14.12.2012, 14:35

Kekshersteller Bahlsen backt auch 2013 wieder Spekulatius und Lebkuchen


„Für viele Kunden sind Bahlsen Lebkuchen und Spekulatius Bestandteil ihrer Weihnachtskultur“, erklärte Firmeninhaber Werner M. Bahlsen

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

„Für viele Kunden sind Bahlsen Lebkuchen und Spekulatius Bestandteil ihrer Weihnachtskultur“, erklärte Firmeninhaber Werner M. Bahlsen Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Weil Verbraucher heftig protestierten, hat Bahlsen sein Aus aus dem Weihnachtsgeschäft zurückgezogen. Das Sortiment wird aber gestrafft.

Der Kekshersteller Bahlsen steigt nun doch nicht aus dem Geschäft mit Weihnachtsgebäck aus. Grund für diese Entscheidung ist eine Flut von Verbraucherprotesten, wie das Unternehmen am Freitag in Hannover mitteilte. Ursprünglich wollte Bahlsen Saisonprodukte wie Spekulatius, Zimtsterne oder Lebkuchen 2012 zum letzten Mal verkaufen, weil starke Konkurrenz die Preise verdorben hatte.

"Für viele Kunden sind Bahlsen Lebkuchen und Spekulatius Bestandteil ihrer Weihnachtskultur", erklärte Firmeninhaber Werner M. Bahlsen jetzt. Die Reaktionen der Verbraucher hätten das Unternehmen veranlasst, die Entscheidung zu ändern, obwohl sich die wirtschaftliche Lage nicht verändert habe. 2013 werde ein überarbeitetes und gestrafftes Sortiment auf den Markt kommen.

An der Fokussierung auf wachstumsträchtige und international vermarktbare Segmente wird das Unternehmen Bahlsen aber auch künftig festhalten. Dazu soll etwa die Produktionskapazität für den Keksriegel "Pick Up" verdoppelt werden, der sich seit der Einführung 1999 zu einem Hit entwickelt hat.

Hart umkämpfter Markt

"Der Markt für Weihnachtsgebäck in Deutschland ist seit Jahren leicht rückläufig. In Österreich entwickelt sich dieser Markt noch positiv", erklärt die Süßwarenfirma mit weltweit bekannten Marken wie Leibniz und einem Umsatz von 521 Millionen Euro im Jahr 2011.

Bahlsen steht mit seiner Skepsis nicht allein. Auch anderen Süßwarenproduzenten hierzulande macht die Lage zu schaffen. "Der Markt der Saisonartikel ist hart umkämpft, es gibt eine Vielzahl von Anbietern, auch Spezialisten für bestimmte Produktgruppen", sagt beispielsweise der Inhaber des Aachener Lebkuchen- und Printen-Herstellers Lambertz, Hermann Bühlbecker. Hinzu komme der Angriff der meist billigeren Handels-Eigenmarken. Das 1688 gegründete Unternehmen sieht sein deutsches Weihnachtssortiment aber im Plan. Die Verkäufe lägen über dem Vorjahresniveau. "Es wird ein gutes Weihnachtsgeschäft werden", sagt Bühlbecker, "völlig losgelöst von der Euro-Thematik."

(BM/dapd)
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