02.01.13

Konjunkturbarometer

Industrie der Euro-Zone bleibt auf Rezessionskurs

Die europäische Industrie kommt nicht aus der Rezession heraus. Einer Firmenumfrage zufolge dürfte die Produktion zum Jahresende erneut geschrumpft sein. Auch für Deutschland spitzt sich die Lage zu.

Quelle: Reuters
13.12.12 1:53 min.
Nach dem Konjunkturrückgang im Winter wird die Wirtschaft nach Ansicht des Ifo-Instituts wieder Fahrt aufnehmen. Für das Gesamtjahr 2013 erwarten die Münchner ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent.

Die Euro-Zone ist zum Jahresende voraussichtlich noch tiefer in die Rezession gerutscht. Darauf deutet der erneute Rückgang des Einkaufsmanagerindex für die Industrie hin, einem der wichtigsten Konjunkturbarometer für die Währungsunion.

Er fiel im Dezember um 0,1 auf 46,1 Punkte, wie das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mitteilte. Das Barometer blieb damit deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Rückgang des BIP erwartet

"Der Industriesektor steckte auch im Dezember tief in der Rezession", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Produktion dürfte im vierten Quartal um etwa ein Prozent geschrumpft sein. "Folglich könne sich auch der Rückgang der Wirtschaftsleistung beschleunigt haben – wahrscheinlich sogar erheblich." Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,1 Prozent geschrumpft, im zweiten Vierteljahr um 0,2 Prozent.

Lediglich Irland meldete am Jahresende ein Wachstum. In Deutschland, Spanien, Österreich und Griechenland beschleunigte sich die Talfahrt dagegen, während sie sich in Frankreich, Italien und den Niederlanden verlangsamte.

Stellenabbau geht weiter

Die Exportaufträge schrumpften in der Euro-Zone bereits den 18. Monat in Folge. Allerdings fiel der Rückgang weniger gravierend aus als in den zurückliegenden acht Monaten.

Die Unternehmen bauten bereits den elften Monat in Folge Arbeitsplätze ab. Lagerbestände und Einkaufsmengen wurden erneut stark reduziert. Die Auftragsbestände wurden hingegen so zügig abgebaut wie seit einem halben Jahr nicht mehr.

Lage spitzt sich zu

Auch für die deutsche Industrie gab es zum Jahresausklang kein Happy End: Der hiesige Einkaufsmanagerindex fiel um 0,8 auf 46,0 Punkte. "Wenngleich die Hersteller bemüht sind, an die Erfolge der letzten Jahre anzuknüpfen, so scheint sich die Lage in diesem Winter doch weiter zugespitzt zu haben", sagte Markit-Ökonom Tim Moore.

Sorge bereitet den deutschen Firmen die maue Nachfrage. Die Neuaufträge fielen bereits den 18. Monat in Folge. "Besonders schwach war die Nachfrage aus dem Ausland", hieß es. Die Unternehmen versuchen zwar, dies durch die Arbeitung bestehender Aufträge und Preissenkungen auszugleichen. Trotzdem mussten sie den neunten Monat in Folge ihre Produktion drosseln.

Entlastung bei Rohstoffpreisen

Die deutsche Industrie strich deshalb den dritten Monat in Folge Jobs. Allerdings fiel der Stellenabbau moderat aus.

Entlastet wurden die Firmen auf der Kostenseite. Zum ersten Mal seit August mussten sie weniger für Rohstoffe und Zwischenprodukte zahlen. "Dies sollte den Druck auf die Gewinnmargen zu Jahresbeginn vermindern und damit für ein wenig Entlastung bei den Industriebetrieben sorgen", schrieb Markit.

Quelle: Reuters/cat
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