19.12.12

BER

EU genehmigt Beihilfen für Hauptstadtflughafen

Der neue Hauptstadtflughafen BER wird von der EU zusätzlich mit 1,2 Milliarden Euro unterstützt. Allerdings haben Nachforderungen von Baufirmen einen Teil des Polsters bereits aufgezehrt.

Foto: dpa

Brüssel hat grünes Licht für die 1,2 Milliarden Euro schwere Kapitalspritze für den künftigen Hauptstadtflughafen gegeben
Brüssel hat grünes Licht für die 1,2 Milliarden Euro schwere Kapitalspritze für den künftigen Hauptstadtflughafen gegeben

Die EU-Kommission hat das neue Zuschusspaket der öffentlichen Hand für den künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld genehmigt. Der Nachschlag von 1,2 Milliarden Euro stehe im Einklang mit den europäischen Beihilfevorschriften, erklärte die Brüsseler Behörde. Die Zuschüsse fließen anteilig aus den Töpfen der drei Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund.

Der Bau des neuen Airports gilt inzwischen als politisches und planerisches Desaster. So musste die Eröffnung bereits mehrfach verschoben werden. Auch der jetzt angepeilte Termin im Oktober 2013 wackelt wieder.

Kosten stiegen kräftig an

Derweil stiegen die Kosten zuletzt auf 4,3 Milliarden Euro. Deshalb mussten die Gesellschafter im November eine Genehmigung von weiteren Zuschüssen beantragen.

Diese Kosten gliedern sich wie folgt: Bau-Mehrkosten (276 Millionen Euro), Kosten durch die Terminverschiebung (67 Millionen Euro), "verschiebungsbedingte Belastungen" (230 Millionen Euro), Risikovorsorge für sonstige Mehrkosten und Mindereinnahmen (322 Millionen Euro) sowie Mehrkosten aus der Umsetzung des Schallschutzprogramms (305 Millionen Euro).

Geld könnte nicht reichen

Allerdings ist das 1,2-Milliarden-Euro-Paket knapp bemessen. Nach Aussagen von Berlins Regierendem Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) haben jüngst angemeldete Nachforderungen von Baufirmen von bis zu 250 Millionen Euro alle eingeplanten Polster nahezu aufgezehrt.

Sollten Gerichte strengere Auflagen beim Schallschutz festlegen, als bislang angewandt, reichten die 1,2 Milliarden Euro nicht aus, hatte Wowereit vor einer Woche im Berliner Abgeordnetenhaus gesagt.

Quelle: dapd/cat
Quelle: dapd
21.10.12 0:54 min.
Im Berliner Abgeordnetenhaus hat der Untersuchungsausschuss zu den Baumängeln am Flughafen Berlin-Brandenburg begonnen. Den Vorsitz des Ausschusses führt Martin Delius von der Piratenpartei.
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Verschobene Termine
  • Pannenserie

    Seit dem Spatenstich im September 2006 sind drei Anläufe, am BER Eröffnung zu feiern, gescheitert.

  • 30. Oktober 2011

    Dieser Termin wird 16 Monate zuvor gekippt. Begründung: neue Sicherheitsvorschriften und die Pleite zweier Planungsfirmen. Tatsächlich ist der Bau schon ein Jahr im Rückstand.

  • 3. Juni 2012

    Nur vier Wochen vorher wird der Start abgeblasen. Begründung: Die Brandschutzanlage funktioniere nicht. Tatsächlich ist in dem Neubau noch viel mehr nicht fertig.

  • 17. März 2013

    Dieses neue Datum wird nach neuerlicher Verschiebung im Mai 2012 genannt und einen Monat später schon wieder in Zweifel gezogen. Anfang September wird klar: Auch dieser Termin wird nicht zu halten sein.

  • 27. Oktober 2013

    Nach einer Analyse des neuen Technikchefs Horst Amann legt der Aufsichtsrat diesen Termin als neuen Eröffnungstag fest.

  • Mitte November

    Laut Amann sollten die Bauarbeiten am BER bereits in diesen Tagen wieder „richtig losgehen“. Nach dem Zeitplan müssen diese bis Ende Mai abgeschlossen sein, damit dann ein fünfmonatiger Probebetrieb beginnen kann. Mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren soll der BER die Nummer drei in Deutschland hinter Frankfurt und München werden.

  • Baukosten

    Die Kosten für den Flughafen sind inzwischen auf 4,3 Milliarden Euro hochgeschnellt. Ursprünglich sollten es 2,4 Milliarden Euro sein. Zuletzt stiegen die Kosten besonders wegen zusätzlichen Schallschutzes (305 Millionen), einiger Erweiterungsbauten, höherer Passagierzahlen (276 Millionen), der Terminverschiebungen (300 Millionen) und der Risikovorsorge.

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