09.01.13

Spielekonsole

Sony spart bei der neuen Playstation 3 Slim

Sony überrascht mit einer neuen Version der PS3 Slim. Wie seine Vorgänger eignet sich die Konsole auch als Blu-ray-Spieler. Die Bild- und Tonqualität überzeugen – es wurde aber auch gespart.

Foto: Audio Video Foto Bild

Neue PS3 Slim: Der Schiebemechanismus verkantet sich gelegentlich. Grund: Die Führung der Abdeckung hat etwa zwei bis drei Millimeter Spiel
Neue PS3 Slim: Der Schiebemechanismus verkantet sich gelegentlich. Grund: Die Führung der Abdeckung hat etwa zwei bis drei Millimeter Spiel

Als die Blu-ray-Disc vor fünf Jahren auf den Markt kam, galt die Playstation 3 als bester Blu-ray-Player. Während reine Film-Abspieler mit trägen Menüs und langen Wartezeiten nervten, begeisterte die PS3 mit ihrer Top-Rechenleistung auch Nicht-Spieler – und war sogar günstiger als damalige Blu-ray-Player. Nun kommt die dritte PS3-Version – wie der Vorgänger eine "Slim".

Die auffälligste Neuerung: Film- und Spielefans müssen ihre Blu-ray-Discs und DVDs jetzt unter einem Schiebedeckel direkt ins Laufwerk friemeln, den Disc-Einzug hat Sony eingespart. Die Plastikabdeckung ist lieblos gestaltet, und beim Öffnen und Schließen klemmt sie gelegentlich.

Auch sonst wirkt die dritte Version der PS nicht gerade edel: Die Neue ist deutlich abgemagert und wiegt rund ein Drittel weniger als das Vorgängermodell. Das Kunststoffgehäuse ist weich, und der Ein-/Aus-Schalter wackelt.

Uralt-Kabel

Für den Anschluss eines Fernsehers liegen im Paket der neuen Slim nur ein altmodisches S-Video-Kabel und ein Scart-Adapter – peinlich! In HD-Qualität kommen Blu-ray-Filme und Spiele schließlich nur über den HDMI-Ausgang auf den Schirm. Und ein dafür geeignetes Kabel kostet gerade mal 5 Euro.

Auch eine ausführliche Anleitung sucht man vergeblich im Karton. Immerhin verrät die Kurzanleitung alle für die Erstinstallation wichtigen Schritte. Weitere Infos gibt's im Internet.

Nach dem Start der PS3 und der ersten Internetverbindung zeigt sich: Auf der Konsole läuft die veraltete Betriebssystem-Version 4.21. Die Installation der neuesten Version (zum Testzeitpunkt 4.31) klappt allerdings problemlos: Bei einer ordentlichen Online-Verbindung ist sie in zehn Minuten erledigt.

Stromverbrauch runter, Lautstärke rauf

Hoher Stromverbrauch, lauter Lüfter: Das waren die größten Kritikpunkte an der PS3-Urversion von 2006. Die verschlankte zweite Generation brachte bessere Werte: Sie kam mit etwas über 100 Watt aus. Jetzt hat Sony den Verbrauch noch einmal gesenkt: Die aktuelle PS3 nimmt maximal 81 Watt auf -–bei Blu-ray-Wiedergabe sind's 65 (gegenüber 83 Watt bei der Vor- und strammen 160 Watt bei der Urversion).

Zum Vergleich: Aktuelle Blu-ray-Player kommen mit 5 bis 10 Watt aus – pro Stunde bedeutet das knapp 2 Cent Stromkosten weniger.

Verschlechtert haben sich dagegen die Lärmwerte: Die bisherige PS3 war nur wenig lauter als gute Blu-ray-Player, das aktuelle Modell nervt dagegen mit deutlich hörbaren Geräuschen. Schon ohne laufende Disc flötet die PS3 Slim vernehmlich vor sich hin, mit eingelegter Scheibe kommt das Rauschen des Laufwerks hinzu. Das stört in ruhigen Film- oder Spielszenen, wenn man nicht mindestens fünf Meter entfernt sitzt.

Unverändertes Gamepad

Zum Steuern der PS3 dient der mitgelieferte Dual-Shock-3-Controller. Der ist identisch mit dem der vorigen PS3 Slim: Dank Lagesensoren registriert er Bewegungen in sechs Achsen und erfasst über den eingebauten Beschleunigungssensor die Stärke der Richtungsänderungen.

