21.12.12

Umfrage

Deutsche Top-Manager rechnen mit mehr Wachstum

Die deutsche Wirtschaft könnte laut einer exklusiven Umfrage schon bald wieder durchstarten. Vor allem die Geschäfte mit China und den USA sollen im kommenden Jahr die Konjunktur antreiben.

Foto: Infografik Die Welt

Umfrage in der Wirtschaft zur Entwicklung der Konjunktur
Umfrage in der Wirtschaft zur Entwicklung der Konjunktur

Deutschlands Top-Manager erwarten, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr wieder stärker wachsen wird. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter den Mitgliedern des Leaders Parliament von Roland Berger Strategy Consultants und der Berliner Morgenpost-Gruppe. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten rechnet damit, dass die Konjunktur sich im kommenden Jahr wieder erholen wird.

Mehr als jeder Vierte der 220 befragten Führungskräfte erwartet, dass vor allem die Geschäfte mit den USA und China im kommenden Jahr das Wachstum treiben könnten. Ähnliche Hoffnungen äußerten in dieser Woche bereits die Verbände der Maschinenbauer und der Elektroindustrie.

Deren Mitgliedsunternehmen berichten von hervorragenden Geschäften in den USA, weil dort ansässige Firmen ihre Produktionskapazitäten ausweiten und nötige aber bisher aufgeschobene Investitionen tätigen.

Davon profitieren die hiesigen Hersteller von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern. Auch die chinesische Wirtschaft scheint sich nach einer vorübergehenden Schwächephase wieder gefangen zu haben. Zuletzt hatte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die chinesische Wirtschaft nach oben korrigiert.

Entspannung der Euro-Krise?

Knapp 15 Prozent der Befragten glauben, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr von einer Entspannung in der Euro-Krise profitieren kann. Sie gehen davon aus, dass die Schuldenkrise im Währungsraum ihren Höhepunkt bereits überschritten hat.

Seit der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), nötigenfalls Anleihen der Euro-Mitglieder in unbegrenztem Umfang aufzukaufen, hat für erhebliche Beruhigung an den Finanzmärkten gesorgt, so dass zuletzt auch die Risikoprämien für die Anleihen der Krisenstaaten gefallen sind.

Ein guter Teil der Entscheidungsträger beurteilt allerdings die Konjunkturaussichten eher skeptisch. Knapp ein Drittel von ihnen rechnet damit, dass die Unsicherheit über die Zukunft der Euro-Zone auch im kommenden Jahr anhalten wird und Verbraucher und Firmen davon abhalten dürfte, Geld auszugeben und Investitionen zu tätigen.

Knapp 16 Prozent der Befragten erwarten, dass die hartnäckige Rezession in den Krisenstaaten der Währungsunion auch in den kommenden Monaten weitergehen wird und dann auch hierzulande die wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflussen wird.

Bessere Stimmung in Unternehmen

Das Gros der Konjunkturexperten ist allerdings deutlich positiver gestimmt und erwartet, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden vierten Quartal leicht schrumpfen wird, um dann ab dem ersten Quartal wieder Fahrt aufzunehmen. Deutschland würde damit knapp an einer Rezession vorbeischrammen. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge sinkt.

Für eine Erholung spricht auch die zuletzt wieder besser gewordene Stimmung in den Unternehmen hierzulande. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der als bedeutendster Gradmesser für die Stimmung in der Wirtschaft gilt, ist im Dezember zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen für das kommende Jahr hatten sich zuletzt verbessert.

OECD erwartet Euro-Rezession

Die Bankvolkswirte und Institute rechnen aktuell mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 0,3 Prozent und einem Prozent im kommenden Jahr. Die Bundesregierung geht im Moment noch von einem Wirtschaftswachstum von einem Prozent im kommenden Jahr aus.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die sogenannten Wirtschaftsweisen, erwarten, dass die deutsche Volkswirtschaft in diesem Jahr um 0,8 Prozent gewachsen ist und dass sie im kommenden Jahr noch einmal um 0,8 Prozent zulegen kann.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone dürfte nach Einschätzung der OECD in diesem Jahr allerdings um 0,4 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr ebenfalls in der Rezession verharren.

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OECD-BIP-Prognose
  • Euro-Zone

    2012: – 0,4 Prozent

    2013: – 0,1 Prozent

    2014: 1,3 Prozent

  • OECD insgesamt

    2012: 1,4 Prozent

    2013: 1,4 Prozent

    2014: 2,3 Prozent

  • USA

    2012: 2,2 Prozent

    2013: 2,0 Prozent

    2014: 2,8 Prozent

  • Japan

    2012: 1,6 Prozent

    2013: 0,7 Prozent

    2014: 0,8 Prozent

    Bruttoinlandsprodukt real, arbeitstäglich bereinigt, Quelle: dpa

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