24.12.12

Vorsichtige Kunden

Luxus-Hersteller verabschieden sich vom Kaufrausch

Der Boom in der Luxus-Branche geht langsam zu Ende. Geld haben die reichen Kunden weltweit zwar immer noch genug, aber es sitzt nicht mehr so locker wie bisher. 2013 wird ein schwieriges Jahr.

Foto: dpa

Eine Mercedes-Benz Niederlassung in China: Besonders in Asien ist das Interesse an Luxusprodukten ungebrochen
Eine Mercedes-Benz Niederlassung in China: Besonders in Asien ist das Interesse an Luxusprodukten ungebrochen

Diamanten, Uhren, teure Taschen oder kostspielige Kleider: Zu Weihnachten standen Luxus-Produkte auf vielen Wunschzetteln ganz weit oben. Für die Hersteller war das Weihnachtsgeschäft diesmal der krönende Abschluss eines guten Jahres mit Milliardenumsätzen weltweit.

Die anhaltende Unsicherheit an den Finanzmärkten schlägt aber auchden wohlhabenden Kunden auf das Gemüt. Im Jahr 2013 könnte das Wachstum der Luxus-Hersteller daher geringer ausfallen als bisher. "Die Kaufkraft ist da, aber vieles in unserem Markt ist Psychologie", sagte der Chef des Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer.

Keine ganz große Krise

Große Kunden hielten sich bereits mit Bestellungen zurück. "Jeder ist im Moment vorsichtiger und stellt sich auf geringeres Wachstum ein." Statt sich das Lager zu füllen, bestellten die Händler erst einmal überschaubare Mengen.

Dennoch rechnet Sälzer auch im kommenden Jahr mit Zuwächsen im Luxus-Markt. "Es ist nicht so, dass die ganz große Krise ausbricht." In den vergangenen Jahren sei die Branche beständig gewachsen, dieses Plus werde 2013 aber geringer ausfallen als zuletzt.

China kurbelt Geschäfte an

Für das Jahr 2012 erwartet die Beratungsfirma Bain & Company in der Branche weltweit einen Zuwachs von zehn Prozent auf 212 Milliarden Euro. Vor allem reiche Kunden in China kurbelten die Geschäfte der Hersteller an.

Teure Kleidung oder Accessoires gelten dort vor allem in der aufstrebenden Mittelschicht als Prestigeobjekte. "Es ist ein Zeichen dafür, dass man erfolgreich ist", sagt Sälzer. Auch als Geschenk von Auslandsreisen stünden teure Mitbringsel bei Asiaten hoch im Kurs.

Kauflaune in Europa gebremst

Escada rechnet in China nach deutlichen Zuwächsen in diesem Jahr auch 2013 mit zweistelligen Zuwächsen. In Frankreich, Italien und England ist die Kauflaune der Kunden hingegen deutlich gebremst. Größter Markt für das Unternehmen bleiben die USA, gefolgt von Deutschland, Russland, Japan, China und Spanien.

Weltweit rechnet Escada in diesem Jahr mit einem Umsatz über dem Vorjahreswert von 300 Millionen Euro. Vor drei Jahren hatte das Unternehmen aus Aschheim bei München Insolvenz angemeldet und war von der indischen Unternehmerin Megha Mittal übernommen worden. Seitdem arbeitet sich der Konzern aus der Verlustzone.

Quelle: dpa/cat
Quelle: dapd
12.12.12 1:35 min.
Sterneköche, edelster Marmor und Art-Deco-Design gegenüber dem Berliner Bahnhof Zoo. Im Luxushotel Waldorf Astoria sollen ab Januar 2013 wohlhabende Touristen Quartier beziehen können.
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Die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen
  • EXPORTE

    Die deutschen Exporte nach China haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verfünffacht. Wurden 2001 lediglich Waren im Wert von zwölf Milliarden Euro in die Volksrepublik geliefert, so stieg der Wert 2011 schon auf 65 Milliarden Euro. Damit gehört China zu den fünf wichtigsten Kunden der Exportnation Deutschland. „In den kommenden Jahren wird das Land zur Nummer eins aufrücken“, sagt der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt. Exportschlager sind Maschinen, gefolgt von Fahrzeugen und chemischen Produkten.

  • IMPORTE

    Umgekehrt schickt sich die Volksrepublik an, zum wichtigsten Lieferanten Deutschlands zu werden. Die Chinesen schickten 2011 Waren im Wert von 79,5 Milliarden Euro hierher und damit viermal so viel wie 2001. Nach den Niederlanden belegt China damit Platz zwei. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis China auch bei den Importen zur Nummer eins aufsteigt“, sagt Börner. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

  • INVESTITIONEN

    26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Fast 4000 Firmen sind derzeit in der Volksrepublik aktiv. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 158 Unternehmen siedelten sich 2011 hierzulande an – China ist damit Investor Nummer eins, noch vor den USA und der Schweiz. Nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young unter 400 großen und mittelständischen Unternehmen in China ist Deutschland in Europa das mit großem Abstand begehrteste Ziel für Investitionen und Zukäufe.

    Quellen: Statistisches Bundesamt, BGA, DIHK, GTAI

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