26.12.12

Studie

Bis 2030 fehlen über eine Million Gesellen

Düstere Aussichten für Deutschlands Wirtschaft: Laut einer Studie werden nach aktueller Lage im Jahr 2030 mehr als eine Millionen Fachkräfte fehlen. Einige Branchen trifft es besonders hart.

Foto: getty
Worker inspects turbine in power station
Deutschland bekommt in den kommenden Jahren ein großes Fachkräfteproblem

Im Jahr 2030 werden in Deutschland einem Medienbericht zufolge mehr als eine Million Fachkräfte mit Berufsausbildung fehlen. Dies gehe aus einer Prognose des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor, berichtet das"Handelsblatt" in seiner Donnerstagsausgabe.

Wenn künftig nicht weit weniger Jugendliche ohne Abschluss in die Berufswelt entlassen würden als heute, wachse der Mangel an Gesellen in den kommenden 17 Jahren sogar auf rund 1,7 Millionen.

Fachkräftemangel in der Pflege

Aktuell liegt die Gesamtzahl der Fachkräfte mit Berufsausbildung in Deutschland dem Bericht zufolge zwar zwei Millionen über dem Bedarf; bereits heute aber gebe es in einigen Regionen und Berufen Fachkräftemangel, etwa in der Pflege, bei den Kindergärten und in der Gastronomie.

Spätestens ab 2024 werde die Gesamtzahl der beruflich Qualifizierten unter den Gesamtbedarf sinken.

Der Präsident des BIBB, Friedrich Hubert Esser, mahnte angesichts der Zahlen, es reiche nicht aus, Schüler optimal zu fördern und sie besser in eine Ausbildung zu begleiten. Parallel dazu sei "Deutschland massiv auf berufliche Weiterbildung und Zuwanderung angewiesen", sagte er.

Auch MINT-Fachkräfte fehlen

In den deutschen Unternehmen fehlen aktuell beispielsweise 120.000 Fachkräfte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Die MINT-Fachkräftelücke errechnete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag von Arbeitgebern und Industrie. "Die Akademiker-Lücke gefährdet das Wirtschaftswachstum inDeutschland", warnte Thomas Sattelberger, Chef der Initiative "MINT Zukunft schaffen," die junge Menschen für technische Berufe begeistern will.

Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen fänden keine qualifizierten Mitarbeiter, könnten Aufträge nicht annehmen und Projekte nicht durchführen. Jeder fehlende Experte verursache einen Schaden von 230.000 Euro, erklärte der ehemalige Telekom-Personalvorstand

Insgesamt waren nach der IW-Studie 2010 rund 2,3 Millionen MINT-Akademiker erwerbstätig, das waren 295.000 mehr als noch vor fünf Jahren. Vor allem Zuwanderer und Ältere hätten zur deutlichen Zunahme der Beschäftigung beigetragen, erklärte IW-Direktor Michael Hüther. Trotzdem bestünden in den hochqualifizierten Berufen weiterhin Engpässe.

Quelle: AFP/fp
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