29.12.12

Lästige Konkurrenz

Deutsche Bank neidisch auf Datenkrake Google

Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen fürchtet Internetkonzerne mehr als Banken und Sparkassen. Sie könnten aufgrund ihrer riesigen Datenbestände Dienstleistungen viel gezielter anbieten.

Foto: dapd

Sie leiten die Deutsche Bank nach dem Abschied von Josef Ackermann gemeinsam: Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain
Sie leiten die Deutsche Bank gemeinsam nach dem Abschied von Josef Ackermann: Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain

Neue Rivalen setzen die Deutsche Bank unter Druck: Deutschlands größtes Geldinstitut muss seine Kosten auch wegen der aufstrebenden Konkurrenz aus dem Internet deutlich straffen.

Kostensenkung sei "umso dringlicher, als wir in Zukunft vermutlich nicht so sehr gegen andere Banken und Sparkassen konkurrieren werden, sondern zunehmend gegen die Microsofts und Googles dieser Welt", sagte Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen der "Börsen-Zeitung".

"Diese Unternehmen wissen aufgrund ihrer riesigen Datenbasis viel mehr über die Bedürfnisse ihrer Kunden, als Banken es jemals erfahren werden, und können dadurch Dienstleistungen sehr gezielt anbieten."

"Paneuropäische Banken" gefordert

Um gegen die neue Internet-Konkurrenz bestehen zu können, aber auch gegen neue Großbanken, die in den Schwellenländern entstehen, fordert Fitschen "paneuropäische Banken". "Andernfalls werden uns die Wachstumsräume China, Indien, Brasilien oder auch Russland wirtschaftlich abhängen", sagte er dem Blatt weiter.

Dort entstünden Banken, die dank ihrer großen einheitlichen Heimatmärkte produktiver und sehr kostengünstig arbeiten könnten. Fitschen und der zweite Co-Chef Anshu Jain haben der Deutschen Bank Kostensenkungen von 4,5 Milliarden Euro bis 2015 verordnet.

Auch wenn die Deutsche Bank derzeit keine großen Zukäufe plane, müsse sie sich fragen, wo sie mittel- bis langfristig ihren Platz sehe, ergänzte Fitschen, der sich mit Jain zusammen seit Juni den von Josef Ackermann übernommenen Chefsessel teilt. Die Konzentration in der europäischen Bankenbranche sei längst nicht abgeschlossen. "Die Aufstellung des europäischen Finanzmarktes entspricht heute bei Weitem nicht der Bedeutung des Euro."

BHF-Verkauf kommt bald

Die Deutsche Bank setzt auf einen baldigen Verkauf ihrer Tochter BHF. "Ich bin nach wie vor zuversichtlich, dass dieser Prozess ohne großen Verzug erfolgreich zu Ende gebracht wird", sagte Fitschen weiter. Am Käufer Kleinwort Benson liege die Verzögerung nicht. Auch die Bankenaufsicht sei umfassend informiert. "Wir haben geliefert, und meines Wissens verfügt die BaFin über vollständige Unterlagen. Es hat auch ein Dialog stattgefunden."

Kurz vor Weihnachten hatte Reuters von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfahren, dass der Finanzaufsicht BaFin weiterhin nicht alle Unterlagen vorlagen, die sie für eine Zustimmung benötigt. Daher könne der Verkauf der Frankfurter BHF-Bank in diesem Jahr nicht mehr über die Bühne gehen.

Fitschen sagte dem Blatt weiter, er könne sich nicht vorstellen, dass die Finanzaufsicht die Sache hinauszögere, weil sie die BHF lieber weiter bei der Deutschen Bank sähe. "Wir reichen die Bank ja nicht so weiter, wie wir sie vorgefunden haben. Ich hoffe, dass das gewürdigt wird."

Die Londoner Privatbank Kleinwort Benson will dem größten deutschen Geldhaus die BHF für knapp 400 Millionen Euro abkaufen. Beide hatten den Deal im September angekündigt. Seither warten sie auf grünes Licht der BaFin.

Quelle: Reuters/woz
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    benötigt 2,5 Prozent zusätzliches Eigenkapital

  • Gruppe 3

    Barclays, BNP Paribas,

    benötigt 2,0 Prozent zusätzliches Eigenkapital

  • Gruppe 2

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    benötigt 1,5 Prozent zusätzliches Eigenkapital

  • Gruppe 1

    Bank of China, BBVA, Groupe BPCE, Crédit Agricole, ING, Mizuho FG, Nordea, Santander, Société Générale, Standard Chartered, State Street, Sumitomo Mitsui, Unicredit, Wells Fargo,

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