18.12.2012, 07:24

Troika-Bericht Rettung Griechenlands birgt "sehr große" Risiken

Do, 13.12.2012, 17.18 Uhr

In den nächsten Tagen wird Griechenland einen Teil der dringend benötigten Milliardenhilfe der Geldgeber bekommen. Nach Ansicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble war dies ein wichtiger Schritt.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Die Troika hat ihren neuen Bericht zu Griechenland veröffentlicht: Sie hält es für möglich, dass das Land seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Geld soll trotzdem fließen.

Die Rettung Griechenlands birgt nach Einschätzung der Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) "sehr große" Risiken. Es sei immer noch möglich, dass das Mittelmeerland seinen Verpflichtungen nicht nachkomme, urteilten die Gläubiger Griechenlands in einem Bericht, auf den viele Experten gespannt gewartet hatten.

Probleme bei der Umsetzung der geplanten Reformen könnten durch die brüchige Koalition, den politischen Widerstand gegen bestimmte Vorhaben sowie mögliche juristische Auseinandersetzungen entstehen.

Griechenland soll weiter Geld bekommen

Auch wenn die Privatisierungsziele bisher unzureichend erreicht worden seien, verdiene Griechenland weitere Rettungshilfen im Kampf gegen die Zahlungsunfähigkeit, bestätigte die Troika. Zugleich warnte sie in dem Bericht, dass die vorgesehenen Sparmaßnahmen im kommenden Jahr in der schwachen Wirtschaft stärkere Auswirkungen haben könnten als erwartet.

Griechenland ist bisher bereits zweimal von EU und Internationalem Währungsfonds gerettet worden. Aus dem Umkreis des griechischen Finanzministeriums verlautete, dass das Land die lange erwartete Zahlung in Höhe von 34 Milliarden Euro von seinen Gläubigern nun erhalten hat.

IWF lobt irische Reformen

Zugleich stimmte der IWF-Rat für die Überweisung von knapp 900 Millionen Euro aus dem Euro-Rettungsprogramm an Irland. Der Währungsfonds lobte die anhaltende Reformbereitschaft der Regierung in Dublin. Sie halte trotz des geringen Wachstums an ihrem Sparkurs fest, erklärte der IWF.

Irland hatte Anfang Dezember weitere Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 3,5 Milliarden Euro beschlossen. Mit dem sechsten Sparpaket dieser Art seit 2008 will die Regierung die Staatsfinanzen so weit ordnen, dass sich das Euro-Mitgliedsland Ende 2013 vom Rettungsschirm lösen kann und keine neuen Milliardenhilfen seiner Euro-Partner braucht.

Irlands Wirtschaft wächst

Die Schieflage der heimischen Finanzbranche hatte Irland vor rund zwei Jahren als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm gezwungen. Das Land wird von EU, EZB und IWF mit 85 Milliarden Euro gestützt.

Irland gehört momentan zu den wenigen Euro-Ländern, dessen Wirtschaft zuletzt überhaupt wuchs. Der Dienstleistungssektor, der für 60 Prozent der irischen Wirtschaftsleistung steht, legte jüngst so stark zu wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Arbeitslosenquote sank auf 14,6 Prozent, den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren.

Unter Volkswirten ist dennoch strittig, ob Irland sich 2013 tatsächlich schon wieder zu hinreichend niedrigen Zinsen eigenständig über den freien Kapitalmarkt finanzieren kann.

(Reuters/cat)
So, 16.12.2012, 12.33 Uhr

In Griechenland werden Swing-Partys immer populärer. Seit 2008 veranstaltet eine Gruppe von Tanzlehrern regelmäßig Events. Den Menschen soll das Tanzen beim Vergessen der Krise helfen.

Video: dapd
Beschreibung anzeigen
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter