19.12.2012, 06:53

Euro-Krisenland Griechische Beamte streiken gegen Entlassungen

Do, 13.12.2012, 17.18 Uhr

In den nächsten Tagen wird Griechenland einen Teil der dringend benötigten Milliardenhilfe der Geldgeber bekommen. Nach Ansicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble war dies ein wichtiger Schritt.

Video: Reuters
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In Griechenland sollen wegen Streiks Schulen, Ministerien und Ämter geschlossen bleiben, Züge stehen still. Eine gute Nachricht für das gegen die Staatspleite kämpfende Land gibt es aber auch.

Aus Protest gegen geplante Entlassungen wollen in Griechenland die Staatsbediensteten streiken. Schulen, Ministerien und Steuerämter sowie Behörden der Städte sollen geschlossen bleiben. Auch Züge werden nicht fahren, wie die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes Adedy mitteilte.

Am Dienstagabend hatte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach dem erfolgreichen Anleihenrückkauf um mehrere Stufen angehoben. Die Bewertung erhöhe sich von einem teilweisen Zahlungsausfall ("SD") auf "B-", teilte S&P mit.

Anleihen in Milliardenhöhe aufgekauft

S&P begründete den Schritt mit der starken Bestrebung der Euro-Partner, das Land in der gemeinsamen Währungszone zu halten. Athen hatte zuletzt Anleihen im Volumen von mehr als 30 Milliarden Euro am Markt aufgekauft. Erst vergangene Woche hatten die Euro-Finanzminister nach monatelanger Hängepartie 49,1 Milliarden Euro an Notkrediten endgültig freigegeben.

S&P hatte Griechenland wegen des Schuldenrückkaufs Anfang Dezember herabgestuft, weil es dieses Vorgehen als teilweisen Zahlungsausfall bewertet. Die Note für die Kreditwürdigkeit des Landes wurde seinerzeit von "CCC" auf "SD" gesenkt. Damals hatte die Agentur aber angekündigt, die Bewertung für den Fall eines geglückten Rückkaufs wieder zu erhöhen.

Rettung birgt große Risiken

Insgesamt sehen die internationalen Geldgeber für die Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott aber große Risiken. In ihrem in Brüssel veröffentlichten Bericht äußert die Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) Zweifel daran, dass Athen tatsächlich seinen Verpflichtungen nachkommt und die zugesagten Reformen verwirklicht.

Probleme könnten durch die brüchige Regierungskoalition und den politischen Widerstand gegen manche Vorhaben entstehen. Die milliardenschweren Notkredite sollten dennoch wie geplant an Athen fließen.

150.000 Stellen sind bedroht

Am Mittwoch wollen nun die Staatsbediensteten ihrem Ärger über die geplanten Entlassungen Luft machen: Im Zuge der Einsparungen sollen in den nächsten Jahren rund 150.000 Staatsbedienstete in Griechenland gehen.

Am Streik nehmen auch Apotheker und Ärzte staatlicher Krankenkassen teil. Um die Mittagszeit wollen Staatsbedienstete im Zentrum Athens demonstrieren.

(dpa/cat)
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