05.01.13

US-Justiz

JP Morgan hat neue Milliarden-Klage am Hals

Die US-Großbank JP Morgan kommt nicht zur Ruhe. Eine Aufsichtsbehörde in den USA verklagt das Institut wegen falscher Angaben beim Verkauf von Wertpapieren – was ein Auslöser für die Finanzkrise war.

Foto: AFP

JP Morgan: wieder im Visier von Fahndern
JP Morgan: wieder im Visier von Fahndern

Die größte US-Bank JP Morgan muss sich erneut einer Klage im Zusammenhang mit der Finanzkrise erwehren. Die amerikanische Regulierungsbehörde National Credit Union Administration (NCUA) erklärte, das Geldhaus sei für falsche Angaben bei dem Verkauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren im Volumen von 2,2 Milliarden Dollar verantwortlich, die zum Zusammenbruch dreier Genossenschaftsbanken geführt hätten.

Dabei gehe es um Papiere die JP Morgan von Washington Mutual nach der Pleite des Finanzinstituts 2008 gekauft habe. "Es sei extrem teuer gewesen, den Schaden, der durch die Geschäfte von Geldhäusern wie Washington Mutual entstanden sei, einzudämmen und zu reparieren", sagte NCUA-Chefin Debbie Matz.

"Es ist daher nur richtig, dass dieses Leute, die den Schaden verursacht haben, für die Aufräumarbeiten herangezogen werden."

Es ist bereits die dritte Klage der NCUA gegen JP Morgan wegen der umstrittenen Hypothekengeschäfte, die für die globale Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden. Im Dezember verklagte die Aufsichtsbehörde das Geldhaus wegen Hypothekengeschäften über 3,6 Milliarden Dollar der Investmentbank Bear Stearns, die JP Morgan im März 2008 auf Geheiß der Regierung hastig übernommen hatte.

Ähnliche Klage bereits 2011

Bereits im Juni 2011 wurde JP Morgan wegen eigener Hypothekengeschäfte im Volumen von 1,4 Milliarden Dollar von der NCUA verklagt. Beide Verfahren laufen noch.

Ähnliche Verfahren im Zusammenhang mit der Bündelung von Hypothekenkredite zu Wertpapieren während des US-Wohnbaubooms hat die NCUA auch gegen andere Institute wie Goldman Sachs, Barclays, die Royal Bank of Scotland, Credit Suisse und UBS eingeleitet.

Entsprechende Forderungen der Behörde gegenüber der Deutschen Bank, der Citigroup und der HSBC wurden auf dem Verhandlungsweg geregelt.

Nach dem Platzen der Blase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein.

Quelle: Reuters/lw
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