24.12.12

Außenhandel

Deutsche Exporteure erwarten 2013 gute Geschäfte

Der deutsche Außenhandel kann sich trotz Krise in der Euro-Zone auch im kommenden Jahr behaupten. Experten rechnen mit einem Anstieg der Exporte – allerdings unter dem langjährigen Durchschnitt.

Quelle: Reuters
13.12.12 1:53 min.
Nach dem Konjunkturrückgang im Winter wird die Wirtschaft nach Ansicht des Ifo-Instituts wieder Fahrt aufnehmen. Für das Gesamtjahr 2013 erwarten die Münchner ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent.

Die deutsche Ausfuhrwirtschaft wird nach Erwartung des Industrie- und Handelskammertags (DIHK) auch 2013 wachsen, allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren.

Trotz zunehmender Handelshemmnisse und einer eher schwachen Konjunktur in den Industriestaaten kämen dennoch erhebliche Impulse aus den Schwellen- und Entwicklungsländern, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den DIHK.

Unterdurchschnittliche Zuwachsraten

"2013 wird sich die deutsche Außenwirtschaft auch in schwierigem Umfeld behaupten können", wird DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zitiert. Zu rechnen sei mit einem Zuwachs von vier Prozent, was allerdings unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre liege.

Dennoch wird der Außenhandel nach Ansicht von Experten auf lange Sicht der wichtigste Wachstumstreiber der deutschen Wirtschaft bleiben. Dabei entwickele sich der Dienstleistungssektor immer stärker zum Exportschlager, sagte der Präsident des Bundesverbandes Groß- und Außenhandel (BGA), Anton F. Börner, der dpa. Deutsche Systemlösungen und Kundendienstleistungen seien gefragt wie nie zuvor.

Dienstleistungssektor könnte stark anziehen

Allein 2012 sind laut BGA Dienstleistungen mit einem Gesamtvolumen von 200 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert worden. Die Kurve zeige steil nach oben: "Wir rechnen in den nächsten zehn bis 15 Jahren mit sehr starkem Wachstum", sagte der BGA-Chef.

Dabei spiele Europa nur eine Nebenrolle – wichtige Märkte seien vor allem aufstrebende Länder wie China oder Indien. Der Ausbau der Infrastruktur in diesen Staaten biete riesige Chancen.

Euro-Krise noch lange nicht überwunden

Für 2013 rechnet Börner wie der DIHK damit, dass die deutschen Exporte insgesamt um dreieinhalb bis vier Prozent wachsen. "Wenn es ganz toll läuft, können es auch fünf Prozent sein", sagte der Verbandschef. Damit würden die Ausfuhren auf rund 1,16 Milliarden Euro steigen.

Hauptgrund dafür, dass die Zuwachsraten hinter denen der vergangenen Jahre zurückbleiben dürften, ist laut Börner die Euro-Schuldenkrise, die aus seiner Sicht noch lange nicht überwunden ist.

Quelle: dpa/cat
Foto: Infografik Die Welt

China ist mittlerweile einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

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Die Wirtschaftslage der Schwellenländer
  • Türkei

    Manches, was die islamisch-konservative Regierung in gesellschaftspolitischer Hinsicht tut, mag suspekt sein. Eines kann man ihr aber nicht absprechen: Sie hat die türkische Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren grundlegend reformiert und auf einen nachhaltigen Wachstumspfad gebracht. Die Inflation ist gezähmt, die Börse boomt. Nur ein Problem bleibt Die negative Leistungsbilanz. Um sie auszugleichen, muss das Land permanent Kapital anziehen. Das macht anfällig für Krisen, denn Kapital ist bekanntlich ein scheues Reh. Doch immerhin gelang es zuletzt, auch dieses Problem zu mildern, rechnet man die Kosten für Ölimporte heraus, ist die Leistungsbilanz inzwischen sogar ausgeglichen. Der Aufschwung kann daher weitergehen.

