19.12.12

Rekordbuße

UBS zahlt im Libor-Skandal Milliardenstrafe

Die Schweizer Großbank UBS hat sich im Libor-Skandal freigekauft. Damit werden alle Ermittlungen wegen Manipulationen eingestellt.

Foto: dapd

Die Schweizer Großbank UBS muss 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) in der Libor-Affäre zahlen
Die Schweizer Großbank UBS muss 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) in der Libor-Affäre zahlen

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) – die bislang höchste Ablasszahlung in der Affäre.

Wie die Bank am Mittwoch mitteilte, leistet sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden. Zugleich erklärte sich die UBS zu einem Schuldeingeständnis in einem Fall von Manipulationen bei ihrer Tochterfirma in Japan bereit.

UBS-Chef Sergio Ermotti verkündete zudem disziplinarische Maßnahmen: 30 bis 40 Mitarbeiter haben oder sollen die Bank verlassen. Er wolle durchsetzen, dass solche Fälle nicht mehr vorkommen, sagte Ermotti in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Das Verhalten der Mitarbeiter entspreche nicht den Werten der UBS.

Ermittlungen eingestellt

Mit dem Vergleich werden fast alle Ermittlungen gegen die UBS im Zuge des Libor-Skandals eingestellt. Die Großbank war in allen drei Ländern verdächtigt worden, gemeinsam mit anderen Banken den Libor manipuliert zu haben, um sich Vorteile zu verschaffen. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbuchen wird.

Bei dem Schuldbekenntnis geht es um die Tochterfirma UBS Securities Japan (UBSSJ). Dort sei man im Rahmen der vorgeschlagenen Vereinbarung mit dem US-Justizministerium bereit, "wegen Betrugs durch Missbrauch elektronischer Kommunikation (sogenanntes Wire Fraud) im Zusammenhang mit der Manipulation gewisser Referenzzinssätze inklusive Yen-Libor auf schuldig zu plädieren".

Strafe fließt in die USA

Die Geldstrafe, von der mit 1,2 Milliarden Franken der Löwenanteil in die USA fließt, ist Resultat einer branchenweiten Untersuchung von Banken, die versucht haben sollen, den Libor- und weitere Referenzzinsätze zu beeinflussen.

Die Zahlungen der UBS sind dabei die bislang höchsten und mehr als doppelt so hoch wie jene im Fall der britischen Großbank Barclays. Sie hatte im Sommer eingeräumt, den Libor zumindest teilweise manipuliert zu haben und 290 Millionen Pfund gezahlt (357 Millionen Euro).

Seitdem ermitteln weltweit Behörden gegen Banken, darunter ist auch die Deutsche Bank. Allerdings sind die Ermittlungen sehr komplex. Eine Betrugsabsicht ist vor allem wegen der intransparenten Methoden zur Festsetzung des Zinssatzes nur schwer erkenn- und nachweisbar. Daher sind Finanzbehörden oft zur Vergleichen bereit.

Quelle: dpa/mim
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Banken und ihre Strafen
  • Die HSBC

    zahlt im Rahmen einer Einigung mit US-Behörden 1,9 Milliarden Dollar (1,47 Milliarden Euro). Der größten europäischen Bank wurde vorgeworfen, für Nationen wie den Iran Milliarden verschoben und auch Geld mexikanischer Drogenkartelle durch das US-Finanzsystem geschleust zu haben.

  • Credit Suisse

    zahlte 536 Millionen Dollar (414 Millionen Euro), nachdem die US-Behörden der zweitgrößten Schweizer Bank vorgeworfen hatten, ihr boomendes Geschäft mit iranischen Banken verheimlicht und damit wirtschaftliche Sanktionen der USA verletzt zu haben.

  • Barclays

    zahlte nach einer Einigung 298 Millionen Dollar (230 Millionen Euro). Die britische Bank soll illegale Transaktionen mit Banken in Kuba, dem Iran, Libyen, dem Sudan und Birma im Umfang von 500 Millionen Dollar durchgeführt haben.

  • Lloyds,

    eine weitere britische Bank, stimmte der Zahlung von 350 Millionen Dollar (270 Millionen Euro) zu, nachdem sie Kunden angeblich geholfen hatte, Sanktionen der USA gegen den Sudan, Iran und Libyen zu umgehen.

  • Die ING

    zahlte 619 Millionen Dollar (478 Millionen Euro), um Vorwürfe beizulegen, wonach die niederländische Bank für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust hat.

  • Die Royal Bank of Scotland

    zahlte 500 Millionen Dollar (386 Millionen Euro). Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben.

  • Die UBS

    zahlte insgesamt an amerikanische, britische und Schweizer Behörden 1,4 Milliarden Franken (1,16 Milliarden Euro) als Geldstrafen und eingezogene Gewinne. Das dürfte im vierten Quartal 2012 zu einem Verlust von zwei bis 2,5 Milliarden Franken führen. dapd

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