22.12.12

Defizitabbau

EU will Madrid und Paris mehr Zeit zum Sparen geben

Spanien steckt tief in der Wirtschaftskrise, die Finanzmärkte spekulieren auf einen Euro-Hilfsantrag. Laut Bericht bekommt das Land nun Unterstützung von der EU – ebenso wie das kriselnde Frankreich.

Die EU-Kommission will Spanien und Frankreich einem Medienbericht zufolge mehr Zeit zum Defizitabbau einräumen.

Spanien müsse seinen Haushalts-Fehlbetrag erst bis 2015 oder 2016 unter die EU-Obergrenze von drei Prozent senken anstatt 2014, berichtete die spanische Zeitung "El Pais" unter Berufung auf Kommissionskreise und Vertreter der Regierung in Madrid.

Im Gegenzug fordere die Kommission neue Strukturreformen im Kampf gegen die Schuldenkrise wie etwa eine neue Rentenreform. Frankreich solle bis 2014 und damit ein Jahr mehr Zeit gegeben werden, das Defizit unter die Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken.

IWF dringt auf zwei Jahre

Während die Europäische Zentralbank dem Bericht zufolge Spanien ein Jahr mehr Zeit geben will, dringt der Internationale Währungsfonds (IWF) auf zwei Jahre.

Auch Spaniens Defizitziele für dieses und nächstes Jahr sollen demnach gelockert werden. So wolle die Kommission 2012 einen Fehlbetrag von sieben Prozent und 2013 von sechs Prozent dulden. Bislang liegt das Ziel für 2012 bei 6,3 Prozent und für 2013 bei 4,5 Prozent.

Hilfsantrag könnte verzögert werden

Sollte die Kommission die neuen Ziele bei der bis zum 15. Februar laufenden Überprüfung der spanischen Reformen verkünden, könnte Ministerpräsident Mariano Rajoy einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds ESM weiter hinausschieben.

An den Finanzmärkten wird bereits seit längerem mit einem Hilfsantrag Spaniens gerechnet, nachdem der Staat schon Hilfen für die marode Bankenbranche erhält.

Spanien leidet schwer unter einer geplatzten Blase am Immobilienmarkt. Zudem macht dem hoch verschuldeten Land eine tiefe Rezession und hohe Arbeitslosigkeit zu schaffen.

Quelle: Reuters/cat
Quelle: Reuters
18.12.12 0:51 min.
Rund 2000 Menschen demonstrierten in Madrid, um gegen Sparmaßnahmen zu protestieren. Um in diesem Jahr Milliarden Euro sparen, will die Regierung die Renten nicht an die jährliche Inflation angepasst.
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