanden. Weltweit konnte Ikea seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2011/2012 (31.August) bei einem Gesamtumsatz von 27 Milliarden Euro um acht Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro steigern. Und Ohlsson zufolge soll der Jahresüberschuss unter anderem in die Expansion und in Preissenkungen fließen, um den Status als Möbelhändler Nummer eins halten zu können.

In Deutschland soll sich der Marktanteil durch die neu geplanten Häuser sogar verdoppeln, von zuletzt gut zwölf Prozent auf rund ein Viertel. Dazu beitragen soll auch das Online-Geschäft, dass die Schweden aus Angst vor Kundenverlusten in ihren Einrichtungshäusern lange Zeit vernachlässigt haben.

Mit zunehmender Konkurrenz aber forciert nun auch Ikea den Internethandel. 2011/2012 erhöhten sich die Umsätze mit Billy, Pax und Co. in Deutschland um immerhin 37,5 Prozent auf knapp 73 Millionen Euro. "Im Online-Shop bauen wir das Sortiment nun schrittweise aus", kündigte eine Sprecherin an.

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Ikeas Konzerndaten
  • Umsätze

    Der Möbelkonzern Ikea setzt mehr Geld mit den Fleischbällchen Köttbullar, mit Kaffee und Pommes um als mit Onlinegeschäften: In Deutschland lag der Restaurantumsatz der 46 Ikea-Märkte 2012 bei knapp 179 Millionen Euro. Die Umsätze über den Onlineshop brachten trotz eines Plus von 37 Prozent rund 73 Millionen Euro.

  • Märkte

    Deutschland ist der größte Einzelmarkt von Ikea mit 46 Märkten. 2013 sollen zwei weitere dazukommen, in Hamburg und Lübeck.

  • Mitarbeiter

    Ikea beschäftigt weltweit 139.000 Menschen, davon mehr als 15.000 in Deutschland. Die Deutschlandzentrale ist in Hofheim-Wallau in Hessen.

  • Kunden

    Rechnerisch war jeder Bundesbürger 2012 mindestens einmal bei dem Möbelhändler: Rund 101 Millionen Menschen besuchten die Märkte. Der Durchschnittseinkauf lag bei 80 Euro.

  • Kataloge

    212 Millionen Kataloge hat Ikea im vergangenen Jahr drucken lassen. Sie erschienen nach Firmenangaben in 29 Sprachen und 62 verschiedenen Ausgaben. Aufregung erregte die saudi-arabische Fassung, weil für das streng islamische Land alle Frauen auf den Bildern wegretuschiert wurden. In den vergangenen Jahren hat sich der Katalog gewandelt. Weil viele Kunden ihre Möbelkäufe im Internet vorbereiten, sind viele technische Angaben zu den Waren ins Netz abgewandert. dpa/dapd

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