03.01.13

Beschäftigung

Arbeitslosenzahl steigt auf 2,84 Millionen

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich der Konjunkturkrise in Europa zum Jahresende nicht mehr entziehen können. Im Dezember hatten 2,84 Millionen Menschen keinen Job – 88.000 mehr als im Vormonat.

Quelle: Reuters
03.01.13 1:18 min.
Deutschlands Arbeitsmarkt hat 2012 sein bestes Jahr seit dem Wiedervereinigungsboom erlebt. Zum Jahresende hat die europaweit schwächelnde Konjunktur jedoch auch hier ihre Spuren hinterlassen.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat 2012 sein bestes Jahr seit 1991 erlebt, ist zum Jahresende aber stärker in den Sog des europaweiten Wirtschaftsabschwungs geraten. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Dezember 2,84 Millionen Arbeitslose registriert. Das seien 88.000 mehr als im November und 60.000 mehr als vor einem Jahr, teilte die BA mit.

Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt verzeichnete die BA 2,897 Millionen Arbeitslose, rund 79.000 weniger als im Jahr 2011. Noch weniger Arbeitslose hatte es zuletzt 1991 im Wiedervereinigungsboom mit damals rund 2,6 Millionen gegeben.

Weise: Arbeitsmarkt ist robust

"Der Arbeitsmarkt reagierte auch zum Jahresende robust auf die wirtschaftliche Eintrübung", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg. "Spuren sind aber sichtbar." Finanziell schließt die BA das Jahr positiv mit einem Überschuss von rund 2,6 Milliarden Euro ab.

Saisonbereinigt legte die Erwerbslosenzahl im Dezember den neunten Monat in Folge zu und stieg im Monatsvergleich um 3000. Banken-Volkswirte hatten eine Zunahme um 10.000 erwartet.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland hat dagegen einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch unter Berufung auf vorläufige Berechnungen mitgeteilt hatte, gingen 2012 durchschnittlich rund 41,5 Millionen Menschen mit einem Wohnort in Deutschland hierzulande einer Beschäftigung nach. Das seien 416.000 Menschen oder ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Krise in der Euro-Zone verschärft sich

Die Jobkrise in der Euro-Zone wird sich 2013 nach Prognose der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young verschärfen. In der zweiten Jahreshälfte werde die Zahl der Arbeitslosen mit knapp 20 Millionen einen Rekordwert erreichen, hieß es in einer Studie. 2010 waren es lediglich 15,9 Millionen.

Grund für den Anstieg ist die schwache Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 0,2 Prozent schrumpfen, nachdem es bereits 2012 um etwa 0,4 Prozent zurückgegangen ist. "Ein weiteres schwieriges Jahr liegt vor der Euro-Zone", sagen die Experten voraus.

Düstere Aussichten für Griechenland

Besonders düster sind die Prognosen für Griechenland. Die Wirtschaft dürfte um 4,3 Prozent einbrechen und erst 2015 wieder wachsen. Die Arbeitslosenquote soll deshalb in diesem Jahr auf 28 Prozent nach oben schnellen. Kaum besser sieht die Lage in Spanien aus. Hier rechnet Ernst & Young mit einer Arbeitslosenquote von 27 Prozent. Im dritten Quartal 2012 war die Quote auf den Rekordwert von 25 Prozent gestiegen.

2014 dürfte die Währungsunion das Schlimmste hinter sich haben. Die Wirtschaft soll dann um 1,0 Prozent wachsen, 2015 sogar um 1,4 Prozent. "Das gilt jedenfalls, wenn die Verschuldungskrise in der Euro-Zone sich nicht durch unvorhergesehene Ereignisse wie etwa einen Austritt Griechenlands verschärft", schränken die Experten ein.

Auf den Arbeitsmarkt dürfte sich die Stabilisierung aber erst mit Verzögerung auswirken. "So werden im Jahr 2014 in der Euro-Zone immer noch 19,6 Millionen Menschen ohne Job sein. Zwischen 2010 und 2014 wird die Zahl der Arbeitslosen damit um fast ein Viertel steigen."

Quelle: Reuters/dpa/cat
Quelle: Reuters
29.11.12 2:06 min.
Die Konjunkturflaute wirkt sich negativ auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Wie die Bundesagentur für Arbeit bestätigte, gibt es im Vergleich zum November 2012 in diesem Jahr 38.000 Arbeitslose mehr.
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