19.12.12

Konjunkturflaute

Vereinte Nationen warnen vor globaler Rezession

Die Weltwirtschaft könnte nach einem Bericht der UN demnächst in die Rezession stürzen. Besonders am Arbeitsmarkt sind die Aussichten schlecht. Nur wenige Länder können sich der Krise entziehen.

Quelle: Reuters
13.12.12 1:53 min.
Nach dem Konjunkturrückgang im Winter wird die Wirtschaft nach Ansicht des Ifo-Instituts wieder Fahrt aufnehmen. Für das Gesamtjahr 2013 erwarten die Münchner ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent.

Der Weltwirtschaft weht der Wind nach Einschätzung der Vereinten Nationen weiter rau ins Gesicht. Das Wachstum ist laut UN in diesem Jahr deutlich zurückgegangen und wird auch die nächsten zwei Jahre schwach bleiben. Es gebe sogar die Gefahr, in die Rezession zurückzufallen, heißt es im Weltwirtschaftsbericht.

"Eine Verschärfung der Euro-Krise, die "Fiskalklippe" in den USA und scharfer Wind in China könnten zu einer neuen globalen Rezession führen", sagte Rob Vos, der Autor der Studie. Jedes dieser Risiken könne für ein Minus von ein bis drei Prozent verantwortlich sein.

Schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt

Schlechte Aussichten auch für den Arbeitsmarkt: Zwar habe sich die Lage in diesem Jahr gebessert, aber das Wachstum reiche nicht aus, um die Krise auf dem Arbeitsmarkt zu beenden. Europa und die USA würden – "wenn sie ihre Politik nicht ändern" – mindestens noch fünf Jahre brauchen, um die Stellenverluste der Krise 2008/2009 auszugleichen. "Nur einige wenige Länder in Europa, wie Österreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande haben eine niedrige Arbeitslosenrate von etwa fünf Prozent", heißt es in dem Bericht.

Zum schwächeren Wachstum in Deutschland schreiben die Experten, ein wichtiger Grund sei, dass der weltweite Handel deutlich an Schwung verloren habe. Dabei habe in Deutschland der Staat noch Reserven, um die Binnennachfrage anzukurbeln.

Erhebliche Folgen für Entwicklungsländer

Die wirtschaftlichen Probleme in Europa, den USA und Japan hätten auch erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklungsländer. Exporte aus der Dritten Welt würden erschwert, die Investitionen in die nationalen Wirtschaften blieben aus. Gerade in diesen Ländern sei die Arbeitslosigkeit ein enormes Problem.

Die Autoren des Berichtes rufen zu einer international abgestimmten Finanzpolitik auf. Damit könnten Arbeitsplätze geschaffen und eine umweltschonendere Wirtschaft angekurbelt werden.

Prognose für China angehoben

Die Weltbank wiederum hob ihre Wachstumsprognose zumindest für China leicht an. Demnach wird die Wirtschaft in der Volksrepublik im nächsten Jahr um 8,4 Prozent zulegen, wie die Organisation erklärte. Im Oktober hatte die Weltbank noch ein Plus von 8,1 Prozent erwartet.

Als Gründe für die besseren Aussichten führte die Weltbank eine expansive Fiskalpolitik sowie eine raschere Umsetzung größerer Investitionsprojekte an. 2014 dürfte sich das Wirtschaftswachstum im bevölkerungsreichsten Land dann auf etwa acht Prozent verringern.

Quelle: dpa/Reuters/cat
Quelle: Reuters
29.11.12 2:06 min.
Die Konjunkturflaute wirkt sich negativ auf den deutschen Arbeitsmarkt aus. Wie die Bundesagentur für Arbeit bestätigte, gibt es im Vergleich zum November 2012 in diesem Jahr 38.000 Arbeitslose mehr.
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Jugendarbeitslosigkeit in Europa
  • Krisenländer

    In den krisengeschüttelten Ländern Südeuropas hat die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen Rekordausmaße erreicht. So ist nach Zahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat mehr als jeder Zweite unter 25 Jahren in Griechenland ohne Job (57 Prozent im August), ebenso in Spanien (55,9 Prozent im Oktober). In Portugal (39,1 Prozent) und Italien (36,5 Prozent) hatte im Oktober jeder Dritte in dieser Altersgruppe keine Arbeit.

  • EU-Quote

    Seit Ausbruch der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich die Situation erheblich verschlechtert. Während die Quote im Herbst 2008 bei 15 Prozent lag, ist derzeit in ganz Europa mehr als ein Fünftel (23,4 Prozent) der Jungen arbeitslos.

  • Stabile Länder

    Am besten ist die Lage in Deutschland mit einer Jugend-Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent, in Österreich mit 8,5 Prozent und in den Niederlanden mit 9,8 Prozent. Diese Länder kommen bisher ohne gravierende Jobverluste durch die Krise.

  • Vergleichsmaßstab

    Arbeitslose Jugendliche machen sich übrigens in der Statistik stärker bemerkbar als Erwachsene, weil die Erwerbsbevölkerung dieser Gruppe kleiner ist – ein Teil der jungen Erwachsenen studiert und bleibt bei der Rechnung außen vor. Das sorgt für eine höhere Quote. Zum Vergleich: Bei den Erwachsenen ist in den 27 EU-Ländern etwas mehr als jeder Zehnte arbeitslos (10,7 Prozent). dpa

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Infizierte Pfleger Bentley darf leben - Hund hat kein Ebola
Sonnenfinsternis "Man muss das sehen, um es zu glauben!"
Terror in Kanada Überwachungskameras zeigen Angriff auf Parlament
Gasexplosion Explosion verwüstet ganze Straße in Ludwigshafen
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Trend

Die schönsten Fotobomben der Stars

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote