24.12.12

Finanzchef Zimmerer

Allianz-Manager gegen Bankenrettung mit Steuergeld

Der Finanzvorstand der Allianz hat dazu aufgerufen, die Rettung von Banken mit Staatsgeld zu beenden. Sie sei Steuerzahlern schwer zu vermitteln. Eine Bank könnte auch einmal abgewickelt werden.

Steuerzahler sollten nach Ansicht von Allianz-Finanzvorstand Maximilian Zimmerer nicht länger für Banken in die Bresche springen. "Man sollte generell damit aufhören, Banken mit Staatsgeldern zu retten", sagte Zimmerer dem "Tagesspiegel". "Das ist nicht besonders gesund, und es ist dem Bürger auch schwer zu vermitteln."

Finanzinstitute sollten laut Zimmerer über soviel Kapital verfügen, dass sie sich selber tragen. "Aber man muss auch überlegen, was nötig ist, um eventuell eine Bank auch mal abzuwickeln."

Deutschland braucht starke Banken

Eine Trennung von Investment- und Privatbanken bei Großbanken hält Zimmerer für "nicht zwingend". Es gebe Synergien zwischen beiden Sparten.

Generell brauche eine weltweit verflochtene und auf Export ausgelegte Wirtschaft Banken, die weltweit und breit aufgestellt seien. "Es ist wichtig für die deutsche Volkswirtschaft, dass es starke internationale deutsche Banken gibt."

Sturmschäden noch nicht absehbar

Zu den Kosten für den Hurrikan "Sandy" nannte Zimmerer keine Details. "Ein Großteil der Schäden entfällt auf Versicherungen gegen Betriebsunterbrechungen, und da warten wir noch auf Zahlen."

Der Sturm war Ende Oktober durch acht Bundesstaaten im Nordosten der USA gefegt. Dutzende Menschen starben und die Behörden ordneten Massenevakuierungen an. Schwer getroffen wurden unter anderem die Millionenmetropole New York und der bevölkerungsreiche Bundesstaat New Jersey.

Quelle: Reuters/cat
Quelle: Reuters
13.12.12 1:35 min.
Die Ausgestaltung der einheitlichen Bankenaufsicht durch die EZB ist auch bei der deutschen Börse in Frankfurt ein Thema. Oliver Roth, Chefhändler der Close Brothers Seydler Bank, rät zur Vorsicht.
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Die europäische Bankenaufsicht
  • EZB

    Die gemeinsame Bankenaufsicht soll bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt sein. Dort soll die Aufsicht über Kreditinstitute mit einer Bilanzsumme von mindestens 30 Milliarden Euro ausgeübt werden. Unter ihre Obhut sollen daneben Geldhäuser fallen, deren Bilanzsumme ein Fünftel der Wirtschaftsleistung ihres Heimatlandes erreicht. Grundsätzlich sollen die drei größten Kreditinstitute jedes Landes unter die neue europäische Aufsicht fallen.

  • Nationale Kontrolleure

    Die Aufsicht über die übrigen rund 6000 Geldinstitute der Währungsunion soll bei den nationalen Bankkontrolleuren bleiben. Sollte die EZB aber bei ihnen gravierende Probleme orten, kann sie sich einschalten und den Fall an sich ziehen, auch wenn das jeweilige Institut weit unter den genannten Größenmarken bleibt.

  • Lenkungsausschuss

    Ein Lenkungsausschuss soll die Arbeit der neuen gemeinsamen Aufsicht führen, die ihrerseits dem EZB-Rat Rede und Antwort stehen soll. Damit bleibt der EZB das letzte Wort bei Entscheidungen vorbehalten. Wahrnehmen soll die Notenbank ihre neuen Aufgaben ab dem 1. März 2014. Im Aufsichtsgremium selbst sollen Vertreter der nationalen Aufsichtsbehörden der Euro-Länder sowie EZB-Vertreter sitzen.

  • Erster Schritt

    Die Bestellung der EZB als europäischem Bankenaufseher ist der erste von drei Schritten zu einer echten europäischen Bankenunion. Der nächste Schritt soll die Schaffung eines europaweiten Abwicklungsregimes für Banken sein, die die EZB als nicht mehr überlebensfähig einstuft.

  • Zweiter Schritt

    Eine Abwicklungsanstalt braucht aber einen Fonds dahinter als Geldquelle, der die Kosten notwendiger Banken-Abwicklungen trägt. Dieser Abwicklungsfonds müsste auch Not-Finanzierungen anbieten für die Teile von Banken, die noch lebensfähig sind und weitergeführt werden sollen. Ob es zu einer gesamteuropäischen Abwicklungsanstalt kommt, ist noch unklar. Deutschland sträubt sich dagegen, weil es fürchtet, dadurch Haupt-Zahlmeister für Abwicklungen in anderen Ländern, etwa Spanien, zu werden.

  • Dritter Schritt

    Der dritte und abschließende Schritt einer Bankenunion sollen gleiche Regeln und Standards für die Einlagensicherungs-Systeme in allen Ländern des Währungsraums sein. Doch das ist nicht in Sicht. Bislang gibt es darüber heftigen politischen Streit. Das gilt auch für die Frage, ob es in fernerer Zukunft einmal eine gesamteuropäische Einlagensicherung geben könnte.

  • EBA

    Aufgabe der Europäischen Bankenaufsicht EBA in London bleibt die Fortschreibung der Regeln für die Branche. Dabei soll aber gewährleistet werden, dass es nicht zu Kollisionen mit den Entscheidungen der neuen Bankenaufsicht bei der EZB kommt. Nicht-Euro-Länder wie Großbritannien fürchteten, von einer übermächtigen EZB regelmäßig überstimmt zu werden. Streitfälle sollen in einem bei der EBA angesiedelten Gremium gelöst werden. Reuters

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