27.12.12

Super bei 1,643

2012 ist das teuerste Tankjahr aller Zeiten

Was das Tanken betrifft, war 2012 ein Rekordjahr: Die Benzinpreise waren nicht nur so hoch wie nie zuvor, sie änderten sich auch täglich um große Spannen. Eine Preismeldestelle soll Abhilfe schaffen.

Foto: dpa

Tanken war 2012 besonders teuer. Einen Rekord gab es aber auch bei den täglichen Preisänderungen
Tanken war 2012 besonders teuer. Einen Rekord gab es aber auch bei den täglichen Preisänderungen

Die Preise an den Tankstellen ändern sich mittlerweile an jedem Tag. Im laufenden Jahr gab es an 361 Tagen eine Preissenkung und eine Preiserhöhung, teilte der Tankstellenkonzern Aral am Donnerstag in Bochum mit. Auch das Ausmaß der Preisveränderungen ist so ausgeprägt wie noch nie; es lag bei 4,3 Cent je Liter – im Durchschnitt. "Ohne die Erhöhungsversuche hätte das Tankstellengeschäft nicht kostendeckend betrieben werden können", heißt es in der Aral-Mitteilung.

Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin der meistgetankten Sorte E5 betrug im Aral-Netz 1,643 Euro, für Diesel 1,49 Euro. Damit war 2012 das teuerste Tankjahr aller Zeiten; die Durchschnittspreise lagen um sieben bis acht Cent höher als vor einem Jahr. Als einen Grund nennt Aral den hohen Rohölpreis. In Dollar war Rohöl im vergangenen Jahr im Durchschnitt kaum teurer als im Jahr zuvor. Umgerechnet kostete ein Barrel (159 Liter) jedoch 87 Euro und damit acht Euro mehr als im Vorjahr und so viel wie noch nie.

Nach Berechnungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID konnten die Konzerne in diesem Jahr zudem ihre Gewinnmargen ausbauen. Sie verdienten mit Verarbeitung und Vertrieb 10 bis 15 Euro je Tonne. Das wäre für die gesamte deutsche Mineralölindustrie ein Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro und damit laut EID das beste Ergebnis seit 2008.

Das hört sich viel an, ist aber nicht besonders üppig verglichen mit den Gewinnen beim Aufsuchen und der Förderung von Öl oder in der deutschen Chemieindustrie. Pro Liter Benzin beträgt der Gewinn ein bis zwei Cent.

Hektischer Rhythmus kaum noch zu steigern

Das Auf und Ab der Tankstellenpreise hat einen extrem hektischen Rhythmus erreicht, der sich kaum noch steigern kann. Noch vor zehn Jahren gab es lediglich an 73 Tagen Preiserhöhungen, also ein bis zwei Mal pro Woche. Die Branche erklärt das mit einem intensiven Wettbewerb, Kritiker sprechen von einer Verwirrungstaktik der Mineralölkonzerne zur Gewinnmaximierung. Von vielen Autofahrern werden die häufigen Preisveränderungen als Ärgernis empfunden.

Gegenwärtig bereitet das Bundeskartellamt den Aufbau einer Preismeldestelle vor, die eventuell im Sommer oder im Herbst ihre Arbeit aufnehmen wird. Völlig offen ist, ob diese Meldestelle, die alle Autofahrer mit aktuellen und korrekten quasi amtlichen Preisdaten versorgen soll, den Preiswettbewerb eher dämpft oder nochmals anheizt.

Dazu liegen keine Erfahrungen vor. "Wir sehen durch die Markttransparenzstelle auf jeden Fall Vorteile für den Verbraucher", sagte Andreas Hölzel vom ADAC in München. Durch informierte Verbraucher könne sich der Wettbewerb auf dem Benzinmarkt verbessern und damit auch das Preisniveau insgesamt im Zaum gehalten werden.

Quelle: dpa/sara
Quelle: dapd
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So brauchen Sie weniger Sprit
  • SPARSAMES FAHREN

    kann den Spritverbrauch laut Deutscher Verkehrswacht (DVW) im Schnitt um 25 Prozent senken. Autofahrer sollten schnell hochschalten und dann niedertourig fahren. Mit modernen Autos kann ab Tempo 30 im dritten Gang, bei Tempo 40 im vierten und ab Tempo 50 im fünften gefahren werden. Wer vorausschauend fährt, muss weniger bremsen und spart deswegen Sprit. Bei Kurzstopps, auch an Ampeln oder im Stau, kann der Motor abgeschaltet werden. Auch gemütlich fahren lohnt sich, denn mit zunehmendem Tempo steigt der Verbrauch deutlich.

  • HÖHERER REIFENDRUCK

    verringert den Widerstand und damit auch den Verbrauch des Autos. Nach Angaben des Reifenherstellers Michelin spart zwei Prozent Kraftstoff, wer den Reifendruck 0,2 bar höher ansetzt als der Hersteller. Schon 0,4 bar unter der Herstellerangabe können hingegen für bis zu drei Prozent mehr Benzinverbrauch sorgen.

  • SPRITFRESSER

    wie Klimaanlage oder Zusatzscheinwerfer sollten nur eingeschaltet werden, wenn sie gebraucht werden. Auch Ski- oder Fahrradständer und Dachboxen sorgen für mehr Spritverbrauch. Mit Dachaufbauten sollten Autofahrer zumindest nicht schneller als 130 Stundenkilometer schnell sein. Auch schwere Getränke- oder Werkzeugkästen kosten schnell einen Liter Benzin pro 100 Kilometer.

  • TANKSTELLE GENAU WÄHLEN

    Freie Tankstellen sind oft günstiger als Markenstationen. Einige Internetseiten geben einen genauen Preisüberblick, die Eingabe der Postleitzahl reicht hier. Die Preise wechseln mittlerweile nicht nur von Tag zu Tag, sondern manchmal auch von Stunde zu Stunde. Genaues Hinschauen und vorausschauendes Tanken lohnen sich also. Tankstellen an deutschen Autobahnen sollten Autofahrer meiden: Dort liegen die Spritpreise immer einige Cent pro Liter über dem Durchschnitt. Günstiger sind in der Regel Tankstellen auf Autohöfen in Autobahnnähe.

    Quelle: AFP

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