17.01.2013, 07:29

Jürgen Fitschen Deutsche-Bank-Chef – Keine Entwarnung bei Euro-Krise


Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen ist auch für die USA noch optimistisch

Foto: Emily Wabitsch / dpa

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen ist auch für die USA noch optimistisch Foto: Emily Wabitsch / dpa

Hatten im Vorjahr viele auf einen Crash der Euro-Zone gewettet, so „lagen sie doch fürchterlich daneben“, sagt Deutsche-Bank-Chef Fitschen. Für eine Rückkehr zur Normalität sei es aber zu früh.

Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, hat davor gewarnt, die Euro-Staatsschuldenkrise bereits als überwunden zu betrachten. Auf einem Neujahresempfang seines Instituts in Berlin wertete er es aber als Erfolg, dass alle die, die im letzten Jahr bereits ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone erwarteten, sich geirrt hätten. "Sie alle lagen fürchterlich daneben", sagte Fitschen. "Es ist nichts davon eingetreten."

Andererseits sollte man nun nicht bereits eine Rückkehr zur Normalität in diesem Jahr erwarten. "Ich glaube, das ist einigermaßen verfrüht". Was Hoffnung mache, sei, dass ein Kurs eingeleitet sei, der eine Abkehr von der Überschuldungspolitik bedeute. Dabei müsse man Respekt gegenüber dem haben, was in Krisenländern wie Griechenland an Veränderungen umgesetzt worden sei.

USA werden ihre Probleme meistern

Fitschen zeigte sich auch überzeugt, dass die USA es als größte Volkswirtschaft in der Welt letztlich schaffen wird, ihr Problem mit der Schuldenobergrenze zu meistern. Der Ablauf mache allerdings nicht sehr viel Mut.

Der Manager ging zudem kurz noch einmal auf seinen umstrittenen Anruf beim hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ein, in dem er gegen die drakonische Razzia von 500 Polizisten im Frankfurter Sitz der Bank protestiert hatte.

Dass ihm deshalb der Vorwurf gemacht worden sei, Macht über das Recht setzen zu wollen, habe ihn geärgert. "Das war zu keinem Zeitpunkt meine Absicht", stellte er klar und forderte, solche Debatten mit weniger Heftigkeit zu führen.

(Reuters/dma)
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