20.01.2013, 11:03

Megaupload Kim Dotcom fordert mit "Mega"-Portal US-Justiz heraus


Kim Dotcom stellte am Sonntag seinen neuen Dienst Mega vor

Foto: Fiona Goodall / Getty Images

Kim Dotcom stellte am Sonntag seinen neuen Dienst Mega vor Foto: Fiona Goodall / Getty Images

Ein Jahr ist es her, dass die Polizei „Megaupload“-Gründer Kim Dotcom festnahm. Jetzt meldet sich der Unternehmer mit „Mega“ zurück.

Ein Jahr nach der Razzia auf seinem Anwesen in Neuseeland hat der umstrittene Internetunternehmer Kim Dotcom eine neue Daten-Plattform im Internet gestartet. Nach seinen Angaben registrierte die Seite Mega am Sonntag innerhalb von 14 Stunden eine halbe Million Nutzer.

Der gebürtige Kieler startete seinen neuen Dienst als Nachfolger der populären Plattform Megaupload, die die US-Behörden unter dem Vorwurf massiver Urheberrechtsverletzungen vor einem Jahr aus dem Netz genommen hatten. "Wir bieten einen smarteren, schnelleren und sichereren Weg, um Inhalte in der Internet-Cloud zu speichern", sagte Dotcom bei einer Party auf seinem Anwesen in Coatesville nördlich von Auckland in Neuseeland.

Dotcom – der in Deutschland unter seinem ursprünglichen Namen Kim Schmitz bekannt geworden war – kam in Neuseeland nach der Razzia für mehrere Wochen in Untersuchungshaft. Die Entscheidung über seine Auslieferung an die USA zieht sich hin, auch wegen rechtlicher Fehler der neuseeländischen Behörden.

Neue Plattform soll legal und rechtlich abgesichert sein

Dotcom will seine neue Daten-Plattform schwerer angreifbar machen. Der Dienst Mega werde seinen Nutzern Verschlüsselung "auf militärischem Niveau" bieten, kündigte Dotcom an. Die neue Daten-Plattform sei legal und rechtlich abgesichert, wofür "eine Armee von IT-Anwälten" gesorgt habe. Zudem soll jeder Nutzer vom Start weg 50 Gigabyte (GB) Speicher bekommen.

Außer dem Nutzer könne niemand sehen, was hochgeladen wird, auch Behörden und Mega-Mitarbeiter nicht. Der Nutzer kann allerdings Freunden und Bekannten Zugang verschaffen. Die Server stehen in mehreren Ländern, aber nicht in den USA – wie damals die Megaupload-Server. Die Verschlüsselung schützt nicht nur die Daten der Nutzer vor fremden Augen, sondern letztlich auch Mega vor Verantwortung für die Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen. Dotcom betont aber, darum gehe es nicht: "Die Verschlüsselung ist nicht ein Mäntelchen, hinter dem wir uns verstecken, um legal zu sein." Ihm liege der Schutz der Privatsphäre am Herzen.

Bei Megaupload konnte man alle Arten von Dateien hochladen und über einen Internet-Link ohne Verschlüsselung allen zugänglich machen. Laut der US-Anklage gegen Dotcom und mehrere seiner Mitstreiter wurden so auch Zugänge zu illegal kopierten Filmen und Musik verteilt – zum Beispiel auch über die dichtgemachte Plattform kino.to in Deutschland. Inhabern von Urheberrechten sei so ein Schaden von rund 500 Millionen Dollar entstanden. Megaupload habe daran mehr als 175 Millionen Dollar verdient.

Dotcom gibt sich kämpferisch: "Wir haben nichts Illegales getan. Wir werden das vor Gericht beweisen. Es sollte keine Auslieferung geben." Für den Fall einer Auslieferung sei er dennoch gewappnet: "Wenn ich diesen Kampf in den USA weiterführen muss, werde ich es tun."

(dpa/alu)
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