    Bevölkerung: 78 Millionen

    Wachstum 2011: 8,5 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 0,2 Billionen Dollar

  • Brasilien

    Unter den BRIC-Staaten ist Brasilien derzeit das aussichtsreichste Anlageziel. Es er zielt hohe Einnahmen durch seine Rohstoffe, die recht gut auf die Bevölkerung verteilt werden und so den Konsum befördern. Das größte Problem war bisher stets die mangelhafte Infrastruktur. Sie verhinderte Wachstumsgewinne, die sich aus einer Effizienzsteigerung ergeben. Doch auch hier tut sich nun Entscheidendes. Denn zur Vorbereitung der Fußball-WM (2014) und der Olympischen Spiele (2016) investiert das Land kräftig. Und im Gegensatz zu früheren Versuchen, die Infrastruktur zu verbessern, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es diesmal gelingt. Denn sonst würde sich die Nation vor aller Welt blamieren – dies erzeugt den notwendigen Druck.

    Bevölkerung: 187 Millionen

    Wachstum 2011: 2,7 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 1,3 Billionen Dollar

  • Indien

    Indien galt lange als das neue China, die neue Supermacht mit Wachstumsraten um die zehn Prozent. Doch damit ist es seit einigen Monaten vorbei. Entscheidender Wendepunkt war ein Gesetz zur Liberalisierung des Einzelhandels, das im Parlament gestoppt wurde. Seither steht die Politik still. Hinzu kamen diverse Korruptionsskandale. All das hat dazu geführt, dass die Unternehmen kaum noch investieren, der Vertrauensverlust bei in- und ausländischen Anlegern sitzt tief. Wenn es jedoch gelingt diese Phase zu überwinden, beispielsweise durch eine neue Regierung, die mit Schwung die Probleme anpackt, hat das Land das Potenzial, schnell wieder an alte Wachstumsraten anzuschließen. Die Probleme sind groß, aber recht leicht lösbar.

    Bevölkerung: 1210 Millionen

    Wachstum 2011: 7,1 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 1,1 Billionen Dollar

  • Südafrika

    Der große Vorteil ist seine Bevölkerung. Denn die Lebenserwartung ist bislang sehr gering, was im Umkehrschluss heißt, dass noch viel Raum für eine Verbesserung ist. Und genau solche Entwicklungen haben in anderen Schwellenländern stets die wirtschaftliche Entwicklung befeuert. Allerdings: Bislang tut sich die Regierung schwer, einen solchen Trend anzustoßen. Auch eine Reform des Arbeitsmarktes, die dringend notwendig wäre, kommt nicht voran. Solange sich dies nicht ändert, bleibt Südafrika daher vor allem eine Wette auf steigende Rohstoffpreise, obwohl es eigentlich eines der Länder mit dem größten Potenzial für einen sich selbst tragenden Aufschwung wäre. Doch dazu müsste es einen Wechsel in der Regierung geben.

    Bevölkerung: 1210 Millionen

    Wachstum 2011: 7,1 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 1,1 Billionen Dollar

  • China

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    Bevölkerung: 1330 Millionen

    Wachstum 2011: 9,2 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 3,2 Billionen Dollar

  • Thailand, Malaysia, Indonesien

    Südostasien war für Aktienanleger zuletzt die gewinnträchtigste Region. Indonesien profitiert vom starken Binnenkonsum und von Rohstoffexporten, Malaysia bietet eine gute Infrastruktur und entwickelt sich mehr und mehr zu einem Standort für Hightech-Produzenten, und in Thailand führte der Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vom Vorjahr zu einem kleinen Wirtschaftsboom. Hinzu kommt nun, dass die Öffnung von Myanmar (Birma) eine wahre Goldgräberstimmung unter Investoren ausgelöst hat, die vor allem auf den Nachbarn Thailand zurückwirkt. Die Region gilt daher nach wie vor als eine der aussichtsreichsten unter den Schwellenländern, allerdings sind die Aktienkurse bereits recht stark gestiegen.

    Bevölkerung: 67 Millionen/28 Millionen/243 Millionen

    Wachstum 2011: 0,1 Prozent/5,1 Prozent/6,5 Prozent

    Marktkapitalisierung Börse: 0,3 Billionen Dollar/0,4 Billionen Dollar/0,4 Billionen Dollar

  • Russland

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    Bevölkerung: 134 Millionen

    Wachstum 2011: 4,3 Prozent

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