22.12.12

Weihnachten

Berlins Händler freuen sich auf den Geschenke-Endspurt

Der vierte Advent ist der letzte verkaufsoffene Sonntag. Während woanders das Weihnachtsfieber ausblieb, erwartet Berlin hohe Umsätze.

Foto: dpa

Endspurt im Weihnachtsgeschäft: Die Berliner haben noch zwei Tage
Endspurt im Weihnachtsgeschäft: Die Berliner haben noch zwei Tage

Die Einzelhändler der Hauptstadt können sich auch in diesem Jahr über ein gutes Weihnachtsgeschäft freuen. Die Umsätze liegen zwischen ein und zwei Prozent über denen des Vorjahres, schätzt Nils Busch-Petersen, der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (HBB). Darüber sei die Branche durchaus zufrieden. "In Brandenburg hat sich der Einzelhandel dagegen etwas schwer getan", so Busch-Petersen. Das hänge mit der Größe der Städte zusammen. "Eine Großstadt wie Berlin hat es automatisch leichter, Kunden anzuziehen als kleine und mittlere Städte, wie sie in Brandenburg auf dem Land häufig zu finden sind", so der Handelsexperte.

Andere Größstädte wie München oder Frankfurt berichteten von einem eher verhaltenen Weihnachtsgeschäft. Zwar sei es Sonnabend "rappelvoll" gewesen, jedoch seien "Geschenkefieber und Kaufrausch" bei den Kunden ausgeblieben, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Bayern, Bernd Ohlman.

Gutscheine beleben auch das nachweihnachtliche Geschäft

Beliebte Geschenke sind dieses Jahr Gutscheine. Diese machen das Geschäft nach Weihnachten immer wichtiger, da die Gutscheine dann erst eingelöst werden und viele Kunden dann noch etwas Zusätzliches einkaufen. Auf der Beliebtheitsskala folgen danach Bücher, CDS, DVDs, Spielzeug und Parfüms.

Bei den technischen Geräten lief der Verlauf von Tablet-Computern den Angaben des Einzelhandels zufolge in diesemJahr besonders gut. Sie liegen mittlerweile in einem Preissegment, das für viele Leute erschwinglich ist. Für den Einzelhandel hat sich das kalte Wetter Anfang Dezember positiv bemerkbar gemacht. "Davon haben besonders die Kleidungsgeschäfte profitiert", so Busch-Petersen. Denn in der Zeit wurden viele Mützen, Schals, Pullover und Jacken verkauft.

Immer mehr Leute kaufen mittlerweile auch ihre Weihnachtsgeschenke im Internet. Insgesamt erzielt der deutsche Einzelhandel online etwa sieben Prozent seiner Umsätze. "In Berlin dürfte es sogar etwas mehr sein, da hier viele Menschen leben, die das Internet häufig nutzen", so Busch-Petersen. Viele Geschäfte hätten sich an den Trend angepasst und würden eine mehrgleisige Strategie fahren. So bieten sie ihren Kunden neben Service in der Filiale auch ein Online-Angebot an.

Touristenzahlen sorgen für Optimismus

Busch-Petersen blickt optimistisch in das neue Jahr: "Wenn die Rahmenbedingungen so bleiben und weiterhin so viele Besucher nach Berlin kommen dürften die Umsätze stabil bleiben." Besonders wichtig seien dabei Touristen aus dem In- und Ausland, die für etwa ein Viertel der Umsätze in der Hauptstadt sorgen würden. "Trotz der Wirtschaftskrise in Europa kommen die Leute weiter gern zu uns und geben hier Geld aus", so Busch-Petersen.

Auch die Inhaber von Ständen auf den Weihnachtsmärkten waren mit dem bisherigen Verlauf ihrer kurzen Saison zufrieden. Glühwein, gebrannte Mandeln und Bratwürste lockten in ganz Deutschland etwa ebenso viele Besucher an wie im vergangenen Jahr. Ein wichtiger Grund dürfte auch hier das kalte und trockene Wetter gewesen sein. Das machte sich in Berlin vor allem Anfang Dezember bemerkbar. Bei warmem und nassem Wetter sind die Märkte üblicherweise weitaus weniger gut besucht. Besonders beliebt waren der traditionelle Glühwein und die Bratwurst. Doch immer mehr Stände bieten auch ausgefallene Köstlichkeiten an wie Elch-Burger oder die ungarische Brotspezialität Lángos. Während die Essensstände zunehmen, sind immer weniger Handwerksbetriebe auf den Märkten zu finden.

Am heutigen Sonntag dürfte noch einmal ein ordentlicher Teil zum Umsatz der Händler dazu kommen. Ein Großteil der Geschäfte in der Hauptstadt nutzen die vom Senat genehmigte Möglichkeit, und haben noch einmal ab 13 Uhr geöffnet. Geschlossen werden die Läden dann zwischen 18 und 20 Uhr.

Quelle: BM
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