09.01.13

Wegen Rettungsaktion

AIG wird doch nicht gegen US-Regierung klagen

Der öffentliche Druck auf den mit Steuermilliarden geretteten US-Versicherungskonzern AIG scheint gewirkt zu haben: Der Verwaltungsrat lehnte es ab, sich einer Schadenersatzklage anzuschließen.

Foto: REUTERS

Verklagt seinen Retter, die US-Regierung, nun doch nicht: Versicherungsriese AIG
Verklagt seinen Retter, die US-Regierung, nun doch nicht: Versicherungsriese AIG

Der in der Finanzkrise vom Staat gerettete US-Versicherungskonzern AIG wird nicht gegen die Regierung klagen. Nach einem Aufschrei in der Öffentlichkeit und Politik gab AIG am Mittwoch bekannt, eine Beteiligung an einer Schadenersatzklage über 25 Milliarden Dollar des früheren Konzern-Chefs Hank Greenberg nicht mehr in Betracht zu ziehen.

Das Board sei mit der Prüfung der Klage seinen Pflichten nachgekommen, teilte der Konzern mit. AIG werde das Anliegen von Greenberg nicht weiter verfolgen, noch dürfe seine Holdingfirma Starr im Namen von AIG handeln.

"Amerika hat in 62.000 AIG-Angestelle investiert und wir haben unser Versprechen gehalten, dieses großartige Unternehmen wieder aufzubauen, jeden Dollar, den Amerika in uns investiert hat, zurückzuzahlen und für diejenigen Gewinn zu erwirtschaften, die an uns geglaubt haben", sagte Verwaltungsratschef Steve Miller.

Starr International hielt zwölf Prozent der Anteile

Starr International hielt vor dem bevorstehenden Kollaps von AIG zwölf Prozent der Anteile. Greenberg wirft der New Yorker Notenbank vor, mit dem AIG-Hilfspaket die Wall-Street-Banken auf Kosten der AIG-Aktionäre gerettet und dafür überzogene Zinsen verlangt zu haben.

Der Rettungseinsatz im Jahr 2008 war mit 182 Milliarden Dollar der größte in der US-Wirtschaftsgeschichte. Er hat sich mittlerweile für den Staat ausgezahlt. Der Rückzug aus dem verstaatlichten ehemaligen größten Versicherungskonzern spülte einen Gewinn in die Staatskassen.

Die Überlegungen von AIG, sich an der Klage zu beteiligen, wurden in Öffentlichkeit und Politik scharf kritisiert. So setzte der Komödiant Andy Borowitz einen Brief des Versicherers auf, indem die Steuerzahler um mehr Geld gebeten wurden, um für die Prozesskosten aufzukommen. Auch auf Twitter machten viele Amerikaner ihrem Ärger Luft. Topsy Analytic zufolge wurde AIG am Dienstag 50mal mehr genannt als sonst.

Quelle: rtr/fp
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Landtagswahlen Jetzt geben die Kandidaten ihre Stimme ab
Landtagswahlen Kommt die erste von Linken geführte Regierung?
Australien Mädchen wird aus Karussell geschleudert und stirbt
Hochwasser-Opfer Pakistan - Massenhafte Evakuierung mit Helikoptern
Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. DeutschlandCSU-General Scheuer"Die AfD ist eine Partei von gestern"
  2. 2. DeutschlandWahltickerKonservative in der Union entfachen neue AfD-Debatte
  3. 3. DeutschlandLandtagswahlenBerauschte AfD setzt rasanten Aufstieg fort
  4. 4. Hamburg und Schleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinKieler Bildungsministerin Wende tritt zurück
  5. 5. WirtschaftReform-Unwillen"EU muss mit Frankreich ganz, ganz hart sein"
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Hochzeit in Wien

"Spatzi" und "Mörtel" haben geheiratet

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote