07.01.13

Eric Schmidt

Kritik an Nordkoreabesuch von Google-Manager

Google-Verwaltungsratsvorsitzender Schmidt besucht Nordkorea und begleitet dabei eine Delegation von Ex-Gouverneur Richardson. Die US-Regierung hält die Reise für ein falsches Signal.

Foto: Bloomberg

Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt besucht als erster Spitzenmanager des Suchmaschinenkonzerns Nordkorea. In dem Land ist das Internet streng staatlich reguliert
Google-Verwaltungsratschef Eric Schmidt besucht als erster Spitzenmanager des Suchmaschinenkonzerns Nordkorea. In dem Land ist das Internet streng staatlich reguliert

Als erster Spitzenmanager des weltgrößten Suchmaschinenbetreibers Google besucht Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt am Montag Nordkorea. Er werde mit einem Linienflug von Peking nach Pjöngjang reisen, sagte der frühere Gouverneur des US-Staats New Mexiko, Bill Richardson. Schmidt gehöre seiner Delegation an und wolle sich in Nordkorea über Wirtschaftsthemen und den Umgang mit sozialen Medien informieren.

Nordkorea gilt als das Land mit der weltweit striktesten Internetkontrolle, steht laut Machthaber Kim Jong Un aber vor einer "industriellen Revolution". In seiner Neujahrsrede kündigte der Machthaber mehr Investitionen in Forschung und Technologie sowie Computer in allen Schulen an.

"Das ist keine Google-Reise, aber ich bin sicher, dass er sich für wirtschaftliche Themen und den Aspekt der sozialen Medien dort interessiert. Deshalb haben wir uns zusammengetan", sagte Richardson. "Wir werden uns mit politischen Führern treffen. Wir werden uns mit wirtschaftlichen Führern treffen. Wir werden Universitäten besuchen."

Delegation will Befreiung eines US-Bürgers erreichen

Richardson und seine Delegation wollten sich zudem um die Freilassung eines koreanischstämmigen US-Bürgers aus der Haft bemühen. Der Ex-Gouverneur hatte während der Präsidentschaft von Bill Clinton immer wieder heikle außenpolitische Mission der USA geleitet und reiste bereits mehrfach nach Nordkorea.

Wenige Wochen nach dem Abschuss eines nordkoreanischen Satelliten hatte die Reise von Richardson und Schmidt bei der US-Regierung für Kritik gesorgt. Washington wertet den Abschuss vom 12. Dezember als verdeckten Raketentest und versteht dies als Verletzung von UN-Resolutionen.

"Wir halten den Zeitpunkt des Besuchs nicht für günstig und sie kennen unsere Sichtweise", sagte in der vergangenen Woche die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland.

Quelle: dapd/dma
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