23.12.12

Preise gestiegen

Waffenboom – "Alle Welt will Sturmgewehre"

Nach dem Amoklauf an einer US-Grundschule ist der Run auf automatische Waffen ungebrochen. Die Preise für Sturmgewehre sind seit der Tragödie explodiert. Beim Kauf geht es auch um Grundsätzliches.

Foto: dpa
Waffenladen in den USA
Besonders gefragt sind Waffenhändlern zufolge Sturmgewehre vom Typ AR-15. Auch der Täter von Newtown soll eine solche Waffe benutzt haben

Auch nach dem jüngsten Schulmassaker ist der Run auf automatische oder halbautomatische Waffen in den USA ungebrochen. Waffenmessen in mehreren Bundesstaaten lockten am Wochenende unzählige Besucher an.

An den Eingängen bildeten sich lange Schlangen und die Verkaufsstände waren dicht umlagert. Selbst höhere Preise schreckten die Kunden nicht ab. Manche Geschäfte waren sogar ausverkauft. Besonders gefragt waren Händlern zufolge Sturmgewehre vom Typ AR-15. Unter anderem soll der Täter von Newtown eine solche Waffe aus dem Besitz seiner Mutter benutzt haben, um 20 Grundschüler und sechs Erwachsene umzubringen.

Präsident Barack Obama hatte nach dem Massaker im Bundesstaat Connecticut eine Verschärfung des Waffenrechts ins Gespräch gebracht, was die mächtige Lobby von der National Rifle Association (NRA) umgehend zurückwies.

"Alle Welt will Sturmgewehre", sagte die Waffenhändlerin Shirley Donley auf einer Messe im Bundesstaat Pennsylvania. Seit dem Amoklauf von Newtown habe sie davon 100 Stück abgesetzt. "Ich bin ausverkauft." Derartige Waffen können in schneller Folge feuern.

Das Recht auf Waffen demonstrieren

Von 1994 bis 2004 waren der Verkauf bestimmter Sturmgewehre und von Magazinen mit mehr als zehn Schuss Munition nicht erlaubt. Unter Obamas Vorgänger George W. Bush lief das Verbot allerdings aus.

Seit dem Massaker von Newtown sind die Preise für Sturmgewehre geradezu explodiert. So berichtete ein Käufer, dass er für eine AR-15 mehr als 900 Dollar habe zahlen müssen. Vor einem Jahr seien dafür noch weniger als die Hälfte verlangt worden. Die meisten Modelle hätten 1500 Dollar und mehr gekostet. Einige der AR-15-Käufer hätten ihr verfassungsgemäßes Recht auf Waffenbesitz demonstrieren wollen, sagte ein Händler.

Verkäufer wie Kunden stellten sich hinter den Vorschlag der Waffenlobby, vor den Schulen bewaffnete Posten einzusetzen. Die Die NRA hatte dies als bestes Mittel der Gewaltprävention bezeichnet. "Das einzige, was einen Bösewicht mit einer Waffe stoppt, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", sagte NRA-Chef Wayne LaPierre, dessen Äußerungen auf harsche Kritik stießen.

Quelle: Reuters/sara
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