18.01.13

Gebühr bei Shell

ADAC rät zu kostenlosem Reifenluftdruckmessen

Der Mineralölkonzern verlangt ab dem 21. Januar an 120 deutschen Tankstellen für das Korrigieren des Reifenluftdrucks Geld. Noch ist es ein Pilotprojekt. Zum Einsatz kommen neue Digitalgeräte.

Von Nina Dinkelmeyer
Foto: picture alliance / dpa

An 120 Shell Tankstellen muss man bald für das Zapfen von Luft zahlen
An 120 Shell Tankstellen muss man bald für das Zapfen von Luft zahlen

Einen Euro für fünf Minuten Luft: Das müssen Autofahrer jetzt an immer mehr Shell-Tankstellen bezahlen. Ab dem 21. Januar weitet der Mineralölkonzern sein Pilotprojekt, bei dem Kunden für Korrekturen des Luftdrucks am Fahrzeug zahlen müssen, auf 120 Tankstellen aus – hauptsächlich in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

"Es kostet aber weiterhin nichts, den Luftdruck zu prüfen", heißt es aus der Pressestelle von Shell. Überhaupt: Noch sei alles ja zunächst nur ein Projekt. Eine Liste der konkreten Tankstellen, die über Automaten verfügen, für deren Benutzung man ab dem 21. Januar Geld zahlen muss, gebe es noch nicht.

Auch eine Entscheidung über einen flächendeckenden Einsatz der kostenpflichtigen Geräte sei noch nicht getroffen worden. "In Abhängigkeit von den weiteren Ergebnissen wird eine Entscheidung hierüber nicht vor Mitte des Jahres fallen", heißt es aus der Pressestelle.

Shell rechtfertigt die Einführung des "Luftdruck-Euros" auch damit, dass an den betroffenen 120 Test-Tankstellen neue Digitalgeräte zum Einsatz kommen werden. Während analoge, tragbare Reifendruckprüfgeräte laut Shell häufig mechanischen Belastungen unterliegen, stark diebstahlgefährdet und auch häufig Vandalismus ausgesetzt sind, seien die digitalen Automaten robust, fest installiert und arbeiteten zudem 100 Prozent genau – auch im Winter.

Auch herkömmliche Anlagen haben sich bewährt

Die Kunden würden vor allem die einfache Handhabung und Sauberkeit der Geräte schätzen. Das Pilotprojekt war zunächst an rund 20 Shell-Stationen in Nordrhein-Westfalen gestartet. Auch in England und den Niederlanden hat man bereits positive Erfahrungen mit dieser neuen Regelung gemacht, heißt es bei Shell.

Beim Automobilclub ADAC sieht man die großen Vorteile dieser neuen Technik so nicht. "Auch die herkömmlichen Anlagen haben sich jahrelang bewährt", sagte der Technik-Redakteur Christian Buric. Er rät Autofahrern, die für das Zapfen von Luft kein Geld zahlen wollen, auf die kostenlose Variante auszuweichen. "Es gibt im Bundesgebiet noch genug Tankstellen, bei denen man für das Korrigieren des Luftdrucks kein Geld zahlen muss."

Noch könne man nicht voraussagen, ob sich der "Luftdruck-Euro" durchsetze. Generell sei das Prüfen und Korrigieren des Luftdrucks aber sehr wichtig. "Wir empfehlen, den Luftdruck regelmäßig zu überprüfen – im besten Fall alle 14 bis 20 Tage", sagte Buric. Laut Shell machen die Autofahrer das aber "maximal drei Mal pro Jahr" – nach dem Wechseln von Sommer- auf Winterbereifung und umgekehrt sowie vor Antritt einer längeren Urlaubsfahrt.

Aral zieht nicht nach

Neu ist das Geschäft mit dem Luftdruck nicht. Die amerikanische Kette Gulf etwa hat an ihren Tankstellen in Deutschland ebenfalls Luftdruckautomaten aufgestellt, bei denen fünf Minuten Reifenluft einen Euro kosten.

Beim Mineralölkonzern Aral will man hingegen nicht nachziehen. "Das Messen und das Auffüllen von Luftdruck ist ein sicherheitsrelevanter Service. Der soll auch in Zukunft für unsere Kunden kostenlos bleiben", sagte der Pressesprecher Detlef Brandenburg. Auch bei einigen Aral-Tankstellen könne man die neuen, digitalen Automaten benutzen – ohne dafür etwas zu zahlen.

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