22.12.2012, 21:34

EZB-Chef Draghi findet deutsche Inflationssorgen übertrieben


EZB-Chef Mario Draghi: „Wir haben Preisstabilität geliefert“

Foto: Olivier Hoslet / dpa

EZB-Chef Mario Draghi: „Wir haben Preisstabilität geliefert“ Foto: Olivier Hoslet / dpa

Die Währungshüter der EZB gehen für 2013 davon aus, dass die Inflationsrate unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird. EZB-Präsident Draghi findet, die Deutschen machen sich zu viele Sorgen.

EZB-Präsident Mario Draghi hält die Inflationssorgen der Deutschen für übertrieben. "Fakt ist, dass wir Preisstabilität geliefert haben und das weiterhin tun werden", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er sieht zudem die Kritik an seiner Geldpolitik schwinden.

Die EZB strebt eine Inflationsrate von knapp unter 2,0 Prozent als stabiles Preisniveau an. Für den Euro-Raum gehen die Währungshüter davon aus, dass die Teuerung nach 2,5 Prozent im laufenden Jahr 2013 unter die Zielmarke von 2,0 Prozent sinken wird: auf 1,6 Prozent, wie es zuletzt hieß.

In Deutschland war die Inflation im November erstmals seit Juli wieder unter 2,0 Prozent gesunken. Sie lag bei 1,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt Mitte Dezember mitteilte.

Asmussen - "Anlass zu verhaltenem Optimismus"

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen Stimmte in Draghis Tenor mit ein: "Es gibt keinen Grund zur Sorge", sagte Asmussen der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". " Wir erwarten, dass die Inflation in der Euro-Zone im kommenden Jahr wieder unter zwei Prozent liegt."

Asmussen sagte der Zeitung außerdem, bei der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise habe man Beachtliches erreicht. "Im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren sind wir ein ordentliches Stück vorangekommen. Es gibt Anlass zu verhaltenem Optimismus." Als Beispiel nannte er den Fiskalpakt, den permanenten Rettungsfonds ESM und die Beschlüsse zur Bankenunion.

(dpa/sara)
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