23.01.13

Kursturbulenzen

BaFin untersucht Gerüchte über Rücktritt von Bundesbank-Chef

Gerüchte über einen angeblichen Rücktritt von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann rufen die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan.

Foto: REUTERS

Marktbewegende Gerüchte über einen angeblichen Rücktritt von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann rufen die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan
Marktbewegende Gerüchte über einen angeblichen Rücktritt von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann rufen die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan

An der Börse brodelte die Gerüchteküche. "Es herrscht sehr viel Nervosität am Markt, weil keiner wirklich weiß, was eigentlich los ist", fasste es am Dienstag ein Händler in Frankfurt zusammen.

Zuvor hatten Spekulationen unter anderem über einen angeblichen Rücktritt von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Dax binnen Minuten um bis zu 1,5 Prozent nach unten gedrückt. Ein Sprecher der Bundesbank bezeichnete das Gerücht um Weidmann als "kompletten Blödsinn".

Wie "Spiegel online" berichtet, sollen die Gerüchte um den Weidmann-Rücktritt nach Erkenntnissen der Bundesbank in dem Twitter-Account russian_market aufgetaucht sein. Dabei handele es sich um einen Dienst für Finanznachrichten, der rund 37.000 Follower bedient.

Ebenfalls möglich sei, so "Spiegel online", dass jemand versucht habe, sich an der Anlegerpanik zu bereichern. "Das könnte auch eine gezielte Marktmanipulation sein" , zitiert das Portal einen Sprecher der Bank. Russian Market hat sich bislang nicht geäußert, woher das Gerücht stammt. Das Dementi der Bank allerdings wurde ebenfalls verbreitet.

Die Finanzaufsicht BaFin untersucht die Gerüchte über einen Rücktritt von Weidmann. "Wir schauen uns das an vor dem Hintergrund der Marktmanipulation", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Dienstag. Das sei in solchen Fällen Routine.

Die Spekulationen über einen Rücktritt Weidmanns hatten am Dienstag den Euro absacken lassen. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise unter die Marke von 1,33 US-Dollar auf ein Tagestief von 1,3266 Dollar.

Die Kurse erholten sich zwar rasch wieder. Spekulanten könnten Kurssprünge jedoch genutzt haben, um Papiere gewinnbringend zu kaufen oder zu verkaufen.

Wegen seines Widerstandes gegen die Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) war bereits im vergangenen Sommer über einen Rücktritt Weidmanns spekuliert worden. Der ehemalige Berater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte einen solchen Schritt auch öffentlich immer wieder ausgeschlossen und betont, er sei im EZB-Rat keineswegs isoliert.

Quelle: rtr/AFP/dpa/sei
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