Das japanische Unternehmen hat hier nichts verändert, daran gibt es aber nichts auszusetzen: Schließlich sind Verarbeitungsqualität und Handhabung des Original-Gamepads immer noch das Maß aller Dinge bei den derzeit erhältlichen Playstation-3-Controllern.

Nur beim Steuern der Film-Wiedergabe ist der Controller etwas gewöhnungsbedürftig. Wer hier eine Alternative sucht, hat zwei Möglichkeiten: Für rund 25 Euro bietet Sony eine PS3-Fernbedienung im klassischen Design. Gängige lernfähige Modelle lassen sich leider nicht für die PS3 verwenden – denn die Spielekonsole wird per Bluetooth-Funk und nicht wie sonst bei Fernbedienungen üblich per Infrarotlicht gesteuert.

Die zweite Möglichkeit: Praktisch alle aktuellen Fernseher leiten Steuerbefehle ihrer Fernbedienung per HDMI-Kabel zum angeschlossenen Gerät weiter. So lässt sich über die Start-, Pause- und Titelsprung-Tasten der TV-Fernbedienung die Filmwiedergabe der PS3 steuern.

Wichtig: Dazu muss der Nutzer im Menü von PS3 und Fernseher die HDMI-Steuerung "CEC" aktivieren. Je nach Hersteller kann die Steuerung übrigens abweichende Bezeichnungen wie "Bravia Sync" oder "Viera Link" tragen.

Zwei Versionen

Sony bietet die neue Playstation in zwei Versionen mit unterschiedlich großem Speicher an. Die getestete PS3 hat eine Festplatte mit 500 Gigabyte Speicher an Bord und kostet 299 Euro. Die 70 Euro günstigere Variante bietet dagegen nur 12 Gigabyte Flash-Speicher und ist daher nicht zu empfehlen.

Bild und Ton makellos

An der Bild- und Tonqualität der PS3 gibt's nach wie vor nichts auszusetzen: Blu-ray-Filme bringt sie in perfekter Qualität auf den Flachbild-TV-Schirm, DVDs rechnet sie sehr gut aufs HD-Format hoch. Bis ein Film startet, dauert's fast ebenso lang wie bei aktuellen Blu-ray-Playern.

3D-Blu-rays gibt die neue PS3 ebenfalls wieder. Tipp: Falls sich ein Film nicht in 3D starten lässt, müssen Sie im Menü die automatische Einrichtung am Fernseher neu durchführen.

Außer Filmen von DVD und Blu-ray spielt die PS3 Videos aus dem Internet. Die große Mediatheken-Auswahl der Blu-ray-Player von Sony gibt's nicht, aber immerhin Leih-Filme vom Playstation Store sowie von Lovefilm und Maxdome. In der Playstation-Videothek lassen sich Filme auch kaufen und auf die PS3-Festplatte laden – allerdings zu deftigen Preisen zwischen 15 und 20 Euro.

Fazit: Beim neuen PS3-Modell CECH-4004C hat Sony offensichtlich kräftig an der Kostenschraube gedreht – insbesondere der Deckel wirkt billig. Angenehm ist der niedrigere Stromverbrauch, nervig hingegen das laute Betriebsgeräusch. Für Spiele ist sie nach wie vor top, für Filme sind Blu-ray-Player besser.

Testergebnis: gut (2,32)

Alle Playstation-3-Versionen im Überblick

- 2006: Die erste Playstation 3 war mit vier USB-Buchsen und einem Speicherkartenleser gut ausgestattet. Die Festplatte fasste 60 Gigabyte Daten. Nachteil: Dieses Modell war laut und sehr stromhungrig.

Testergebnis: gut (2,41)

Preis: nicht mehr erhältlich

- 2009: Das 2009 vorgestellte Modell war deutlich kleiner, die Verarbeitung top, das Betriebsgeräusch sehr leise. Im Vergleich zur ersten Version verbrauchte die Playstation 3 Slim deutlich weniger Strom.

Testergebnis: gut (2,19)

Preis (160 GB): 249 Euro

- 2012: Geschrumpft: Die aktuelle Playstation 3 Slim (inoffiziell auch "Superslim") wirkt billiger. Das Slot-in-Laufwerk fehlt, der Stromverbrauch sinkt noch einmal, aber das Betriebsgeräusch geht wieder rauf.

Testergebnis: gut (2,32)

Preis (500 GB): 299 Euro

Quelle: "Audio Video Foto Bild". Mehr zum Thema finden Sie in der "Audio Video Foto Bild", Ausgabe 1/2013.

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