19.12.2012, 04:32

Nationalsüßigkeit Kanadas Polizei jagt Ahornsirup-Diebe durchs Land


Ahornsirup ist eine in ganz Nordamerika beliebtes Produkt zum Süßen

Foto: Bildagentur Huber / Kremer Susan / picture alliance / Bildagentur H

Ahornsirup ist eine in ganz Nordamerika beliebtes Produkt zum Süßen Foto: Bildagentur Huber / Kremer Susan / picture alliance / Bildagentur H

Süß, zähflüssig und äußerst begehrt. Ahornsirup ist den Kanadiern so heilig wie Eishockey. Diebe hatten 3000 Tonnen Sirup im Millionen-Wert gestohlen. Die Tatwaffe war ein Gartenschlauch.

Nach dem Jahrhundertdiebstahl des süßesten Lebensmittels der Kanadier ist die Polizei dem vermissten Ahornsirup auf die Spur gekommen. Nach einer mehrmonatigen Jagd durch mehrere Bundesstaaten und auch durch die USA seien jetzt drei Verdächtige festgenommen worden, die als Drahtzieher des Diebstahls von knapp 3000 Tonnen Ahornsirup im Wert von knapp 20 Millionen Dollar (15,3 Mio Euro) gelten, teilte ein Sprecher der Polizei in Quebec mit.

Nach fünf weiteren Verdächtigen werde gefahndet. Im Laufe der Ermittlungen seien etwa zwei Drittel des entwendeten dickflüssigen Sirups, der mit bis zu 40 Dollar pro Liter mehr als so mancher Wein kostet, sichergestellt worden.

Der Diebstahl war so zähflüssig wie die Beute und dauerte von August 2011 bis Juli 2012. In dieser Zeit leerten die Diebe die in einem unbewachten Lagerhaus in Saint-Louis-de-Blandford, etwa 100 Kilometer südwestlich von Quebec, abgestellten Holzfässer. "Tatwaffe" war ein einfacher Gartenschlauch, mit dem sie den Sirup in eigene Behälter abfüllten. Um das Abzapfen zu vertuschen, füllten sie die Fässer mit Wasser.

Strategische Reserve sichert Versorgung

Der Diebstahl wurde erst bei einer Routinekontrolle entdeckt, die "nationale Katastrophe" in Kanada schien perfekt. Die Vereinigung der Ahornsirup-Produzenten konnte die besorgte Nation jedoch mit Hinweis auf eine "strategische Reserve" beruhigen.

Ahornsirup ist eine in ganz Nordamerika beliebtes Produkt zum Süßen, wird gerne dick auf Pfannkuchen aufgetragen. Ein ungewöhnlich warmer Winter hatte im laufenden Jahr auf die Ernte gedrückt und die Marktpreise in die Höhe schnellen lassen. Québec ist die Hochburg der Sirupproduktion, doch auch andere Provinzen und US-Staaten sind groß im Geschäft.

Französische Siedler lernten wohl im 17. Jahrhundert von den Algonquin-Indianern das süße Geheimnis, wie der Sirup aus den Ahornbäumen gezapft wird. Später perfektionierten die Siedler die Technik mit eigenen Zapfhähnen in den Baumstämmen.

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