04.01.13

Nach Insolvenz

Median kauft Teil vom "Grand Hotel" Heiligendamm

Der Berliner Betreiber von Reha-Kliniken will Millionen an der Ostsee investieren. Und er schafft neue Arbeitsplätze in der Hauptstadt.

Von René Gribnitz
Foto: dapd
Das ursprünglich zur Fundus-Gruppe des „Adlon“-Erbauers Anno August Jagdfeld gehörende „Grand Hotel“ hatte im Februar 2012 Insolvenz angemeldet. Berühmt wurde es durch den G-8-Gipfel 2007
Das ursprünglich zur Fundus-Gruppe des "Adlon"-Erbauers Anno August Jagdfeld gehörende "Grand Hotel" hatte im Februar 2012 Insolvenz angemeldet. Berühmt wurde es durch den G-8-Gipfel 2007

Der Berliner Rehakliniken-Betreiber Median übernimmt einen Teil des insolventen "Grand Hotels" in Heiligendamm an der Ostsee. Der Gläubigerausschuss stimmte einem Verkauf der sogenannten Orangerie an Median zu. Bis spätestens Ende April 2013 soll das Geschäft abgeschlossen sein, sagte Median-Chef Hartmut Hain der Berliner Morgenpost.

Median will aus der Orangerie eine Fünf-Sterne-Rehaeinrichtung machen, in Ergänzung seiner bereits bestehenden Klinik in der direkten Nachbarschaft der Hotelanlage. Hier sollen insbesondere überarbeitete Führungskräfte behandelt werden – eines der schnell wachsenden und lukrativen Geschäftsfelder im Reha-Bereich.

Angaben zum Kaufpreis machte Hain nicht. In den Umbau der Orangerie mit 30 Betten will das Unternehmen einen siebenstelligen Betrag investieren.

Median hatte zuerst für das gesamte Ensemble inklusive Hotel geboten, sich letztlich aber auf die Orangerie beschränkt. "Wir sind eine Klinik, aber kein Hotelbetreiber", sagte Hain.

Das ursprünglich zur Fundus-Gruppe des "Adlon"-Erbauers Anno August Jagdfeld gehörende "Grand Hotel" hatte im Februar 2012 Insolvenz angemeldet. Berühmt wurde es durch den G-8-Gipfel 2007.

Derzeit wird für das Hotel ein neuer Betreiber gesucht. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum verhandelt mit verschiedenen Interessenten aus der Branche. Der Klinikbetreiber Median befindet sich seit der Übernahme durch den amerikanischen Finanzinvestor Advent – der gerade die Parfümerie-Kette Douglas übernommen hat – im Oktober 2009 auf Wachstumskurs. Ziel ist, ein Unternehmen mit Milliardenumsatz zu schaffen.

Median-Gruppe betreibt in Kladow und Mitte zwei Kliniken

Innerhalb von nur drei Jahren wuchs die Zahl der Kliniken bundesweit durch Übernahmen von 27 auf 42. "Für die Median Kliniken war es ein gutes Jahr 2012. Wir konnten unsere Marktführerschaft in der Rehabilitation weiter ausbauen", sagte Hain, der das Unternehmen seit Oktober führt.

Die Median-Gruppe betreibt in Kladow und Berlin-Mitte zwei Kliniken, dazu zwei weitere in Brandenburg, eine in Hoppegarten und eine in Grünheide. Bundesweit zählen die Kliniken etwa 8500 Betten und rund 6500 Mitarbeiter. In Heiligendamm betreibt Median schon eine Kurklinik für Patienten, die an Atemwegs-, Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen leiden.

Hain kündigte Millionen-Investitionen in die Berliner und Brandenburger Standorte an. Die Klinik in Grünheide werde in den kommenden Monaten für 17 Millionen Euro erweitert, in Kladow soll für mehr als vier Millionen Euro eine neue Station errichtet werden. "Vor allem im Bereich der neurologischen Rehabilitation planen wir eine deutliche Erweiterung unseres medizinischen Spektrums", sagte Hain. Die Zahl der Mitarbeiter in der Region werde in diesem Jahr um fast 100 steigen. Derzeit beschäftigt Median an den vier Standorten 866 Mitarbeiter.

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