17.01.13

Top Ten

Hupen zwecklos – Die zehn besten Roboter-Autos

Von der "Spirit of Berlin" bis zum Google-Kamerawagen: Roboter-Autos sind die neuen Stars der Szene. Audi und Toyota mischen schon mit. Es ist ein Milliardengeschäft.

Foto: Google

Platz zehn: Mit seinem Roboterauto-Projekt hat Google weltweites Aufsehen erregt. Noch vor Autoherstellern erhielt der US-Konzern erstmalig weltweit eine Lizenz zum Alltagsbetrieb seines „driverless“ (fahrerlosen) Prius in Nevada. Inzwischen sollen dort mehr als zehn Autos vom Typ Toyota Prius und des nahezu baugleichen Lexus 450h ihre Runden drehen.

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Nevadas Autofahrer können sich das Hupen langsam abgewöhnen: Seit einigen Monaten ist im US-Staat eine nicht genau bezifferte, jedoch wachsende Zahl an Autos unterwegs, die auf akustische Signale nicht reagieren. Dafür sehen sie umso mehr: Es sind Roboter-Autos, die seit März 2012 erstmals weltweit offiziell auf den dortigen Straßen erprobt werden dürfen.

Den Anfang machte Google mit einer Reihe aufgerüsteter Toyota Prius und Lexus 450h, inzwischen sind auch Audi, Toyota und der Zulieferer Continental im Wüstenstaat aktiv. Eine Frage der Zeit, bis Daimler und andere Hersteller folgen, die ebenfalls emsig an den ersten wirklichen Auto-Mobilen tüfteln – der staubige Westen der USA ist dabei, sich zum Mekka des autonomen Fahrens zu entwickeln. Und deutsche Autobauer sind ganz vorn dabei.

Angefangen hat alles mit einem Tempomat

Die Roboter greifen nach dem Steuer: Der Zeitpunkt, zu dem künstliche Gehirne das Auto komplett in ihre Gewalt gebracht haben werden, ist bereits absehbar. Selbstfahrende Autos – noch vor 20 Jahren schien das pure Science-Fiction. Zu komplex schienen die Anforderungen an ein System, zu gering schien die Leistung der zur Verfügung stehenden Technik. Doch schon kurz darauf mehrten sich die Zeichen, dass die Autoentwicklung auf diesen Zustand zugeht.

Und zwar Schritt für Schritt: Jeder elektronische Assistent, der das Steuern komfortabler und sicherer macht, ist ein kleiner Griff ins Lenkrad. Angefangen 1998 mit dem adaptiven Tempomat Distronic von Mercedes, der per Radarsignal den Abstand zum Vordermann misst und notfalls sanft abbremst, über den Spurhalte-Assistenten Lane Assist von Volkswagen, der seit 2008 im Passat bei vermeintlich ungewolltem Spurwechsel nicht nur warnt, sondern notfalls auch gegenlenkt, bis zur automatischen Fußgängererkennung von Volvo, die seit 2010 in nach und nach in vielen Modellen Einzug gehalten hat.

Assistenzsysteme ersetzen Menschen

Regelmäßig geht hier die Elektronik ans Werk, wenn der Mensch überfordert ist. Mit Hilfe von Video-, Radar- und Laser-Augen beobachtet das Auto selbsttätig die Umgebung, verarbeitet jede Wahrnehmung und gleicht sie mit gespeicherten Szenarios ab. Wird eine nahende Gefahr registriert, reagiert die Elektronik durch einen Alarm, Gegenlenken oder Bremsen. Jeder dieser Assistenten für sich ist höchst unvollkommen – in der Kombination dagegen machen sie das Unmögliche möglich: Sie ersetzen den Menschen.

2004 rief die US Militärforschung erstmals zu einem skurrilen Wettbewerb auf: Weltweit wurden Teilnehmer für die "DARPA Grand Challenge", einer Rallye für Roboter-Autos gesucht. Die Aufgabe: eine zuvor definierte Strecke von 132 Meilen (rund 212 km) quer durch die kalifornische Wüste selbsttätig abfahren. Keiner der 25 Kandidaten kam an.

Ein Jahr später klappte es schon besser. Vier von 23 Roboter-Autos erreichten das Ziel – ganz vorn ein VW Touareg der Stanford University, der immerhin ein Durchschnittstempo von 30 km/h erreichte.

In sieben Jahren Roboter-Autos störungsfrei

Im Jahr 2007 wurde der Wettbewerb zur "DARPA Urban Challenge": Nun hatten die US-Militärs eine ganze Stadtkulisse in die Wüste gestellt, mit Verkehrsschildern, Hindernissen und anderen Fallen. 100 km Stadtfahrt waren zu bewältigen. Es geht von Jahr zu Jahr unaufhaltsam vorwärts – so spiegelt auch die inoffizielle Olympiade der Roboter-Autos den Fortschritt des autonomen Fahrens wider.

Experten halten es für möglich, dass schon in knapp sieben Jahren Roboter-Autos störungsfrei unterwegs sein werden. Selbst der französisch-japanische Hersteller Renault-Nissan, von dem bisher nichts derartiges zu sehen war, will in diesem Markt mitmischen: "Zweifellos arbeiten wir mit aller Kraft daran", sagte Vorstandschef Carlos Ghosn auf der Automesse NAIAS Detroit 2013. Er fügte hinzu: "Das ist keine Star-Wars-Technologie."

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