22.01.13

Luftfahrtkonzern

EADS-Chef will Europäern mit Jobs danken

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS verdankt sein Wachstum der Zusammenarbeit Europas. Nun soll er sich nach dem Willen von Konzernchef Tom Enders dafür bedanken: mit Jobs für junge Leute.

EADS-Chef Tom Enders hat eine Offensive bei der Qualifizierung und Entwicklung junger Mitarbeiter angekündigt. "Europa wurde gebaut auf dem Versprechen von Kooperation und Wohlstand", sagte der Vorstandsvorsitzende des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns. Das habe dem Unternehmen sehr genutzt. "Nun hat EADS eine Chance, Europa mit Jobs, Wachstum und Sicherheit zu helfen."

Investitionen in Produktion und Entwicklung seien für EADS lebensnotwendig, sagte Enders. Dies müsse auch unabhängig von ökonomischen Rückschlägen erledigt werden.

Auch nach Lösung des Finanzstreits in den USA und Abwendung eines Zusammenbruchs des Euro-Raumes sei man auf beiden Seiten des Atlantiks noch weit entfernt von sicherem Grund. Hinzu käme die politische Unsicherheit in viele Teilen der Erde.

"Nicht akzeptable Arbeitslosenraten"

Junge Leute müssten begeistert werden für die Möglichkeiten neuer industrieller und wirtschaftlicher Horizonte. Sie sollten den Schlüssel in der Hand haben für ökonomischen Wandel und ein stärkeres, vereintes Europa. "In der Realität erleben zu viele von ihnen Enttäuschungen." Als Beispiel nannte der Konzernchef "nicht akzeptable Arbeitslosenraten" bei Jugendlichen von teils mehr als 50 Prozent.

EADS entwickele derzeit Strategien, was der Konzern in diesem Bereich tun könne. "Wir können nur wenig machen", räumte Enders ein, "aber wir können etwas machen, um gegen die Arbeitslosenrate zu kämpfen, besonders in solchen Ländern", sagte er mit Blick auf Spanien und Frankreich. "Es wird keine anhaltende Innovation geben ohne einen motivierten ausgebildeten Pool von jungen Talenten", warnte der Konzernchef.

Globalisierung schafft Jobs

EADS habe in den vergangenen fünf Jahren 40.000 Leute durch neue Jobs und Wiederbesetzungen eingestellt. "Wir haben internationales Wachstum genutzt, um unsere Wurzeln in Europa zu verstärken." Neue Produktionsstätten in China, Indien, Brasilien und den USA stützten eben auch Mitarbeiter in Europa.

Globalisierung schaffe Arbeitsplätze in Europa. Dies gebe große Möglichkeiten für hart arbeitende, talentierte junge Leute. Enders fügte hinzu: "In Zeiten der Krise können wir da noch mehr machen."

Enders fordert Reformen

Die Geschichte habe gezeigt, dass bei einer Entscheidung für Zusammenarbeit dies niemand besser könne als Deutschland und Frankreich. Dabei gehe es nicht um die Zukunft der EU oder der transatlantischen Partnerschaft. "Es geht darum abzustecken, wo wir Europa in der neuen Welt sehen."

Notwendig sei nun, gemeinsam die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Enders mahnte dafür Reformen nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland an. Bei Einwanderung und Energie sei eine gemeinsam Politik genauso notwendig wie bei Forschung, Entwicklung und Erziehung.

"Das braucht jeweils eine Generation, aber wir haben keine Zeit mehr dafür", sagte Enders. EADS werde nun entsprechende Gespräche mit Einzelregierungen und Europäischer Union führen.

Quelle: dpa/cat
Quelle: Reuters
03.01.13 1:18 min.
Deutschlands Arbeitsmarkt hat 2012 sein bestes Jahr seit dem Wiedervereinigungsboom erlebt. Zum Jahresende hat die europaweit schwächelnde Konjunktur jedoch auch hier ihre Spuren hinterlassen.
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Jugendarbeitslosigkeit in Europa
  • Krisenländer

    In den krisengeschüttelten Ländern Südeuropas hat die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen Rekordausmaße erreicht. So ist nach Zahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat mehr als jeder Zweite unter 25 Jahren in Griechenland ohne Job (57 Prozent im August), ebenso in Spanien (55,9 Prozent im Oktober). In Portugal (39,1 Prozent) und Italien (36,5 Prozent) hatte im Oktober jeder Dritte in dieser Altersgruppe keine Arbeit.

  • EU-Quote

    Seit Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die Situation erheblich verschlechtert. Während die Quote im Herbst 2008 bei 15 Prozent lag, ist derzeit in ganz Europa mehr als ein Fünftel (23,4 Prozent) der Jungen arbeitslos.

  • Stabile Länder

    Am besten ist die Lage in Deutschland mit einer Jugend-Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent, in Österreich mit 8,5 Prozent und in den Niederlanden mit 9,8 Prozent. Diese Länder kommen bisher ohne gravierende Jobverluste durch die Krise.

  • Vergleichsmaßstab

    Arbeitslose Jugendliche machen sich übrigens in der Statistik stärker bemerkbar als Erwachsene, weil die Erwerbsbevölkerung dieser Gruppe kleiner ist – ein Teil der jungen Erwachsenen studiert und bleibt bei der Rechnung außen vor. Das sorgt für eine höhere Quote. Zum Vergleich: Bei den Erwachsenen ist in den 27 EU-Ländern etwas mehr als jeder Zehnte arbeitslos (10,7 Prozent). dpa

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