26.12.12

Euler-Hermes-Prognose

Spediteure haben das größte Pleiterisiko

Die konjunkturelle Flaute macht Firmen zu schaffen. Euler Hermes hat die Pleitewahrscheinlichkeiten für 2013 berechnet. Am schlimmsten trifft es Spediteure. Aber auch andere Branchen haben zu kämpfen.

Von Daniel Rademacher
Foto: dpa

Autos und Lastkraftwagen stehen auf der Autobahn A2 im Stau. Speditionen und Logistikunternehmen haben nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes 2013 das größte Pleiterisiko
Autos und Lastkraftwagen stehen auf der Autobahn A2 im Stau. Speditionen und Logistikunternehmen haben nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes 2013 das größte Pleiterisiko

Speditionen und Logistikunternehmen haben nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes 2013 das größte Pleiterisiko. Voraussichtlich müssen demnach 22 von 1000 Unternehmen mit einer Insolvenz rechnen. "Zwar hat sich die Insolvenztendenz etwas entspannt. Das Risiko liegt aber immer noch auf einem hohen Niveau", sagt Euler-Hermes-Chefvolkswirt Romeo Grill. Auf den Plätzen zwei und drei der Branchen mit dem höchsten Pleiterisiko 2013 liegen laut Grill die Druckindustrie und das Baugewerbe.

Bei den Spediteuren und Logistikern mussten 2012 laut Euler Hermes insgesamt 533 Unternehmen Insolvenz anmelden, knapp 60 weniger als im Jahr zuvor. Für 2013 erwartet Chefvolkswirt Grill angesichts der konjunkturellen Flaute ein ähnlich hohes Niveau. Insgesamt leide die Branche an der Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Investitionen.

Kaum Erholung bei Druckindustrie

Die Branche mit dem zweithöchsten Ausfallrisiko dürfte 2013 demnach die Druckindustrie sein. Hier geht der Kreditversicherer davon aus, dass voraussichtlich 17 von 1000 Firmen den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. "Die Insolvenzquote ist 2012 rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Für 2013 ist aber kaum Erholung in Sicht", prognostiziert Grill. "Die Branche hat weiter mit strukturellen Problemen zu kämpfen."

Mit dem dritthöchsten Pleiterisiko hat laut Euler Hermes das Baugewerbe zu rechnen. Hier müssen sich der Prognose zufolge 13 von 1000 Unternehmen auf eine Insolvenz einstellen. Grill verweist bei diesen Zahlen auf ein zweigeteiltes konjunkturelles Bild: "Die Baukonjunktur profitiert einerseits vom Wohnungsbau und der dahinter stehenden guten Konsumkonjunktur", so Grill. "Bremsend wirkt dagegen die Zurückhaltung bei den Bauinvestitionen seitens der Unternehmen und der öffentlichen Hand wegen der hohen Sparanstrengungen." Insgesamt sei die Insolvenzquote jedoch etwas rückläufig.

9 von 1000 Betrieben insolvenzgefährdet

In der gesamten deutschen Wirtschaft könnten 2013 laut der Prognose 9 von 1000 Betrieben in Insolvenznot geraten. 2011 mussten nach Grills Angaben 30.099 Unternehmen Insolvenz anmelden, für 2012 geht er von einer etwas geringeren Zahl, nämlich 29.700, aus.

Im neuen Jahr dürften die Zahl wieder auf 30.000 steigen. Während in der Industrie und bei den Dienstleistungen mit einer Zunahme der Insolvenzen zu rechnen sei, dürfte es im Handel und am Bau leichte Rückgänge geben.

Zahlungsmoral dürfte sich 2013 verschlechtern

Die eingetrübten Aussichten dürften im kommenden auch die Zahlungsmoral in Deutschland verschlechtern, wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform vorhersagt. "Die konjunkturellen Rahmenbedingungen werden flauer in den kommenden Monaten.

Das wird sich auch bei der Zahlungsmoral bemerkbar machen", sagte Creditreform-Experte Michael Bretz. "Hier wird es eine leichte Verschlechterung geben." Allein die Unsicherheit werde als Faktor eine wichtige Rolle spielen. "Allerdings glaube ich nicht, dass es zu dramatischen Veränderungen kommen wird."

Für das kommende Jahr ist neben der schlechteren Zahlungsmoral nach Angaben von Bretz auch ein höherer Zahlungsverzug zu erwarten. "Waren es bislang durchschnittlich 12,3 Tage, dürfte dieser Wert in den kommenden Monaten auf im Schnitt 13 Tage steigen", erläutert Bretz.

Eine ähnliche Tendenz sei für die Forderungsausfälle zu erwarten. "Hier dürfte sich der Anteil der Unternehmen mit spürbaren Forderungsausfällen von 9,2 auf 10 Prozent erhöhen", sagt der Experte. Von spürbaren Ausfällen spricht Creditreform bei einem Wert ab einem Prozent des Umsatzes.

Quelle: dpa
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