21.01.13

Inflationsdruck

Realeinkommen in Deutschland steigen nur minimal

Im Jahr 2011 hatte die Inflation die Lohnsteigerungen noch vollständig aufgefressen. Im vergangenen Jahr gab es laut aktueller Studie wieder ein Tarifplus – allerdings nur ein sehr geringes.

Quelle: dapd
08.01.13 1:11 min.
Aktuellen Konjunkturdaten zufolge wird die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal sinken. Deutsche Unternehmen haben im November weniger Aufträge erzielt als zuvor prognostiziert.

Die Realeinkommen in Deutschland sind 2012 im Gegensatz zum Vorjahr wieder gestiegen. Tariflöhne und -gehälter erhöhten sich trotz Inflation um durchschnittlich 0,7 Prozent, wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mitteilte.

Alle Abschlüsse auf eine Laufzeit von einem Jahr umgerechnet und die länger laufenden Tarife aus dem Vorjahr eingerechnet, ergebe sich für 2012 ein Tarifanstieg um durchschnittlich 2,7 Prozent.

Inflation frisst Tarifplus fast auf

Da sich die Verbraucherpreise 2012 um 2,0 Prozent erhöhten, bleibt unterm Strich ein realer Anstieg der Löhne und Gehälter um 0,7 Prozent, wie die Stiftung weiter mitteilte. 2011 hatte die hohe Inflation die Lohn- und Gehaltssteigerungen noch komplett aufgefressen.

Bei den Effektivlöhnen, die auch für nicht tarifgebundene Arbeitnehmer gelten und die tatsächlichen Einkommen beziffern, gab es ein ähnliches Plus von 2,6 Prozent. Preisbereinigt blieben hier 0,6 Prozent übrig.

Verhandlungen in wichtigen Branchen

Im vergangenen Jahr lagen die Tarifabschlüsse erneut über denen des Vorjahres. Die vereinbarten Tarifsteigerungen beliefen sich im Schnitt auf 3,9 Prozent (2011: 3,0 Prozent).

Insgesamt schlossen die DGB-Gewerkschaften im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarifverträge für gut 8,9 Millionen Beschäftigte ab. Für weitere 8,6 Millionen Beschäftigte traten im Jahr 2012 Erhöhungen in Kraft, die bereits 2011 oder früher vereinbart worden waren.

In der laufenden Tarifrunde stehen 2013 wieder Verhandlungen in Schlüsselbereichen an wie in der Metall- und Elektroindustrie, am Bau und im öffentlichen Dienst der Länder. Die bisherigen Tarifforderungen der Gewerkschaften bewegen sich zwischen 5,0 und 6,5 Prozent.

Gegenwind für deutsche Wirtschaft

Konjunkturell bläst der Wirtschaft auch in diesem Jahr Gegenwind ins Gesicht. Nach einem Wachstum von 0,7 Prozent im vorigen Jahr geht etwa die Bundesregierung für 2013 nur noch von einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,4 Prozent aus. Allerdings dürfte es nach dem schwachen Winterhalbjahr ab Jahresmitte bergauf gehen.

"Vor diesem Hintergrund und angesichts des krisenhaften Umfeldes in vielen europäischen Ländern kommt einer dauerhaften Stärkung der Binnennachfrage gerade in Deutschland aktuell eine besondere Bedeutung zu", sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck. "Die Tarifpolitik kann dazu einen aktiven Beitrag leisten."

Quelle: Reuters/AFP/cat
Foto: Infografik Die Welt

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