22.12.2012, 10:41

Staatsverschuldung IWF macht sich Sorgen um Frankreichs Defizit


Frankreichs Präsident Hollande steht unter Druck

Foto: POOL / REUTERS

Frankreichs Präsident Hollande steht unter Druck Foto: POOL / REUTERS

Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung von Statistikern in diesem Jahr kaum gewachsen sein. Der Währungsfonds erwartet von der Regierung, alles für das Einhalten des Defizitziels zu tun.

Frankreich sollte nach Einschätzung mehrerer Direktoren des Internationalen Währungsfonds (IWF) im Falle einer anhaltenden Wachstumsflaute seinen Sparkurs verschärfen. Um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu wahren, müsse die französische Regierung im nächsten Jahr auf jeden Fall das Defizitziel von drei Prozent erreichen, teilte der IWF nach Beratungen des Führungsausschusses in Washington mit.

Sollte die französische Wirtschaft schwächer wachsen als erwartet, müsse die Regierung in Paris nach Ansicht mehrerer IWF-Direktoren gegensteuern. Einige Mitglieder des Boards hätten sich während der Sitzung aber auch gegen eine Verschärfung des Sparkurses ausgesprochen, weil dies das Wachstum nur noch weiter abwürgen würde.

Schwache Wirtschaftsentwicklung

Die französische Wirtschaft wird nach Einschätzung des Statistikamts in diesem Jahr kaum gewachsen sein. Für 2012 ist demnach lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent zu rechnen. Die Prognose der Behörde fällt damit schlechter aus als die offizielle Schätzung der Regierung, die ein Wachstum von 0,3 Prozent für das Gesamtjahr erwartet. 2011 war die französische Wirtschaft noch um 1,7 Prozent gewachsen.

Der Ausblick fällt kaum besser aus. So rechnet die Statistikbehörde auch für die ersten beiden Quartale 2013 mit einem Plus von jeweils 0,1 Prozent. Damit dürfte der Druck auf die sozialistische Regierung von Präsident François Hollande wachsen, ihre Wachstumsprognose für 2013 von bislang 0,8 Prozent nach unten zu korrigieren. Die schwache Wirtschaftsentwicklung könnte es Hollande zudem erschweren, 2013 das Defizitziel von drei Prozent einzuhalten.

(Reuters/cat)
Mo, 10.12.2012, 15.36 Uhr

Bei der Vergabe des Friedensnobelpreises werden Deutschland und Frankreich hervorgehoben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Francois Hollande waren dabei.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter