19.12.12

Ifo-Index

Konjunkturbarometer für 2013 wecken neue Hoffnung

Der wichtige Ifo-Index steigt, in China und den USA mehren sich die guten Zeichen: Zum Jahresende scheint sich die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Die deutschen Firmenchefs sind zuversichtlich.

Foto: dapd

Die Umsätze werden wachsen, glauben viele Entscheider: Die Firmen – hier Windkraftanlagenbauer – sind optimistisch wie lange nicht
Die Umsätze werden wachsen, glauben viele Entscheider: Die Firmen – hier Windkraftanlagenbauer – sind optimistisch wie lange nicht

Die deutschen Unternehmen gehen optimistischer ins neue Jahr. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in den Unternehmen misst, ist im Dezember weiter gestiegen: Der Indexwert verbesserte sich um einen Punkt auf 102,4 Punkte und erreicht damit den höchsten Wert seit fünf Monaten.

So gut gelaunt waren die Firmenchefs zuletzt im Juli. Der stark beachtete Index des Münchener Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) basiert auf einer Umfrage unter rund 7000 Firmenlenkern.

Und die setzen große Hoffnung auf das Jahr 2013. Die bessere Stimmung basiert vor allem auf den gestiegenen Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Sie hat den größten Sprung seit zweieinhalb Jahren gemacht. "Die Ifo-Geschäftserwartungen signalisieren zum ersten Mal seit langem eine Wende zum Besseren", kommentierte Jörg Krämer, der Chefvolkswirt der Commerzbank, die Ergebnisse.

Zwar laufen die Geschäfte nach Einschätzungen der Manager gegenwärtig so schlecht wie seit Juni 2010 nicht mehr. Aber dass die Unternehmen die derzeitige Situation noch kritisch beurteilen, muss kein Grund zur Sorge sein. Denn naturgemäß verbessern sich die Erwartungen, bevor sich die Geschäfte verbessern.

Knapp an der Rezession vorbei

Besonders die Industrieunternehmen gehen zuversichtlich in das neue Jahr. Sie rechnen damit, dass besonders die Geschäfte mit dem Ausland besser laufen werden. "Die Erwartungen an das Exportgeschäft sind erneut gestiegen", sagt Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Auch die Baubranche und die Dienstleister erwarten bessere Geschäfte. Aus den Schlüsselbranchen selbst kommen ähnliche Botschaften: Die Elektroindustrie rechnet damit, dass die Umsätze im kommenden Jahr um 1,5 Prozent wachsen, nachdem sie im laufenden Jahr um zwei Prozent geschrumpft sind. Vor allem bessere Geschäfte in China und den USA sollen dabei helfen.

Auch die Maschinenbauer erwarten, dass ihre Umsätze dank guter Verkäufe ins Ausland 2013 um zwei Prozent zulegen. Konjunkturexperten erwarten, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden vierten Quartal leicht schrumpfen wird, um dann ab dem ersten Quartal wieder an Fahrt aufzunehmen.

Deutschland würde damit knapp an einer Rezession vorbeischrammen. Ökonomen sprechen von einer Rezession, wenn die Wirtschaftsleistung in zwei Quartalen in Folge sinkt. Die Bankvolkswirte und Institute rechnen aktuell mit einem Wirtschaftswachstum zwischen 0,3 Prozent und einem Prozent im kommenden Jahr – trotz der eher schwachen Entwicklung der Weltkonjunktur.

Risiken für die Weltwirtschaft

Gleichwohl bleiben auch im kommenden Jahr Risiken für die Weltwirtschaft und damit auch für die hiesige Konjunktur. Darauf weisen die Vereinten Nationen in ihrem jährlichen Weltwirtschaftsbericht hin. "Eine Verschärfung der Euro-Krise, die Fiskalklippe in den USA und eine schwierige Situation in China könnten zu einer neuen globalen Rezession führen", warnt sogar Rob Vos, der Autor der Studie.

Im Moment sieht es allerdings so aus, als blieben der Weltwirtschaft diese Belastungen erspart. In den USA bewegen sich Präsident und Republikaner im Haushaltsstreit aufeinander zu, und die Euro-Krise hat sich in den vergangenen Monaten entspannt.

Auch um China machen sich die Ökonomen weniger Sorgen als noch vor einigen Wochen. Am Mittwoch korrigierte die Weltbank ihre Prognose für die chinesische Volkswirtschaft leicht nach oben: Demnach wird die Wirtschaft in der Volksrepublik im nächsten Jahr um 8,4 Prozent wachsen. Im Oktober hatte die Weltbank noch ein Plus von 8,1 Prozent erwartet.

Als Gründe für die besseren Aussichten führte die Weltbank eine expansive Fiskalpolitik sowie eine raschere Umsetzung größerer Investitionsprojekte an. 2014 dürfte sich das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land des Planeten dann auf etwa acht Prozent verringern.

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