04.01.13

Westliche Investitionen

Deutsche Experten entwickeln Nordkorea-Masterplan

Kim Jong-un scheint seinen Worten Taten folgen zu lassen. Laut einem Medienbericht plant Nordkorea die Öffnung für ausländische Investoren. Deutsche Wissenschaftler beraten die Führung in Pjöngjang.

Foto: dpa

Lässt sich von Deutschen beraten: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hatte in seiner Neujahrsansprache eine "radikale Wende" in der Politik des Landes angekündigt

Das verarmte Nordkorea will seine Grenzen einem Zeitungsbericht zufolge für ausländische Investoren öffnen. Die Führung des kommunistischen Landes werde diesbezüglich derzeit von deutschen Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern beraten, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

"Es gibt einen Masterplan", zitierte die Zeitung einen in die Beratungen involvierten Wirtschaftsjuristen. Nordkorea wolle "die Öffnung noch in diesem Jahr".

Interesse zeigt das abgeschottete Land dem Bericht zufolge vor allem an einer modernen Investitionsgesetzgebung. Für die Öffnung werde aber offenbar nicht primär das chinesische Modell mit Sonderwirtschaftszonen für ausländische Investoren kopiert.

"Vielmehr sind sie an der vietnamesischen Blaupause interessiert, wo gezielt Unternehmen für Investitionen ausgewählt werden", sagte der Wissenschaftler, der nach "FAZ"-Angaben an einer renommierten deutschen Universität lehrt und bereits andere asiatische Regierungen beriet.

Nicht nur chinesische Unternehmen

Es gebe in Nordkorea Kräfte, die anders als bislang neben chinesischen auch japanische, südkoreanische und westliche Unternehmen ins Land lassen wollten, berichtete die Zeitung. Die bisher umworbenen chinesischen Firmen seien vor allem an den riesigen Rohstoffvorkommen des Landes interessiert.

"Das Militär in Nordkorea wird die Kontrolle aber nicht abgeben wollen", sagte ein deutscher Ökonom, der das Land mehrfach besucht und auch die Regierung beraten habe, der "FAZ". Daher sei nicht ausgemacht, ob die Reformansätze durchkämen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un hatte am Dienstag in seiner Neujahrsansprache eine "radikale Wende" in der Politik des Landes angekündigt. Es sei "wichtig, die Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden", sagte er.

Das Jahr 2013 werde ein Jahr "großer Erfindungen und Veränderungen" sein, "in dem eine radikale Wende vorgenommen wird". Mit einer Beendigung der Konfrontation zwischen Nord- und Südkorea könne "die Teilung des Landes beendet und seine Wiedervereinigung erreicht werden".

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