03.01.13

Bloomberg Billionaires Index

Die 100 reichsten Milliardäre sind jetzt noch reicher

Das Vermögen der 100 wohlhabendsten Menschen der Welt ist 2012 weiter gewachsen. Insgesamt stieg deren Besitz um 241 Milliarden Dollar.

Foto: REUTERS (2)

Die vier reichsten Männer der Welt: Carlos Slim, Warren Buffett, Bill Gates und Amancio Ortega (von links oben nach rechts unten)
Die vier reichsten Männer der Welt: Carlos Slim, Warren Buffett, Bill Gates und Amancio Ortega (von links oben nach rechts unten)

Das Vermögen der 100 reichsten Milliardäre der Welt ist im Verlauf des Jahres 2012 weiter gewachsen – und das deutlich. Insgesamt stieg deren Vermögen um 241 Milliarden Dollar, wie der täglich ermittelte Bloomberg Billionaires Index ergab. Zum Handelsschluss der Finanzmärkte am 31. Dezember betrug das Vermögen 1,9 Billionen Dollar. Von den 100 Milliardären, die auf der Liste zum Jahresende auftauchen, gab es lediglich 16, deren Vermögen 2012 auf Jahresbasis gegen den Trend schrumpfte.

"Es war ein großartiges Jahr für die Milliardäre der Welt", stellte Milliardär John Catsimatidis von der Red Apple Group Inc. laut einer E-Mail von den Bahamas fest, "und 2013 wird es weiter um Investmentchancen rund um den Globus gehen, und nicht zwangsläufig in den USA."

Gewinner Amancio Ortega

Größter Gewinner unter den 100 Reichsten war Amancio Ortega, der Gründer der spanischen Textilkette Inditex SA. Das Vermögen des 76 Jahre alten Tycoons nahm um 22,2 Milliarden Dollar auf 57,5 Milliarden Dollar zu, wie aus den Angaben hervor ging. Die Aktien von Inditex legten 2012 um 66,7 Prozent zu.

Es handele sich um ein außergewöhnliches Unternehmen, das sich sehr gut entwickele und der Aktienkurs sei angesichts dessen durchaus gerechtfertigt, sagte Analyst Christodoulos Chaviaras von der Barclays Plc in London, der die Aktie seit rund einem Jahr als "Equal Weight" einstuft. Es bleibe nun die Frage, ob eine solche Leistung zu wiederholen sei. "Es wird jedenfalls schwerer werden", sagte er, "denn viele der positiven Nachrichten sind bereits in den Kurs eingeflossen".

Weltweit sind die Aktienkurse im abgelaufenen Jahr gestiegen. So gewann der globale MSCI World Index 13,2 Prozent und beendete das Jahr bei 1338,50 Punkten. Der US-Index Standard & Poor"s 500 gewann 13,4 Prozent und schloss mit 1426,19 Punkten.

In Europa erwies sich insbesondere die zweite Jahreshälfte als gute Börsenzeit. Seit dem 4. Juni ist der Stoxx Europe 600 um 19,6 Prozent gestiegen. Der Index leitete den Aufschwung ein nach der Ankündigung unbegrenzter Bondkäufe durch die EZB. Aber auch auf Jahressicht 2012 war das Plus von 14,4 Prozent das stärkste Wachstumsjahr seit 2009.

Telekom-Magnat Carlos Slim, der den mexikanischen Konzern America Movil SAB kontrolliert, blieb über den Verlauf des ganzen Jahres die reichste Person der Welt. Der 72-Jährige vergrößerte sein Vermögen um 13,4 Milliarden Dollar oder 21,6 Prozent. Er ist damit in absoluter Summe der zweitstärkste Gewinner des Jahres. Dabei konnten die Gewinne aus seinen Industrie- und Finanzunternehmen wie Grupo Carso SAB und Grupo Financiero Inbursa die Verluste bei America Movil mehr als ausgleichen. Der Aktienkurs des bei der Kundenzahl größten Mobilfunkbetreibers in Amerika sank um 5,8 Prozent auf 14,9 Peso.

Der US-Softwaremogul Bill Gates bleibt hinter Slim die zweitreichste Person und der Abstand beträgt 12,5 Milliarden Dollar. Microsoft-Aktien waren lediglich 2,9 Prozent gestiegen, sie tragen aber auch nur zu 20 Prozent zum Vermögen ihres Gründers bei. Der mittlerweile 82 Jahre alte Warren Buffett hat seinen Titel als drittreichster Mann am 6. August an Ortega abgegeben. Der Chairman der Investmentholding Berkshire Hathaway machte im Jahresverlauf 5,1 Milliarden Dollar und zwar sogar nach einer Spende von 22,3 Millionen Klasse-B-Aktien für einen guten Zweck im Juli.

Warren Buffett trotz Reichtums für Umverteilung

Zugleich setzt sich Buffett für höhere Steuern für Hochverdiener ein. Bei Einkommen über einer Million Dollar solle die Mindestbesteuerung 30 Prozent betragen und ab zehn Millionen 35 Prozent, forderte er im November im Gespräch mit Charlie Rose bei Bloomberg. Die Besteuerung soll progressiv erfolgen. "Wenn jemand 15 oder 20 Millionen oder auch 200 Millionen verdient, und nur zehn Prozent Steuern bezahlt, dann sollte etwas getan werden", sagte er.

Fünftreichster Milliardär ist laut der Bloomberg-Liste der IKEA-Gründer Ingvar Kamprad mit einem Vermögen von 42,9 Milliarden Dollar. Im Jahre 2012 wuchs sein Vermögen um 16,6 Milliarden Dollar. Der Brasilianer Eike Batista war in diesem Jahr der größte Verlierer unter den globalen Top-Verdienern und verlor 10,1 Milliarden Dollar. Er fiel mit 12,4 Milliarden Dollar auf den 75. Platz zurück und muss damit einen Rückschlag hinnehmen. Noch vor einem Jahr hatte er angekündigt, bis 2015 die Spitzenposition anzustreben.

Auch den Titel als reichster Brasilianer musste er abgeben, und zwar an den 73 Jahre alten Bankier Jorge Paulo Lemann, der mit seinem Vermögen von 18,8 Milliarden Dollar den weltweit 37. Platz belegt. Zweitreichste Person aus Brasilien ist laut dem Bloomberg-Ranking Dirce Camargo, die Matriarchin hinter dem Konzernkonglomerat Camargo Correa SA aus Sao Paulo, tätig in der Zementherstellung und der Stromerzeugung und nicht zuletzt bei den Badeschuhen namens Havaianas. Ihr Vermögen: 13,4 Milliarden Dollar.

Camargo ist eine von 54 Milliardären, die im Laufe des Jahres erstmals im Ranking geführt werden. Unter den anderen Neuzugängen findet sich Hamdi Ulukaya, der 40-jährige türkischstämmige Inhaber des Joghurtherstellers Chobani, der erfolgreichsten Joghurtmarke in den USA. Ebenfalls neu sind Nathan Kirsh aus Südafrika und Elaine Marshall, die mit ihrem 14,6 Prozent an Koch Industries die viertreichste Frau in Amerika ist. Ihr Vermögen beträgt 14,1 Milliarden Dollar.

Der Bloomberg Billionaires Index stellt die reichsten Milliardäre der Welt auf Basis von Märkten und Wirtschaftsdaten dar und wird täglich um 17.30 Uhr New Yorker Zeit tagesaktuell ermittelt.

Quelle: bloomberg/oje
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