16.01.13

Weltwirtschaft

Weltbank warnt vor Rezession in der Euro-Zone

Auch wenn die schlimmsten Turbulenzen an den Finanzmärkten erst einmal überstanden sind, gibt die Weltbank noch keine Entwarnung für die Euro-Zone. Die Wachstumsaussichten seien weiter nicht rosig.

Foto: dpa

Weltbankpräsident Jim Yong Kim schaut mit Sorge in die Zukunft der Weltwirtschaft
Weltbankpräsident Jim Yong Kim schaut mit Sorge in die Zukunft der Weltwirtschaft

Die Weltbank warnt davor, dass die Euro-Zone in diesem Jahr wohl in der Rezession verharren werde: "Auch vier Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise bleibt die Weltwirtschaft verletzlich, und das Wachstum in den reichen Volkswirtschaften ist schwach", schreiben die Autoren der diesjährigen Ausgabe der Untersuchung "Global Economic Prospects".

Die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone soll demnach nach einem erwarteten Rückgang von 0,4 Prozent im Jahr 2012 in diesem Jahr erneut um 0,1 Prozent sinken und damit in einer hartnäckigen Rezession verharren. "Die Wirtschaft in der Euro-Zone scheint sich im vierten Quartal wieder abgeschwächt zu haben", schreiben die Autoren. Verantwortlich dafür sei möglicherweise eine schwächere Nachfrage nach Investitionsgütern aus den USA und Japan. Erst im kommenden Jahr rechnen die Ökonomen wieder mit einem stärkeren Wachstum von 0,9 Prozent in dem Währungsraum.

"Die wirtschaftliche Erholung bleibt schwach und unsicher", sagte Weltbankpräsident Jim Yong Kim. "Das verdüstert die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und die Rückkehr zu einem robusteren Wirtschaftswachstum." Die Ökonomen aus Washington haben deshalb auch andere Prognosen nach unten korrigiert: Die Weltwirtschaft dürfte demnach in diesem Jahr um magere 2,4 Prozent wachsen.

Vor allem die Entwicklungsländer leiden

Danach soll sich das globale Wachstum allerdings beschleunigen: auf 3,1 Prozent im kommenden Jahr und auf 3,5 Prozent im Jahr 2015. Im zurückliegenden Jahr 2012 dürfte die Weltwirtschaft um 2,3 Prozent gewachsen sein; ursprünglich hatten die Ökonomen der Weltbank mit eine leicht höheren Zuwachs von 2,5 Prozent gerechnet. Die wohlhabenden Volkswirtschaften sollen gar nur noch um 1,3 Prozent wachsen und erst 2014 um kräftigere zwei Prozent.

Die schwache Entwicklung der Weltwirtschaft treffe vor allem die Schwellen- und Entwicklungsländer, schreiben die Autoren des Berichts. Sie hätten im vergangenen Jahr eine der schwächsten Wachstumsraten des vergangenen Jahrzehnts verzeichnet.

Die Schwellen- und Entwicklungsländer müssten sich darauf einrichten, dass es auch in den kommenden Jahren keine Garantie für stärkeres Wachstum gebe. Nötig sei deshalb, dass die betroffenen Länder ihre Volkswirtschaften weiter reformieren, das gelte besonders für den Bildungssektor.

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