28.12.12

Konjunkturausblick

Wirtschaftsinstitut sieht Spielraum für Lohnerhöhung

Die Produktivität steigt, die Rentenversicherungsbeiträge fallen – beides sind Indikatoren für eine Lohnerhöhung im kommenden Jahr, so der Wirtschaftsweise Hüther. Auch der Arbeitsmarkt bleibe stabil.

Foto: dapd

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Huether, sieht einen Spielraum für Lohnerhöhungen
Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Michael Hüther, sieht einen Spielraum für Lohnerhöhungen

Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, sieht bei Lohnabschlüssen im kommenden Jahr Verteilungsspielraum.

"Der Verteilungsspielraum besteht aus dem durchschnittlichen Produktivitätszuwachs und der hinnehmbaren Inflation. Grob gesagt: Der Verteilungsspielraum wird 2013 etwa so hoch wie auch 2012 liegen, bei rund 2,5 bis 3 Prozent", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

Die Absenkung der Rentenversicherungsbeiträge um 0,7 Prozentpunkte schaffe zudem mehr finanzielle Spielräume für Unternehmer und Beschäftigte. Außerdem führe sie nach der Rentenformel zu höheren Rentenanpassungen. "Das bedeutet, dass wir uns auch keine Sorge um den privaten Konsum machen müssen", fügte Hüther hinzu, der auch Mitglied im Sachverständigenrat ist.

Zugleich zeigte er sich optimistisch, dass der Arbeitsmarkt stabil bleiben werde. "Wir rechnen mit einem kleinen Beschäftigungsplus von 40.000 zusätzlichen Stellen. Das ist zwar nur ein Drittel dessen, was in den Vorjahren erreicht wurde, aber insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt sehr robust", sagte Hüther. Die Arbeitslosigkeit werde nicht stark ansteigen.

Regierung und IG Metall erwarten 2013 stabilen Arbeitsmarkt

Die Bundesregierung geht für das kommende Jahr trotz abflauender Konjunktur von einer stabilen Beschäftigung aus. Es werde damit gerechnet, "dass die Arbeitslosenquote 2013 in etwa unverändert bleibt", zitiert das "Handelsblatt" vorab aus der Vorlage des Wirtschaftsministeriums für den Jahreswirtschaftsbericht.

Für 2012 weisen die Daten demnach im Jahresdurchschnitt 2,9 Millionen Arbeitslose aus, was einer Quote von 6,8 Prozent entspricht. Zugleich bleibe die Beschäftigungsentwicklung "weiterhin moderat aufwärtsgerichtet".

Im Herbst hatte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten die Marke von 29 Millionen übersprungen. Auf einen Zuwachs von mehr als 350.000 im alten Jahr dürfte laut Regierungseinschätzung 2013 ein weiterer fünfstelliger Zuwachs folgen.

Auch der Chef der Industriegewerkschaft Metall, Berthold Huber, zeigt sich zuversichtlich. "Die IG Metall erwartet für 2013 weitgehend stabile Beschäftigungszahlen", sagte er dem Blatt. "Eine Krise, die sich in umfassendem Beschäftigungsabbau niederschlägt, sehen wir nicht."

Quelle: dapd/Reuters/woz
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