21.12.12

Effizienzprogramm

Energiekonzern EnBW streicht 1350 Stellen bis 2014

In der Energiebranche nimmt der Stellenabbau Fahrt auf: Nach RWE und E.on entlässt nun auch EnBW im großen Stil Mitarbeiter. Die Stellenstreichungen sollen sozial verträglich ablaufen.

Foto: dapd

EnBW: Viele in der Branche trennen sich derzeit von Mitarbeitern
EnBW: Viele in der Branche trennen sich derzeit von Mitarbeitern

Nach RWE und E.on will auch der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW massiv Stellen streichen. Von den etwa 20.000 Mitarbeitern sollen 1350 bis Ende 2014 gehen.

Der Konzern betonte, der Stellenabbau solle über verschiedene Instrumente wie Altersteilzeit oder Abfindungsangebote erfolgen. Darauf habe sich das Unternehmen mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt.

Damit haben die Beschäftigten nach Monaten des Wartens jetzt die Gewissheit, dass die Sparvorgaben, mit denen sich das Unternehmen aus der Krise befreien will, auch mit einem Stellenabbau erreicht werden sollen. Bislang war nur von einem Beitrag der Mitarbeiter die Rede gewesen.

Vor allem betroffen sein wird der Verwaltungsbereich mit 1040 Stellen. Im operativen Bereich, etwa in den Kraftwerken oder beim Energiehandel, sollen 310 Stellen wegfallen.

Mit den Arbeitnehmervertretern wurde zusätzlich zum Arbeitsplatzabbau vereinbart, die Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren im Durchschnitt um 18 Prozent einer Monatsvergütung abzusenken.

Auch bei RWE und E.on müssen Mitarbeiter gehen

Die größeren Wettbewerber RWE und E.on machen sogar noch radikalere Einschnitte in ihren Mitarbeiterstamm. Beim Essener Dax-Konzern RWE sollen 10.400 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen.

"Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen", hatte Konzernchef Peter Terium im Sommer erklärt. E.on hat ein Effizienzprogramm namens E.on 2.0 aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 11.000 Arbeitsplätzen vorsieht.

Die Branche ist nach dem beschlossenen Atomausstieg der Bundesregierung in die Enge geraten. Die Kosten für die Brennelementesteuer, für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die entgehenden Einnahmen aus abgeschalteten Atommeilern machen den Konzernen zu schaffen.

Insbesondere EnBW hatte mit einem Anteil am Energiemix von mehr als der Hälfte auf Atomstrom gesetzt. Der Konzern hatte daraufhin 2011 das Effizienzprogramm "Fokus" bekannt gegeben, das durch Verkäufe und Kosteneinsparungen ab 2015 mit 750 Millionen Euro im Jahr das Ergebnis entlasten soll. Das Ziel soll jetzt schon 2014, also ein Jahr früher, erreicht werden, teilte der Konzern ebenfalls am Freitag mit.

"Mit der Beschleunigung ihres Effizienzprogramms reagiert die EnBW konsequent auf die unverändert schwierigen energiewirtschaftlichen Rahmen- und Marktbedingungen", hieß es vom Konzern. Für eine künftige solide finanzielle Basis sei die nachhaltige Ergebnisverbesserung von 750 Millionen Euro wesentlich.

Quelle: dapd/lw
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Vorbereitung seiner Aussage im BER-Untersuchungsausschuss
Aktualisiert vor 10 MinutenAbgeordnetenhaus
Live-Blog – Klaus Wowereit im BER-Untersuchungsausschuss

Berlins Regierender steht dem Untersuchungsausschuss zum BER-Debakel Rede und Antwort. Es dürfte die bislang spannendste Sitzung werden. Viktoria Solms und Christian Mutter sind live dabei. mehr...


Morgenpost-Autorin Jennifer Hinz vor einer begehrten Wohnung im Prenzlauer Berg
12:49Mietpreise
Wie die Wohnungssuche in Prenzlauer Berg zum Kampf wurde

Der Wohnungsmarkt in Prenzlauer Berg ist heiß umkämpft. Morgenpost-Autorin Jennifer Hinz begab sich dennoch auf die Suche. Sie traf auf schimpfende Makler und angebliche Rückzugsoasen. mehr...


Gideon Joffe, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, legte den Fokus darauf, Vermögenswerte für nachfolgende Generationen zu bewahren. Künftig sollten keine Immobilien mehr veräußert werden
12:32Gehälter
Rangelei nach Mai-Sitzung der Jüdischen Gemeinde

Die Jüdische Gemeinde hat finanzielle Probleme. Damit die Gehälter der Mitarbeiter im Mai zeitnah ausgezahlt werden können, wurden nun Überbrückungsmöglichkeiten diskutiert. Danach kam es zu Tumulten. mehr...


Bild aus alten Zeiten: Lukasz Piszczek 2008 im Trikot von Hertha BSC. Erst in Dortmund konnte der Pole richtig durchstarten
07:33Fußball
Lukasz Piszczek – der einstige Herthaner im Londoner Finale

Zwei Jahre lang trug Lukasz Piszczek das Trikot von Hertha. Als die Berliner aus der Bundesliga abstiegen, wechselte er zu Dortmund. Und dort blühte der Pole unter Trainer Jürgen Klopp richtig auf. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Krawalle Wieder Ausschreitungen in Stockholm
Washington Brücke in USA eingestürzt
Grundsatzrede Obama will strengere Regeln für Drohnenangriffe
Queen of Soul Aretha Franklin braucht eine kleine Auszeit
 
tb_airberlin.gif
airberlin - Destination…

airberlin baut die Verbindungen nach Polen aus. Erfahren…mehr

tb_Erste-Adressen.jpg
Berlins Erste Adressen

Eine Initiative der Berliner Kaufleute und der Berliner…mehr

Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Philipp Rösler

Szenen einer Reise ins Silicon Valley

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote